Sport-Marketing.
15.10.2026 //


Sportleistungszentren strategisch planen: Was Vereine und Verbände beachten müssen
Wie plant man ein Sportleistungszentrum, das den unterschiedlichen Anforderungen von Profisport und Breitensport gerecht wird? SHA gibt Einblicke in die Entwicklung moderner Trainingszentren und zeigt auf, welche Aspekte bei der Planung, Nutzung und langfristigen Weiterentwicklung von Sportinfrastrukturen eine Rolle spielen.
Vertiefung am SPORT.FORUM.SCHWEIZ vom 2. und 3. November 2026 im KKL Luzern: SHA bringt seine Expertise mit zwei Beiträgen rund um die Planung und Zukunft moderner Sportinfrastrukturen ein.
Ein Verein oder Verband möchte ein eigenes Sportleistungszentrum entwickeln. Wie geht Ihr an die Aufgabe ran?
Wir beginnen nicht mit dem Gebäude, sondern mit dem Verein. Ein Breitensportverein braucht etwas anderes als ein Proficlub. Deshalb analysieren wir zunächst Strategie, Nutzer, Abläufe und Standort. Daraus entwickeln wir ein belastbares Raum- und Nutzungsprogramm, einen Masterplan mit Zukunftsszenarien und ein Bausteinkonzept, das schrittweise umgesetzt werden kann. So entsteht langfristige Investitionssicherheit.
SHA hat die Trainingszentren von Borussia Dortmund und RB Leipzig realisiert und plant zurzeit das neue Performance Center des FC Bayern Basketball sowie diverse Projekte in Wolfsburg, Bochum, Oberhausen und Karlsruhe. Welche Erkenntnisse aus diesen Projekten prägen eure heutige Arbeit?
Die zentrale Aufgabe ist immer die Balance zwischen Öffentlichkeit und Konzentration, zwischen Durchlässigkeit und Rückzug. Vereine leben von Sichtbarkeit und Identifikation. Leistungssport aber braucht geschützte Räume. Gute Trainingszentren machen beides möglich – und schaffen zugleich Perspektiven: Ein Nachwuchsspieler muss spüren können, wohin sein Weg führen kann. Hinzu kommen die zunehmende Professionalisierung des Nachwuchses und das enorme Wachstum des Frauenfußballs.
Wie übersetzt Ihr die Anforderungen von Profis, Nachwuchs, Trainern, Medizin und Leistungsdiagnostik in Räume und Abläufe?
Wir denken in User Journeys und Funktionsketten und entwickeln unsere Gebäude von innen nach außen. Entscheidend ist zu verstehen, wer welche Bereiche wann und wie nutzt. Daraus entstehen kurze Wege, optimierte sportliche und medizinische Abläufe und sinnvolle Synergien. Gleichzeitig vermeiden wir unnötige Doppelstrukturen und fördern bewusst die Zusammenarbeit zwischen Disziplinen und Abteilungen.
Wie bleibt ein Sportleistungszentrum langfristig flexibel und wirtschaftlich, wenn sich Trainingsmethoden, Technik und Teamstrukturen verändern?
Zukunft lässt sich nicht exakt vorhersagen – deshalb muss Architektur anpassungsfähig sein. Wir setzen auf flexible Grundrisse, modulare Strukturen, Erweiterungs- und Ausbaureserven und technologisch nachrüstbare Flächen. Gerade in stark wachsenden Bereichen wie dem Frauenfußball oder Basketball lohnt sich der Blick auf bereits hochprofessionalisierte Systeme. Ein gutes Leistungszentrum muss sich über Jahrzehnte weiterentwickeln können.
Eure Broschüre steht unter dem Titel „Wir machen Sportstätten in jeder Liga“. Was zeichnet ein gutes Sportleistungszentrum aus, unabhängig von Sportart und Leistungsniveau?
Im Kern geht es immer um dasselbe: ein leistungsförderndes Ökosystem für Menschen und Organisationen zu schaffen. Leistung, Gesundheit und Regeneration müssen optimal zusammenspielen. Größe, Ausstattung und Komfort können je nach Niveau skalieren – die Qualität des Konzepts nicht. Für uns ist dabei Angemessenheit entscheidend: wirtschaftlich, nachhaltig, identitätsstiftend und ohne Geld an falscher Stelle zu verschwenden.
Mehr Einblicke in die Sportstätten von Scheffler Helbich Architekten (SHA)
Broschüre «Wir machen Sportstätten in jeder Liga»
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Patrick Achberger (Teamleitung Kongresse)
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Web: www.esb-online.com










