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Im neuen ESB Inside stellen ESB Partner und Speaker von SPORT MARKE MEDIEN und dem AI Sports Summit die Einsatzbereiche und -möglichkeiten von KI in Sportvereinen vor.

KI als integraler Bestandteil der Vereinsstrategie

"Abseits des Spielfelds sind die Potentiale von Sportvereinen nicht zwingend so unterschiedlich zu denen anderer Organisationen. Das gilt etwa für die Optimierung von Serviceprozessen, die Analyse von Finanz, Fan- und Kundendaten oder Unterstützung bei Erstellung und Übersetzung von Inhalten. Im Sport ergeben sich zusätzliche Perspektiven, auch wenn hier noch viel Forschung und Grundlagenarbeit vonnöten ist. Etwa, um im sportlichen Bereich Spiel- und Trainingsdaten auszuwerten, um die Leistung der Spieler zu optimieren und Verletzungen verlässlich vorzubeugen. Oder um im Scouting mittels Daten Talente weltweit effizienter zu identifizieren und bewerten zu können.

Ob KI als strategisches Kerninstrument oder als ergänzendes Tool betrachtet werden sollte, hängt von der jeweiligen Vereinsstrategie ab. Meiner Meinung nach sollte KI perspektivisch als integraler Bestandteil der Vereinsstrategie verstanden werden. Sie ist jedoch kein Selbstzweck, sondern ein mächtiges Werkzeug, das – richtig eingesetzt – nachhaltige Wettbewerbsvorteile schaffen kann. Entscheidend ist, dass der Mensch die Kontrolle behält und KI gezielt zur Unterstützung einsetzt."

Alexander Mühl, Direktor Marketing und Digitalisierung, Borussia Dortmund

KI im Sportverein – ein strategischer Erfolgsfaktor

"Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist im Profisport längst unverzichtbar. Sie stärkt die Beziehung zu Fans, unterstützt sportliche Entscheidungen und erleichtert den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. KI ermöglicht es Vereinen, Fans schneller, persönlicher und effizienter zu erreichen – etwa im Ticketing, Merchandising oder der Kommunikation. Besonders im Content-Bereich eröffnet sie neue Formate: Spielberichte können automatisch zusammengefasst und als Audio-Datei oder sogar durch ein Maskottchen präsentiert werden. So entsteht moderner, ansprechender Fan-Content mit minimalem Aufwand.

Im sportlichen Bereich verarbeitet KI große Mengen an Spiel- und Spielerdaten. Sie unterstützt Scouting, Trainingsanalyse, Leistungsdiagnostik und taktische Entscheidungen. Vereine erhalten präzise Auswertungen und können ihre sportlichen Prozesse deutlich professionalisieren.

Damit KI im Verein wirkt, müssen Mitarbeitende aktiv eingebunden werden. Schulungen helfen, Ängste abzubauen und Potenziale zu erkennen. Eigene KI-Assistenten können Routineaufgaben übernehmen und Prozesse deutlich vereinfachen.

KI ist ein strategisches Instrument für Sportvereine – sollte aber gezielt und mit klaren Mehrwerten eingesetzt werden. Richtig genutzt bringt sie Fans, Sport und Mitarbeitende nachhaltig voran."

Melanie Fichtner, Geschäftsleiterin IT, Digital & KI, TSG 1899 Hoffenheim

Eigene KI-Plattform für alle Mitarbeiter

“Die Möglichkeiten der KI erscheinen auch für einen Fußball-Club wie den FC Bayern grenzenlos und die ersten Quick Wins haben uns motiviert, die Bandbreite für KI Use Cases zu erweitern. Wir sehen in vielen Bereichen des Clubs Potentiale, KI sinnvoll und rechtskonform einzusetzen. Wir führen gerade clubübergreifend eine eigene KI-Plattform „FCBayernAI“ für alle Mitarbeiter des FC Bayern ein. Darüber hinaus nutzen wir beispielsweise KI auch zur Unterstützung unseres Contact Centers, zur Filterung von Hass-Kommentaren auf Social Media oder im Videoschnitt.”

Thomas Ehemann, Head of Digital Strategy & Innovation, FC Bayern München

KI für Interaktion mit Fans und Kunden

"Künstliche Intelligenz bietet Sportorganisationen wie dem SC Bern vielfältige Chancen – besonders in der direkten Interaktion mit Fans und Kunden. Bereits heute setzen wir auf unserer Website einen KI-Avatar ein, der als digitaler Assistent rund um die Uhr Support bietet. Er beantwortet automatisiert Fragen zu Tickets, Spielzeiten, Anreise, Gastronomie oder Merchandise – schnell, präzise und in mehreren Sprachen. Damit entlastet er nicht nur den Kundendienst, sondern verbessert auch das Service-Erlebnis für unsere Fans spürbar. Der Avatar ist lernfähig, wird laufend optimiert und lässt sich flexibel an neue Themen anpassen. Über diese konkrete Anwendung hinaus sind zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten denkbar – etwa in der Analyse von Fanverhalten, der Personalisierung von Angeboten oder im Scouting.

Ob KI als strategisches Kernelement oder als ergänzendes Tool eingesetzt wird, hängt vom Club ab. Klar ist: Sie schafft Mehrwert – durch effizientere Abläufe, besseren Service und eine moderne, digitale Fanansprache."

Rolf Bachmann, Leiter Sponsoring und Partnerschaften, SCB Eishockey

"Generative KI beim VfL Wolfsburg – wir setzen auf Zukunft"

"Fortschritt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Neugier und Mut. Genau deshalb beschäftigen wir uns beim VfL Wolfsburg seit über einem Jahr damit, wie generative KI unseren Club wirklich besser machen kann. Die Antwort zeigt sich längst im Alltag. Generative KI schreibt nicht nur Berichte oder fasst Daten zusammen, sie hilft uns auch, Entscheidungen schneller zu treffen, Abläufe zu vereinfachen und Probleme zu erkennen, bevor sie entstehen. Ein Beispiel: Im Greenkeeping erkennt ein eigens entwickelter GPT Rasenkrankheiten, indem einfach ein Smartphone über die Fläche gehalten wird.

Aus Workshops mit Mitarbeitenden heraus haben wir mit dem Fokus auf Produkte von OpenAI eine Vielzahl eigener Custom GPTs entwickelt, die exakt zu unseren Anforderungen passen. Sie arbeiten wie zusätzliche Teamkollegen, zuverlässig, schnell und rund um die Uhr. Für uns ist KI deshalb kein nettes Extra, sondern ein strategischer Hebel. Clubs, die KI klug nutzen, gewinnen Zeit, steigern Qualität und verschaffen sich einen echten Vorsprung. Nicht irgendwann, sondern jetzt."

Linus Lebugle, Leiter Business Development, VfL Wolfsburg
Claudio Demmer, Leitung Business Innovation, VfL Wolfsburg

Von Verwaltung über Personalgewinnung bis hin zur Spiel‑ und Trainingsoptimierung

"Künstliche Intelligenz kann Tennisvereine auf vielfältige Weise unterstützen und entlasten – insbesondere dort, wo ehrenamtlich Engagierte viel Zeit und Organisationsaufwand investieren. Durch automatisierte Prozesse bei der Platzbuchung, Mitgliederverwaltung oder Kommunikation (z.B. KI-generierte Berichte zu Liga-Spielen und Turnieren), werden Routineaufgaben reduziert, sodass Ehrenamtliche mehr Freiraum für das Vereinsleben und die persönliche Betreuung ihrer Mitglieder gewinnen.

Auch im Bereich der Personalgewinnung kann KI neue Wege eröffnen: Passende Aufgaben und Projekte können mit den Interessen, Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten der Mitglieder abgeglichen und so das Engagement gezielter und nachhaltiger gefördert werden. Darüber hinaus bietet KI im sportlichen Bereich wertvolle Unterstützung, etwa durch Trainings- und Spielanalysen, individuelle Entwicklungspläne oder intelligente Trainingsassistenten. 

KI sollte nicht nur als hilfreiches Zusatztool, sondern als strategisches Instrument verstanden werden, das Prozesse vereinfacht, Daten nutzbar macht und so Organisation, Sport und Ehrenamt im Verein langfristig stärkt."

Peter Mayer, Vorstand, Deutscher Tennis Bund

Analyse, Management & Fanbindung

"Künstliche Intelligenz (KI) bietet Sportvereinen enorme Chancen, sowohl auf als auch neben dem Spielfeld. Neben klassischen Einsatzmöglichkeiten im Clubmanagement kann KI vor allem in der Leistungsanalyse bei Trainings und im Spiel sowie bei taktischen Entscheidungen wertvolle Erkenntnisse liefern. Sie unterstützt den Staff bei der Auswertung von Spieldaten, kann im Scouting helfen und optimiert Abläufe in Ticketing, Gastronomie und Marketing. Damit entwickelt sie sich zum entscheidenden Werkzeug für datenbasierte Entscheidungen für Sportclubs.

Klar ist: Wer sich mit Leistungssteigerung, Kosteneffizienz und Fanprofiling befasst, wird künftig nicht ohne KI auskommen. Entscheidend bleibt jedoch der richtige Umgang mit den Daten und den errechneten Resultaten, nur wer relevante Informationen zielführend nutzt, schöpft das volle Potenzial der Technologie aus. Durch die Verbindung von KI mit bewährten Analysetools entsteht ein leistungsstarkes strategisches Werkzeug, das datenbasierte Entscheidungen im Management und tiefgehende Analysen im Livesport ermöglicht."

Anjo Urner, CEO, EHC KLOTEN SPORT

Mindset statt Tool

"Künstliche Intelligenz eröffnet Sportvereinen vielfältige, sehr konkrete Einsatzmöglichkeiten – von automatisierten Fan-Kommunikationen über datengetriebene Performance-Analysen bis hin zu optimierten Ticketing- und Sponsoring-Prozessen. Ob im Vertrieb, Marketing, Scouting, Controlling oder Service: KI kann repetitive Aufgaben übernehmen, Prognosen verbessern und Abläufe deutlich verschlanken. Die eigentliche Stärke liegt jedoch nicht in einzelnen Anwendungen, sondern im ganzheitlichen Verständnis ihrer Rolle in der Organisation.

Aus Sicht der Kölner Haie ist KI kein zusätzliches Tool, das „on top“ eingeführt wird, sondern ein grundlegendes Mindset-Thema. Während früher neue Software größere, komplexere Strukturen erzeugte, setzt KI genau dort an, wo Vereine heute stehen – sie vereinfacht, automatisiert und integriert Prozesse in der Tiefe. Deshalb sollte KI nicht als Add-on betrachtet werden, sondern als strategischer Bestandteil moderner Vereinsführung. Nur wenn Clubs KI als festen Baustein ihrer Arbeitsweise begreifen, entfaltet sie ihr volles Potenzial."

Torsten Pfennig, Geschäftsleiter Finanzen, Digitales & New Business, 1972 HAIE EISHOCKEY

Künstliche Intelligenz zieht sich durch alle Abteilungen

"Aus unserer Erfahrung mit einer zweistelligen Zahl an Vereinskunden und einem hohen Vereinsanteil unter den über 40 Mitgliedern des AI Sports Network zeigt sich klar: Künstliche Intelligenz ist ein horizontales Thema, das sich durch alle Abteilungen zieht – vom Vertrieb über Kommunikation, Marketing und Ticketing bis hin zu HR, Controlling und Verwaltung.

Neben vermeintlich attraktiveren Feldern wie Fan-Engagement oder Content-Produktion liegt der größte Mehrwert oft in den alltäglichen Prozessen, wo KI hilft, Zeitfresser und Engpässe zu reduzieren. Genau dort entstehen spürbare Effizienzgewinne und neue Freiräume für kreative oder strategische Aufgaben.

Gerade für ambitionierte, kleinere Vereine eröffnet KI zudem die Chance, strukturelle und personelle Ressourcennachteile auszugleichen und mit begrenzten Mitteln professioneller zu agieren. Entscheidend ist, KI nicht als kurzfristiges Tool oder Projekt, sondern als strategisches Kerninstrument zu verstehen – ein kontinuierlicher Lern- und Reifeprozess, der Strukturen, Entscheidungen und Arbeitsweisen im Verein nachhaltig prägt."

Philipp Ostsieker, Geschäftsführer, Transform Sports

Strategische und opportunistische Nutzung

"Der Einsatz von KI in einem Sportverein als zusätzliches, nützliches Hilfsmittel ist vielfältig. Wir fokussieren uns strategisch aktuell auf folgende Bereiche: B2C – Kommunikation; interne Prozesse Personal & Finanzen; interne Wissensdatenbank; Mediendaten; Archivdaten. Opportunistisch nutzen wir die neuen KI-Funktionen, welche unsere bestehende Softwarelieferanten neu anbieten. 
KI ist eine starke, technologische Weiterentwicklung und zu wichtig, um nicht strategisch und konzeptionell durchdacht zu werden. Wir haben eine KI-Strategie, welche ein Teil unserer Digitalstrategie ist. Ohne Digitalisierung gibt es keine Daten und damit keine KI.

Wir gehen das Thema KI auf 2 Ebenen an:

  • Opportunistisch: Lösungen unserer Softwarelieferanten in unseren bestehenden Applikationen nutzen; Selber Lösungen ausprobieren, Quick Wins.
  • Strategisch: In ausgewählten Fachbereichen gezielt nützliche KI-Lösungen einführen. Dies auf der Basis einer eigenen KI-Umgebung. Damit gewährleisten wir den Datenschutz und behalten den Überblick und die Kontrolle."

Reto Steffen, Leiter Digital, BSC Young Boys


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