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04.11.2024

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„Wir werden sämtliche Fan-Rekorde im Schweizer Frauen-Handball brechen“

Vom 28. November bis 3. Dezember finden 12 Partien der WOMEN’S EHF EURO 2024 in der Basler St. Jakobshalle statt. Das Turnier organisiert der Schweizerische Handball-Verband (SHV) zusammen mit Österreich und Ungarn. Pascal Jenny ist seit 2022 Zentralpräsident des SHV.

Pascal Jenny, wo sind Sie am Freitagabend, 29. November anzutreffen?

Ich bin in Basel und bejuble in einer hoffentlich ausverkauften St. Jakobshalle den ersten Sieg des Schweizer Frauen-Nationalteams an einer EM überhaupt. Zum Start duellieren wir uns mit den Färöer Inseln – zwei Punkte würden dem Turnier einen zusätzlichen Schub verleihen.

Handball kann zuschauermässig mit den ganz grossen Team-Sportarten wie Fussball oder Eishockey nicht mithalten. Wie viele Fans erwarten Sie an dieser Frauen-EM?

Wir werden sämtliche Fan-Bestmarken im Schweizer Frauen-Handball brechen. Die 3124 Zuschauer*innen bei der EM-Generalprobe in Basel vor rund 18 Monaten bedeuten momentan noch Rekord. An den drei Spieltagen der Schweizerinnen erwarten wir aber ein ausverkauftes Haus und über 5'500 Fans. Für die Partien am Freitag gegen die Färöer und am Sonntag gegen Dänemark sind nur noch wenige Tickets im Verkauf. Auf die Schweiz wartet ein wahres Handball-Fest!

Wie sieht es an den Spieltagen ohne Schweizer Beteiligung aus? Ist man beim Verband zufrieden mit dem bisherigen Vorverkauf?

Wenn wir finanziell erfolgreich sein wollen, benötigen wir eine 100-prozentige Ticketauslastung der drei Schweizer Spieltage. An den anderen drei Spieltagen sind die Weltmeisterinnen und Vize-Olympiasiegerinnen aus Frankreich, sowie Spanien, Portugal und Polen zu sehen. Für diese Spieltage benötigen wir eine Auslastung von mindestens 40 Prozent. So kämen wir finanziell in Richtung einer schwarzen Null. Bislang sind rund 16'000 der rund 27'000 Tickets abgesetzt, besonders an den Frankreich-Spieltagen gibt es noch Luft nach oben. Deshalb werben wir nun insbesondere auch im Elsass und im handball-begeisterten Süddeutschland.

Was erwartet die VIP-Gäste Ende November und anfangs Dezember in Basel?

Wir bieten zwei Hospitality-Kategorien mit einem speziellen Themen-Rahmenprogramm an. Die Plattformen sind ideal für die Durchführung exklusiver Kunden- und Mitarbeiterevents in einer entspannten Atmosphäre. Wir positionieren die VIP-Angebote nicht nur für die klassische Kundenpflege oder für Private, sondern auch als besonderer Weihnachtsanlass für Unternehmen, Freunde und natürlich Familien.

Wie schwierig ist die klassische Sponsoring-Vermarktung der Heim-EM?

Das klassische Sponsoring ist für uns sehr schwierig, denn die meisten und lukrativsten Vermarktungsrechte liegen beim europäischen Handball-Verband, respektive der Infront. Uns bleiben im Sponsoring nur die Vermarktung der nationalen Sponsorenrechte, in einem sehr eingeschränkten Rahmen. Auch TV-Präsenz können wir unseren Sponsoren nicht geben, weder auf dem Spielfeld, an dessen Rand noch auf der Spielerinnenbekleidung. So sind wir auf Einnahmen aus dem Ticketverkauf, öffentliche Geldner und «National Supplier» angewiesen.

Wie viele National Supplier konnten dann gewonnen werden?

Insgesamt sechs. Zu den bestehenden nationalen EM-Partnern zählen das IT-Unternehmen UMB, die im Schweizer Handball seit Jahren engagierte Versicherung Mobiliar, die Krankenkasse CONCORDIA, der Autopartner Mitsubishi, der Ringier-Konzern mit «Blick» und Basel als Host City.

Die Organisation dieser Frauen-EM bedeutet einen grossen Kraftakt für den Verband und ein finanzielles Risiko. Warum hat man dieses Turnier mit Österreich und Ungarn in die Schweiz geholt?

Wir haben uns vor einigen Jahren entschieden, den Frauen-Handball bewusst zu fördern. Seither hat sich viel getan. Seit Sommer 2020 ist die CONCORDIA Handball Akademie in Cham eröffnet, die besten Talente des Landes werden dort gefördert. Mit den Juniorinnen Nationalteams haben wir uns stark verbessert, diesen Sommer wurden wir gar U16-Europameisterinnen. Die Heim-EM dient nun dazu, diesen Weg konsequent weiter zu gehen. Zum einen möchten wir so den Leistungssport stärken, mit dem Fernziel Olympia-Teilnahme. Zum anderen haben wir im SHV das Ziel, nach der EM innerhalb von zwei bis drei Jahren bei den Frauen zusätzlich mindestens 3500 Lizenzierte gewinnen zu können. Hierzu soll uns die erhöhte Aufmerksamkeit des Frauenhandballs durch die EM helfen, sowohl qualitativ als auch finanziell. Letzteres durch den Aufbau von langfristigen Partnerschaften über die EM hinaus.

Zum Abschluss. Was traut der Zentralpräsident seinem Frauen-Nationalteam sportlich zu an der Heim-EM in Basel?

Wir spielen wie erwähnt in einer Vierergruppe gegen die Färöer, Dänemark und Kroatien. Die beiden Erstplatzierten der Gruppe kommen in die Hauptrunde und würden nach Wien fliegen. Läuft es nach Papier kommt es zu einem Duell mit den Kroatinnen um Rang 2. Mit unseren fantastischen Fans im Rücken können wir diese Überraschung durchaus schaffen, davon bin ich überzeugt. Dem Schweizer Handball stehen grosse, emotionale Abende in Basel bevor!


Kontakt

Schweizerischer Handball-Verband
Raphael Bischof (Leitung Kommunikation)
E-Mail: raphael.bischof@handball.ch
Web: www.handball.ch

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