TOURISMUS-MARKETING.
06.08.2026


Slow Tourism: Zeit für echte Erlebnisse
Diese Art von Tourismus steht für bewusstes Reisen, bei dem nicht die Anzahl der Erlebnisse, sondern deren Qualität im Mittelpunkt steht. Destinationen setzen dabei auf Natur, Regionalität, Authentizität und Angebote, die Gästen Raum für Entdeckung und Erholung geben. Dieser Inside-Artikel beleuchtet, wie unterschiedliche Regionen das Thema interpretieren und welche Rolle entschleunigte Reiseerlebnisse in der Destinationsentwicklung spielen.
Slow Tourism: Weniger Tempo, mehr Zürich
Slow Tourism spielt eine zentrale Rolle in unserer Strategie. Unsere Mission ist es, Zürich als nachhaltige und lebenswerte Premium-Destination mit Ferienqualität zu positionieren. Genau hier setzt Slow Tourism an: Es steht für Entschleunigung, echte Begegnungen und ein bewusstes Erleben der Stadt, statt Highlights im Eiltempo abzuklappern.
Konkret bieten wir auch geführte Spaziergänge und E-Bike-Touren abseits der Hauptattraktionen, die Quartiere wie Wiedikon oder Zürich-West mit ihrer lokalen Gastronomie und Kultur erlebbar machen. Wir kommunizieren Erlebnisse rund ums Wasser, das im Sommer eine zentrale Rolle im Zürcher Alltag spielt, sowie Angebote, die öffentlichen Verkehr und Velo als bewusst langsame Fortbewegungsmittel ins Zentrum stellen. Die Zürich Card, der beliebte Städtepass, eröffnet einen einfachen Zugang zum vielseitigen Erlebnisangebot der Stadt. Auch das Porträtieren lokaler Produzent:innen folgt diesem Gedanken und spricht ein Publikum an, das Substanz vor Oberfläche schätzt. Wir nennen sie die «Conscious Connoisseurs».
Auch Gäste von Sport- und Grossanlässen gehören zu dieser Zielgruppe. Hier liegt ungenutztes Potenzial, das wir gemeinsam mit Veranstaltern erschliessen möchten: Statt die Destination nur als Austragungsort zu positionieren, laden wir Besucher:innen gezielt dazu ein in die Host City einzutauchen. So wird aus dem reinen Eventbesuch ein verlängerter, ganzheitlicher Aufenthalt mit höherer Wertschöpfung und stärkerer emotionaler Bindung an Stadt und Event.
Von Janine Rupf, Head of Marketing, Zürich Tourismus
Alpenhotel Tyrol am Achensee als offizielles Slow Travel Hotel
Wir alle kennen das: Einfach mal raus. Ruhe. Abschalten. Die Lautstärke runterfahren und der hektischen Welt für ein paar Tage entfliehen. In Tirol haben wir einige Rückzugsorte, an denen das besonders gut gelingt.
Unsere Themenstudie Nachhaltigkeit zeigt: „Urlaub in Ruhe" und „Natur als Abstand zum Alltag" zählen zu den Hauptmotiven nachhaltigen Reisens für alpenurlaubsaffine Gäste. 84 Prozent können sich eine umweltfreundliche Anreise grundsätzlich vorstellen, rund die Hälfte nimmt dafür sogar bis zu zwei Stunden längere Reisezeiten in Kauf. Genau hier sehen wir Anknüpfungspunkte zu Slow Tourism – für uns immer eng verknüpft mit regenerativem Tourismus: Während Slow Travel die Art des Reisens beschreibt, ist regenerativer Tourismus das übergeordnete Ziel, dem Slow Travel zuarbeitet. Unsere Ansatzpunkte liegen dabei vor allem bei Natur und Mobilität – etwa mit Inhalten auf Website und Social Media zu „Die schönsten Orte zum Abschalten“, „Slow Shoeing – entspanntes Schneeschuhwandern“ oder ganz allgemein kulinarische Wanderungen, abgelegene Berghütten und die entschleunigte Anreise mit der Bahn.
Slow Tourism funktioniert aus unserer Sicht vor allem dort, wo einzelne Tiroler Täler bewusst darauf setzen – allen voran das Kaunertal, Osttirol/Villgratental und das Lechtal mit seinen Auszeitdörfern, ergänzt durch Betriebe wie das Alpenhotel Tyrol am Achensee, offizielles Slow Travel Hotel®. Diese Vielfalt macht das Thema glaubwürdig statt beliebig.
Nicole Ortler, Leiterin Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit, Tirol Werbung
Der Slow-Club schafft sonntags Raum für Kultur ganz ohne Eile
Slow Tourism bedeutet für uns: weniger Tempo, mehr Erlebnis. Er spielt in der Weiterentwicklung unserer Destination eine wichtige Rolle. Die Region St.Gallen-Bodensee verbindet Stadt, Natur und Bodensee auf engem Raum – ideale Voraussetzungen, um bewusst zu reisen und länger zu verweilen.
Das zeigt sich in ganz unterschiedlichen Angeboten: Die Drei Weieren oder der Wildpark Peter & Paul bieten Entschleunigung mitten in der Natur, der Slow-Club schafft sonntags Raum für Kultur ganz ohne Eile. Wer die Region aktiv und gleichzeitig entspannt entdecken möchte, findet mit dem Bodensee-Radweg oder einer Schifffahrt auf dem Bodensee passende Möglichkeiten.
Damit sprechen wir zunehmend Gäste an, die Wert auf Authentizität, Nachhaltigkeit und Qualität legen – von aktiven Individualreisenden und Familien bis hin zu Kultur- und Genussreisenden. Gerade für Gäste aus der Schweiz und unseren Nahmärkten bietet Slow Tourism die Möglichkeit, unsere Region als nahegelegene Destination bewusst und intensiv zu entdecken – ohne lange Anreise und mit viel Zeit für echte Erlebnisse. Nicht zuletzt gilt das natürlich auch für die Bevölkerung, die ihre Region auf diese Weise immer wieder neu entdecken und erleben kann.
Slow Tourism ist für uns deshalb weniger ein einzelnes Produkt als eine Haltung: Zeit haben, bewusst erleben und die Region mit allen Sinnen entdecken.
Livio Götz, CEO, St.Gallen-Bodensee Tourismus

Slow Tourism beginnt dort, wo Zeit wieder wertvoll wird
Der Begriff Slow Tourism wird häufig mit Entschleunigung oder Langsamkeit verbunden. Für uns in Serfaus-Fiss-Ladis greift diese Definition jedoch zu kurz. Wir glauben nicht, dass Gäste möglichst wenig erleben möchten – sie möchten das Richtige erleben. Deshalb verstehen wir Slow Tourism als bewusste Entscheidung für Qualität statt Geschwindigkeit, für echte Begegnungen statt oberflächlicher Programmdichte und vor allem für gemeinsame Zeit.
Unsere strategische Ausrichtung basiert auf der Überzeugung, dass Zeit heute zum größten Luxus geworden ist. Gerade Familien verbringen im Alltag immer weniger ungestörte Momente miteinander. Im Urlaub möchten sie genau das zurückgewinnen. Deshalb schaffen wir Angebote, die Menschen zusammenbringen und Erinnerungen entstehen lassen – in der Natur, in den Bergen und ohne permanenten Zeitdruck.
Serfaus-Fiss-Ladis bietet dafür ideale Voraussetzungen. Über 500 Kilometer Wanderwege, Themen- und Erlebniswege, zahlreiche Kraftplätze, Bergseen, regionale Kulinarik sowie unsere verkehrsberuhigten Ortszentren laden dazu ein, die alpine Landschaft bewusst zu erleben. Gleichzeitig setzen wir auf eine hochwertige Infrastruktur, kurze Wege und nachhaltige Mobilitätslösungen, die unseren Gästen einen entspannten und komfortablen Aufenthalt ermöglichen. Auch unsere Veranstaltungen folgen diesem Gedanken: Sie sollen Menschen verbinden und gemeinsame Erlebnisse schaffen, anstatt möglichst viele Programmpunkte aneinanderzureihen.

Mit diesem Ansatz sprechen wir längst nicht mehr nur klassische Wanderurlauber an. Besonders Familien, aktive Genießer, Best Ager und zunehmend auch jüngere Generationen suchen bewusst nach authentischen Naturerlebnissen, Regionalität und echter Lebensqualität – ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen.
Slow Tourism ist für uns deshalb kein eigenständiges touristisches Produkt und kein kurzfristiger Trend. Er beschreibt vielmehr eine Haltung, die unsere gesamte Destinationsentwicklung prägt. Unser Ziel ist es nicht, unseren Gästen möglichst viele Erlebnisse anzubieten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, aus gemeinsamer Zeit bleibende Erinnerungen zu schaffen.
Denn am Ende sind es nicht die Termine im Kalender, an die man sich erinnert – sondern die Momente, die man gemeinsam erlebt hat.
Dir. Josef Schirgi, Geschäfsführung, Tourismusverband Serfaus-Fiss-Ladis
Die Schatzalp steht für Ruhe statt Hektik
Slow Tourism ist zwar nicht Teil der übergreifenden Positionierung von Davos Klosters, Nachhaltigkeit bildet jedoch einen wichtigen Pfeiler unserer Destinationsstrategie. Mit dem myclimate Klimafonds Davos unterstützen wir konkrete Massnahmen zur Reduktion der CO₂-Emissionen vor Ort. Gäste, Betriebe und Organisationen leisten gemeinsam Beiträge, die wiederum in lokale Nachhaltigkeits- und Klimaschutzprojekte investiert werden.
Gleichzeitig umfasst unser vielfältiges touristisches Angebot verschiedene Erlebnisse, die den Grundgedanken des Slow Tourism aufnehmen. Besonders konsequent verfolgt die Schatzalp diesen Ansatz: Als «Slow Mountain» steht sie für Ruhe statt Hektik und für ein bewusstes Bergerlebnis abseits von Geschwindigkeits- und Leistungsdruck. Gemütliches Skifahren auf Naturschnee, Winterwanderwege, Naturerlebnisse und die historische Atmosphäre des ehemaligen Sanatoriums prägen dieses Angebot.

Unser rund 700 Kilometer langes Wanderwegnetz, ruhige Seitentäler, Winter- und Schneeschuhwanderungen sowie Langlaufloipen ermöglichen es, Davos Klosters bewusst und aus eigener Kraft zu entdecken. Themenwege wie der Landschaftsweg Davos, der GWunderwald, der Zwergenweg oder der Gadäweg sowie die zwölf Lesebänke verbinden Bewegung mit Natur, Kultur und bewusstem Innehalten. Auch die Landwasserwelt vereint Bahnreisen, Wandern, Regionalität und das UNESCO-Welterbe der Rhätischen Bahn zu einem entschleunigten Erlebnis.
Damit sprechen wir insbesondere naturverbundene Individualreisende, Erholungssuchende, Kulturinteressierte und Gäste an, die bewusst reisen und sich intensiver mit einem Ort auseinandersetzen möchten.
Thomas Knecht, Leiter Marketing & Kommunikation, Destination Davos Klosters










