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19.03.2026


Hospitality-Trends 2026: Standardlösungen reichen nicht mehr
Bevor sich nächste Woche die Event- und Entertainment-Branche zum 10-jährigen Jubiläum von 360° ENTERTAINMENT in Andermatt trifft, richten wir den Blick vorab auf entscheidende Entwicklungen im Hospitality-Bereich. Dabei zeigen Experten aus dem Netzwerk, welche Trends den Markt aktuell prägen und warum standardisierte Angebote längst nicht mehr ausreichen, um Gäste und Partner nachhaltig zu begeistern.
Nachhaltige Mehrwerte rund um das Hospitality Erlebnis
Unsere Hospitality Angebote haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt und bewegen sich heute weg von reinen Standardpaketen hin zu modularen und zunehmend personalisierten Erlebnissen. Gäste erwarten mehr als einen hochwertigen Sitzplatz und gutes Catering. Sie wünschen sich eine Atmosphäre, die Emotionen, Individualität und echten Mehrwert verbindet. Deshalb setzen wir auf flexible Formate, die sich an unterschiedlichen Zielgruppen, Anlässen und Bedürfnissen orientieren.
In Mainz liegt ein besonderer Fokus auf Netzwerk Events rund um den Spieltag, aber auch bewusst außerhalb des Spieltags. Ziel ist es, unsere zahlreichen Partner miteinander zu vernetzen und über das reine Hospitality Erlebnis hinaus nachhaltige Mehrwerte zu schaffen. Entscheidend dafür ist die persönliche Betreuung und Nähe, die wir als Mainz 05 durch unsere Mitarbeitenden zu unseren Partnern leben.

Entlang der Customer Journey haben wir gezielt digitale Touchpoints geschaffen, etwa in der Kommunikation, im Service und in der Eventvorbereitung. Im Kern steht dabei immer der Fußball, den wir bewusst mit digitalen Elementen und dem persönlichen Erlebnis in Einklang bringen.
Christoph Kaufmann, Leiter Events & Hospitality, 1. FSV Mainz 05 e.V.
Differenzierungsmerkmal Exklusivität
Aus unserer Sicht entwickeln sich Hospitality-Angebote zunehmend in Richtung Exklusivität – nicht im Sinne von luxuriöser Verpflegung, sondern im Sinne eines einmaligen, aussergewöhnlichen Erlebnisses. Standardisierte VIP-Pakete haben ihre Berechtigung, doch der klare Trend geht zu personalisierten VIP-Erlebnissen mit Seltenheitswert. Beispiele wie die Sponsorenplattform direkt auf dem Hundschopf beim Lauberhornrennen oder eine exklusive Plattform hoch über dem Festivalgeschehen am Frauenfeld Open Air zeigen: Nähe zum Geschehen und eine besondere Perspektive schaffen emotionale Bindung.
Der Purpose von Hospitality liegt heute klar im Beziehungsaufbau. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Networking organisch entsteht und Community-Building langfristig gefördert wird – authentisch, nicht erzwungen. Digitale und hybride Komponenten spielen dabei eine unterstützende Rolle: zur Individualisierung, zur Verlängerung des Erlebnisses vor und nach dem Event sowie zur gezielten Vernetzung der Gäste. Entscheidend bleibt jedoch das physische Erlebnis vor Ort – es ist und bleibt der stärkste Anker.
Marcel Heim, Head of Events, NÜSSLI Schweiz

Zugeschnittene Erlebnisse für jede Zielgruppe
Standardisierte Pakete sind zwar einfacher in der Abwicklung, aus unserer Sicht jedoch zunehmend nicht mehr marktfähig. Deshalb setzen wir verstärkt darauf, für unterschiedliche Zielgruppen das jeweils passende Hospitality-Erlebnis zu entwickeln. Unsere Angebote werden entsprechend immer stärker differenziert. Dabei profitieren wir von den vielfältigen Räumlichkeiten und Kapazitäten in unseren Venues, die es uns ermöglichen, unterschiedliche Produkte anzubieten. Unser Ziel ist es, jedem Gast ein passendes Erlebnis zu bieten, sodass die jeweilige Veranstaltung von der Buchung bis zur Heimfahrt bestmöglich genossen werden kann.
Networking spielt dabei eine wichtige Rolle, da Hospitality-Bereiche einen idealen Rahmen für Austausch und Begegnung bieten. Gleichzeitig beobachten wir, dass immer mehr Marken diese Bereiche für ihre eigene Inszenierung nutzen. Im Rahmen von Veranstaltungen entstehen so Brand Events, bei denen Unternehmen in einem emotionalen Umfeld mit ihrer Community interagieren können. Digitale und hybride Komponenten spielen für unsere Hospitality-Angebote eine zunehmend wichtige Rolle. Ein Beispiel dafür ist unsere Event Mobility-Plattform und die Nutzung von WhatsApp-Kanälen, die wir erstmals bei den Ed Sheeran-Konzerten eingesetzt haben. Dadurch ermöglichen wir unseren Gästen personalisierte und interaktive Erlebnisse.
Nils Böringschulte, COO Brand Partnership & Hospitality, D.LIVE

Der richtige Rahmen für gewinnbringenden Austausch
Aus der Perspektive eines Vermarkters müssen sich Hospitality Angebote künftig stärker zu differenzierten Erlebnisformaten entwickeln. Klassische, standardisierte VIP Pakete bleiben wichtig als skalierbare Basis, doch gerade im Premiumsegment steigt die Nachfrage nach profilstarken, personalisierten Erlebnissen, die eine klare Geschichte erzählen. Ein gutes Beispiel ist die VDP Weinbar in der MEWA Lounge der MEWA Arena. Durch die Kooperation mit dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter entsteht ein hochwertiges, regional verankertes Hospitality Konzept, das Gästen mehr bietet als klassisches Stadion Catering und gleichzeitig eine starke Markeninszenierung ermöglicht.
Der zentrale Purpose von Hospitality liegt aus meiner Sicht darin, Beziehungen zu stärken und Netzwerke zu aktivieren. Räume wie die VDP Weinbar schaffen eine exklusive Atmosphäre, in der Businesskontakte entstehen, gepflegt und vertieft werden können. Abwechslungsreiche Eventformate können die Plattform Spieltag gezielt ergänzen, insbesondere wenn sie auf das bestehende Businessnetzwerk zugeschnitten sind. Neben dem Erlebnis im Stadion entstehen so zusätzliche Anlässe für Austausch und Beziehungspflege. Dazu zählen unterschiedliche Networking Formate, sowohl im größeren Rahmen als auch in exklusiveren Rahmen, beispielsweise Reisen ins Trainingslager der Mannschaft, die Partnern besondere Einblicke ermöglichen und das Netzwerk über den Spieltag hinaus stärken.
Henrik Tewes, Teamleiter beim 1. FSV Mainz 05, Infront

Echte Begegnung und Erlebnisse stiften – auch abseits des Spieltags
Hospitality muss sich vom „guten Catering in bester Lage“ zur eigenständigen Erlebnisplattform entwickeln, die Marke, Raum und Dramaturgie konsequent zusammenführt. Standardisierte Pakete sind sinnvoll, um im Einstiegssegment Reichweite und ein verlässliches Grundrauschen zu erzeugen – entscheidend ist aber eine übergeordnete Leitidee, die im Premium/VIP-Bereich personalisiert, emotional inszeniert und entsprechend bepreist wird.
Der Purpose ist klar: Begegnung stiften. Wer als Unternehmer investiert, erwartet mehr als gutes Essen – echte Networking- und Community-Momente, die Partnerschaften anbahnen und Loyalität aufbauen. Digitale und hybride Komponenten sind dabei Enabler: Sie vereinfachen Kommunikation, Orientierung, Ticketing und Informationsvermittlung und machen Räume flexibel bespielbar. Sie dürfen das Erlebnis nicht überlagern, sondern den emotionalen Kern stärken. So steigt die Differenzierung – und damit die Monetarisierung – unabhängiger vom Spiel- oder Saisonverlauf.
Für alle, die tiefer einsteigen möchten: Der Steilpass-Workshop Hospitality Next Level wird ESB‑Mitgliedern zum exklusiven Netzwerkpreis angeboten.
Buchung und weitere Informationen
Jens Leonhäuser, Geschäftsführer, Steilpass

Warum Hospitality mehr Tiefgang braucht
Hospitality entwickelt sich rasant weiter – Standard-Angebote bleiben zwar relevant, der Trend aber klar zu kuratierten VIP-Formaten, die Exklusivität mit persönlicher Relevanz verbinden. Gäste wollen Nähe, Authentizität und Storytelling statt austauschbarer Logenromantik (oder manchmal auch Tristesse). Auch wenn Hospitality in der Breite noch als Plattform für Networking und Community-Building existiert, rückt die Markeninszenierung immer stärker in den Fokus. Gerade bei Mega-Events reicht das reine „Wine and Dine“ Erlebnis, das Rechtehalter oftmals standardmäßig anbieten, nur noch vordergründig.
Echter Mehrwert entsteht, wenn Clubs, Veranstalter und Venues Hospitality als kuratiertes Erlebnis gestalten, das Gäste aktiv einbindet und echte Nähe zur Marke schafft. Gerade für Partner wird Hospitality dann wertvoll, wenn sie nicht nur sichtbar sind, sondern in relevanten Momenten Teil der Story werden. Am Ende bleiben es das Erlebnis und die Geschichte, die man mit nach Hause nimmt, und nicht der besondere Schluck aus dem Champagner Glas.
Dennis Trautwein, Head of Experiences Europe, Octagon

Menschen erlebnisorientiert zusammenbringen
Hospitality wird noch immer oft wie ein Upgrade verkauft: bessere Plätze, besseres Essen, vielleicht ein VIP-Badge. Das greift mir zu kurz. Menschen kommen nicht wegen eines Pakets. Sie kommen wegen anderer Menschen. Gute Hospitality schafft Situationen, in denen Gespräche entstehen, neue Kontakte geknüpft werden und aus einem Abend plötzlich eine echte Beziehung wird.
Ob ein Angebot standardisiert oder personalisiert ist, ist dabei fast zweitrangig. Entscheidend ist, ob jemand den Raum bewusst gestaltet. Wer Hospitality als Produkt denkt, verkauft Fläche. Wer sie als kuratiertes Erlebnis versteht, baut Netzwerke und Communities.
Gerade im digitalen Zeitalter wird diese physische Begegnung noch wertvoller. Digitale Tools können helfen, Menschen vorab zu vernetzen oder Gespräche über den Event hinaus weiterzuführen. Aber der eigentliche Moment entsteht immer noch im Raum. Wenn zwei Menschen ins Gespräch kommen, die sich sonst nie begegnet wären. Genau dort beginnt der eigentliche Wert von Hospitality.
Nicolai Squarra, Host | Partner, JED Events











