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13.06.2024

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Klimaneutralität und Nachhaltigkeit bei Sportanbietern

Sportanbieter stehen vor der Herausforderung, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. So forderte beispielsweise die UN-Initiative Sports for Climate Action Framework Sportorganisationen auf, ihre Treibhausgasemissionen zu messen, zu reduzieren und darüber zu berichten, um Sport als ein Instrument zur Förderung des Klimabewusstseins zu nutzen​. Welche Rolle spielen Klimaneutralität und Nachhaltigkeit bei den Sportanbietern im ESB-Netzwerk und welche Massnahmen werden umgesetzt?

Klimaneutralität durch verpflichtende Club-Lizenzierung

Basierend auf unserer Nachhaltigkeitsstrategie, DEL4 (seit 2022), wurden verpflichtende Vorgaben für Club-Lizenzierung entwickelt. Derzeit prüfen wir die eingereichten Unterlagen unserer Gesellschafterclubs (THG Bilanz, NH-Strategie, Reduktionspfad, Verankerung im GesV, geschultes Personal etc.). Aus den Ergebnissen ergeben sich die Schwerpunktthemen für die kommende Saison.
Wir haben klare Ziele formuliert um Klimaneutralität zu erreichen. CO2-Reduktion um 50% bis 2030, Netto-Null bis 2040. Dieses Ziel werden wir aber alleine nicht erreichen können. Die ersten Auswertungen der CO2 Bilanzen zeigen, dass dies ein gemeinsame Aufgabe von Sport, Politik und Gesellschaft werden wird.
Nach der Wahl einer NH Kommission, der Entwicklung der NH Strategie und der Erstellung von verpflichtenden Lizenzierungskriterien wurden bei allen Clubs die Position eines (zertifizierten) NH-Managers geschaffen. Jeder Club hat nun seinen eigenen Reduktionspfad, den es gilt umzusetzen. Aus der individuellen NH-Strategie jedes Clubs ergeben sich natürlich noch viele weitere Aufgaben.

©DEUTSCHE EISHOCKEY LIGA

Im Rahmen der Strategieerstellung waren Stakeholderdialoge für die Wesentlichkeitsanalyse natürlich zwingend notwendig. Wir nehmen das Thema Kommunikation sehr ernst und bieten Austauschformate für Fans, Mitarbeiter und Partner an. Die Clubs verfahren ähnlich. Auch hier gilt, dass wir unsere Ziele niemals alleine erreichen können.

Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb und Nachhaltigkeit, DEUTSCHE EISHOCKEY LIGA GMBH & CO. KG

Nachhaltigkeit mit THG-Bilanz und Mobilitätskonzept

Der EVZ hat durch die Lancierung des «EVZ Fahrplans» nicht nur strategische Ziele gesetzt, sondern auch sein Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit unterstrichen. Als Veranstalter von Grossanlässen sind wir Teil des Problems Klimawandel. Deshalb wollen wir auch ein Teil zur Lösung beitragen.
Im Geschäftsjahr 201/22 hat der EVZ zusammen mit ACT Cleantech, ÖkoWatt und EBP eine Treibhausgas (THG) -Bilanz erstellt, welche einen Überblick über die THG-Emissionen gibt, die beim Unternehmen selbst und bei vor- oder nachgelagerten Prozessen entstehen. Mit Projekten wird gezielt auf Potentiale eingegangen und Massnahmen werden definiert und umgesetzt, um die THG-Emissionen bestmöglich zu reduzieren.
Es entstehen laufend neue Projekte, über die wir auf der Webseite nachhaltiger.evz.ch stetig informieren. Zudem gibt es jährliche Nachhaltigkeits-Updates, welche nun jährlich über die zurückgelegte Strecke und erreichten Zwischenziele berichtet werden, die dazu beitragen sollen, die nächsten Stationen zu erreichen. (https://www.evz.ch/nachhaltigkeits-update-2024/) Im Bereich Mobilität besteht das grösste Optimierungspotenzial. Auch der Einkauf, der Transport sowie die stetigen Veränderungen im Bereich der Digitalisierung stehen im Fokus.
Unsere Stakeholder spielen eine sehr wichtige und bedeutende Rolle, denn wie im Eishockey ist auch beim Thema Nachhaltigkeit Teamwork gefragt. Durch Kooperationen und Partnerschaften können Nachhaltigkeitsziele in allen drei Dimensionen erreicht werden. Ein Beispiel ist das Optimierungspotenzial beim Thema Mobilität, wo der Fanverkehr fast die Hälfte unseres Fussabdrucks ausmacht. Diese Optimierung kann nur erreicht werden, wenn wir gemeinsam mit den Fans Lösungen finden und Anreize schaffen, umweltfreundlich anzureisen, obwohl es bereits Anreize gibt. Beispiele dafür sind der im Ticketpreis inbegriffene ÖV oder das Angebot eines Busbahnhofs mit Extrabussen in alle Zuger Gemeinden nach Spielschluss.

Lara Stalder, Assistenz CEO & Projekte / Projektverantwortliche für Nachhaltigkeit, EVZ Sport AG

©EVZ Sport AG

Klimaschutz und Klimaneutralität im sensiblen Alpen-Ökosystem

Mit seinen Maßnahmen, Projekten und Initiativen möchte der DAV seine Mitglieder für den Natur-, Umwelt- sowie Klimaschutz im hochsensiblen Ökosystem Alpen sensibilisieren. Den 356 Sektionen wird dabei als Multiplikator eine ganz entscheidende Rolle zuteil. 2021 hat sich der DAV entschlossen bis 2030 klimaneutral zu werden – by fair means. Das bedeutet er verfolgt dabei das Grundprinzip „Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren“, um möglichst wenig Emissionen überhaupt erst zu verursachen. Der erste Schritt in Richtung Klimaneutralität war die erste verbandsweite Emissionsbilanzierung für das Jahr 2022. Von der Anreise zu Veranstaltungen, über die Verpflegung auf Hütten und in Kletterhallen bis hin zu bezogenen Dienstleistungen wie Gebäudepflege oder Serverleistungen hat der DAV seine Emissionen ganz genau unter die Lupe genommen. Die Emissionsbilanzierung dient als Basis für konsequente und effektive Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen Mobilität, Infrastruktur, Verpflegung, Kommunikation, Umweltbildung und Finanzen.

Dominik Birnbacher, Projektleiter Klimaschutz, DAV

©DAV/Tobias Hase

Ökologische, soziale und ökonomische Balance

Bei PROPROJEKT beschäftigen wir uns mit der Entwicklung und Planung von Sportstätten sowie der Planung und Umsetzung von Sportgroßveranstaltungen, deren beider Umsetzung zumeist in der Zukunft liegt. Wir sind daher überzeugt, dass unsere Planungs- und Beratungsleistungen nur dann nachhaltig sind, wenn diese den zukünftigen Bedarf berücksichtigen, ohne dabei Überkapazitäten zu schaffen. Das heißt Sportstätten und Sportgroßveranstaltungen müssen ökologisch und sozial verträglich sowie wirtschaftlich solide sein. Hierfür ist die konstante Einbindung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten der Nachhaltigkeit in allen Projektphasen notwendig, wie beispielsweise die Priorisierung der Bestandsnutzung oder Schaffung einer Multifunktionalität. Dies gilt für Sportstätten und Sportgroßveranstaltungen gleichermaßen, um Synergien und Mehrwerte zu maximieren und negative Auswirkungen zu minimieren. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Kunden sowie Hochschulen und Forschungsinstituten zusammen, um für jedes Projekt individuell die bestmögliche Lösung anbieten zu können. Insbesondere sind wir der Auffassung, dass Nachhaltigkeit bei jedem von uns anfängt. Somit evaluieren wir seit Jahren unseren Corporate Carbon Footprint und erstellen dieses Jahr unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht.

Luisa Hövel, Sustainability Management, PROPROJEKT

©PROPROJEKT

Klimaschonende Strategien und nachhaltiger Spitzensport

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben wir für uns als Wintersportverband einen sehr hohen Stellenwert. Schließlich spüren wir als Natursportart die Auswirkungen des Klimawandels direkt und schmerzlich. Es ist somit unsere Verpflichtung und unser ureigener Anspruch bestmögliche Strategien zu entwickeln, um klimaschonend zu handeln und einen bedeutenden Teil zu nachhaltigem Spitzensport beizusteuern. Gleichwohl sind wir uns bewusst, dass der Leistungssport auf Reisetätigkeiten beruht. Der „Weg zur Klimaneutralität“ ist also das Ziel. Statt schneller Kompensation haben Vermeidung und Reduktion oberste Priorität. Wenngleich wir als Unterzeichner des UN Frameworks Sports for Climate Action auch das Ziel der Klimaneutralität verfolgen.
Zwei hauptamtliche Expertinnen arbeiten bei uns an der Umsetzung dieser hohen Ziele. Dazu gehören vielfältige Maßnahmen von einer Klimabilanzierung über PV-Anlagen, mobile Pellet-Heizsysteme bei Veranstaltungen bis hin zu Handlungsempfehlungen für Wintersportler inkl. kostenfreier Öffi-Tickets und vieles mehr. Die Fanmobilität ist ein großer Emissionstreiber - die Fans sind damit eine bedeutende Akteursgruppe.
Wichtig ist, ALLE mitzunehmen. Nachhaltigkeit kann nur integrativ umgesetzt werden. Dazu zählen auch unsere Partner und Sponsoren. Das bietet wiederum vielfältige Möglichkeiten für spannende neue Ansätze für gemeinsame Projekte über sämtliche Branchen hinweg.

Stefan Messmang, Leitung Teamvermarktung & Sponsoringmanagement, DSV Marketing GmbH

©DSV Marketing GmbH

Innovatives Energiekonzept für ökologische Nachhaltigkeit

Wir entschieden uns in der Swiss Life Arena für ein Energiekonzept, das ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet. Die integrierte Energielösung vereint Ökologie und Wirtschaftlichkeit, indem sie unter anderem geschickt Synergien zwischen Kälteproduktion und der daraus entstehenden Abwärme nutzt. So sollen zum Beispiel bis 2035 rund 30’000 Haushalte in den Quartieren Altstetten und Höngg mit Wärme versorgt werden. Oder: Der Strom, der in der Swiss Life Arena verbraucht wird, ist zu 100 Prozent CO₂-frei. Dieser stammt aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Wasser. Zudem ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit 400 KWp installiert. Der hier produzierte Strom wird direkt in der Arena verbraucht. 
Entwickelt hat es unser langjähriger Partner ewz. Überzeugt hat uns insbesondere der innovative Ansatz, Synergien zu nutzen – nicht zuletzt auch aus ökonomischer Sicht. Dank des ausgeklügelten Energiekonzeptes von ewz ist die Swiss Life Arena eine der nachhaltigsten Arenen Europas!

Bruno Vollmer, Chief Operating Officer, ZSC Lions AG

©ZSC Lions AG

Nachhaltige Mobilität: Reisebus statt Auto

Handeln statt warten! Wir haben es selbst in der Hand; warte nicht auf die Politik oder ein Wunder aus der Industrie. Einfach machen, selbst die Entscheidung treffen. Nachhaltigkeit von Events fängt bei der Anreise an, wie gestalte ich als Veranstalter also die Anreise meiner Besucher? Wie reise ich zu meinem nächsten Bundesliga Auswärtsspiel? Wie fahre ich mit meinen Freunden zum nächsten Festival?
Ganz genau - gestern war Auto fahren, sich dann auch noch über den Stau oder weiten Fußweg vom Parkplatz ärgern - einfach mal den Reisebus nehmen. Denn der ist extrem nachhaltig und flexibel im Einsatz. Mit Buslogistik von Hanse Mondial schließt du genau die Lücke zwischen Auto und Fahrplangebundenen Inflexibilität. Ein Bus nimmt dabei gut 30-40 Autos von der Straße und hat eine geringere CO2 Emission pro Person und Kilometer als die Bahn. Viel nachhaltiger kann ein Baustein in deiner Eventplanung kaum werden, probiere es aus!

Julien Figur, Founder & CEO, Hanse Mondial GmbH

©Hanse Mondial GmbH

 

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