Veranstaltungen managen.
01.10.2026


Events mit begrenztem Budget: Kreativität, Prioritäten und Kooperationen
Wie lässt sich mit einem begrenzten Eventbudget eine Veranstaltung gestalten, die trotzdem Wirkung erzielt? Eine Budgetkürzung von 20 Prozent stellt Veranstalter vor die Frage, wo sich Kosten reduzieren lassen und welche Elemente für die Qualität und Wirkung eines Events entscheidend bleiben. Dazu haben wir Experten aus dem ESB Netzwerk befragt. Dabei geht es unter anderem um Priorisierung, kreative Lösungen, Wiederverwendung und Kooperationen – und um die Frage, welche Momente Gästen und Marken nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Weniger Fläche, mehr Wirkung
Wir erleben es bei fast jedem Projekt: Wirkung entsteht selten durch mehr Fläche, sondern durch einen klaren Fokus. Bei knappen Budgets setzen wir deshalb auf ein starkes Herzstück – eine Inszenierung, ein interaktives Element oder einen Raum, in dem die Gäste etwas erleben statt nur betrachten. Licht, Dramaturgie und Szenografie verändern eine Standardfläche oft stärker als teure Sonderbauten. Für Outdoor-Events greifen wir gerne auf die Eventbauten aus unserem messerli-to-go-Sortiment zurück: Sie sind in Miete erhältlich und lenken das Budget dorthin, wo es sichtbar wird. Unser eigener Auftritt am SCHWEIZER MARKENKONGRESS 2026 ist dafür ein gutes Beispiel.
Wird ein Budget kurzfristig um 20 Prozent gekürzt, gehen wir immer gleich vor. Zuerst fällt alles weg, was keine Botschaft trägt: Dekoration ohne Aussage, Give-aways und Sonderanfertigungen, die sich durch bestehende Elemente ersetzen lassen. Nicht verhandelbar sind für uns Sicherheit, Technik, die Qualität der Gastgeberschaft und der eine Moment, an den sich die Gäste erinnern sollen. Wer dort kürzt, spart genau an dem, weshalb das Event überhaupt stattfindet.
Kooperationen und Bartergeschäfte funktionieren aus unserer Erfahrung dann, wenn beide Partner ein echtes Interesse an derselben Zielgruppe haben. Die Grenze liegt dort, wo Sachleistungen die Markenführung verwässern oder die Verbindlichkeit fehlt. Ein Barter-Deal braucht dieselbe Klarheit bei Leistung, Termin und Qualität wie ein bezahlter Auftrag – sonst wird er am Ende teurer als gedacht.
Juri Camagni | CMO | Andreas Messerli AG

Smarte Planung statt Baukörper der Superlative
Wenn das Eventbudget begrenzt ist, setzen wir nicht automatisch auf mehr Ausstattung, sondern auf eine klare Idee und konsequente Prioritäten. Aus unserer Erfahrung kann eine klare Formatentscheidung mehr bewirken als aufwendige Dekoration: etwa ein kompakteres Programm mit einem prägnanten Höhepunkt, einer guten Dramaturgie und einer Fläche, die wir mit Licht gezielt und flexibel bespielen. Damit bleibt das Erlebnis im Mittelpunkt, ohne dass wir an mehreren Stellen zugleich investieren müssen.
Wenn das Budget kurzfristig um 20 Prozent gekürzt wird, prüfen wir zuerst ganz genau, welche einzelnen Zusatzleistungen und dekorativen Elemente für das Veranstaltungserlebnis nicht entscheidend sind. Sicherheit, verlässliche Abläufe, gute Orientierung und die Qualität der zentralen Inhalte würden wir dagegen nicht antasten – etwa Ton und Sicht bei einem Bühnenprogramm. Einsparungen, die Ablauf oder Wahrnehmung der Gäste beeinträchtigen, können am Ende teurer werden als die Kürzung.
Kooperationen funktionieren aus unserer Sicht dann gut, wenn sie zur Zielgruppe und zum Konzept passen – etwa Sachleistungen, gemeinsame Kommunikation oder die Einbindung eines passenden Partners. Wichtig ist uns, den Gegenwert realistisch einzuschätzen. Denn auch Abstimmung, Rechte, Lieferfähigkeit und zusätzlicher Aufwand haben ihren Preis. Barter kann ein Budget sinnvoll ergänzen, aber keine solide Planung ersetzen.
Marco Dröge | Director Sales Corporate Events | D.LIVE
Eine starke Geschichte braucht kein grosses Budget
Wenn Budgets begrenzt sind, erzielen nicht die teuersten Installationen die grösste Wirkung. Entscheidend ist eine starke Leitidee mit einem klaren roten Faden, die Menschen emotional anspricht und aktiv einbindet. Gutes Storytelling, überraschende Mitmach-Momente oder ein erlebbares Exponat schaffen oft mehr Aufmerksamkeit als aufwendige Dekorationen oder reine Technik-Spektakel. Besuchende erinnern sich an Gefühle, Erlebnisse und Geschichten. Dort entsteht nachhaltige Wirkung, Gesprächsstoff und im besten Fall auch die Bilder, die über das Event hinaus in Erinnerung bleiben.
Da wir Strategie, Konzeption, Szenografie und Umsetzung aus einer Hand entwickeln, arbeiten wir von Anfang an effizient und budgetbewusst. Viele Abstimmungswege entfallen und Ressourcen können gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den grössten Mehrwert schaffen.
Wird ein Budget kurzfristig gekürzt, prüfen wir zuerst Elemente, die zwar Kosten verursachen, aber wenig zur eigentlichen Wirkung beitragen. Dazu gehören Aufwände, die primär intern sichtbar sind und für Gäste kaum einen Unterschied machen oder Nice-to-have-Elemente im Rahmenprogramm. Nicht verhandelbar sind hingegen die Leitidee, ein starkes Konzept, emotionale Höhepunkte und die Qualität der Inszenierung. Menschen erinnern sich nicht an die Anzahl Scheinwerfer oder Quadratmeter Dekoration, sondern daran, wie sich ein Live-Moment angefühlt hat. Unsere Aufgabe in der Kreation ist es deshalb, auch mit weniger Mitteln die gewünschte Wirkung zu erzielen. Wirkung entsteht nicht durch ein grosses Budget, sondern durch Relevanz, Kreativität und eine starke Geschichte.
Michèle Meier | Leiterin Kreation | Olma Messen St.Gallen AG
Das teuerste Wort im Eventmanagement ist "trotzdem" – "trotzdem alles dabeihaben wollen"
Wer bei kleinerem Budget einfach nur weniger von allem macht, verliert. Wirkung entsteht, wenn man sich für ein starkes Konzept entscheidet – und das dann konsequent durchzieht. Bei der Kress Händlertagung haben wir genau das gemacht: ein Konzept entwickelt und an zwei Standorten – München und Magdeburg – umgesetzt, inklusive Setdesign und Deko-Elementen, die wir für beide Orte weiterverwenden konnten. So sparen wir Zeit und Kosten in der Planung.
Auch Nachhaltigkeit hilft beim Sparen: Statt Einweg-Deko zu kaufen, setzen wir auf wiederverwendbare Elemente oder lassen die Gäste selbst mit anpacken – zum Beispiel in einem Upcycling-Workshop, bei dem das Team aus recycelten Materialien eigene Deko-Objekte baut. Das spart Budget, sorgt für Gesprächsstoff und bringt das Team gleichzeitig zusammen.
Muss das Budget kurzfristig um 20 % runter, sparen wir zuerst dort, wo es niemand sieht – bei zusätzlicher Deko, doppelter Technik oder überflüssigen Programmpunkten. Nicht gespart wird bei Gastfreundschaft, gutem Essen und dem Highlight des Abends, zum Beispiel dem Gala-Dinner mit Live-Musik.
Kooperationen funktionieren gut, wenn beide Seiten etwas davon haben – etwa, wenn ein Hotel günstigere Konditionen gibt und dafür als Veranstaltungsort genannt wird. Schwierig wird es, wenn ein Partner nur Sachleistungen erwartet, ohne selbst etwas beizutragen, oder wenn die Abstimmung mehr kostet, als man spart.
Ellen Kamrad | Geschäftsführerin | Menschen • Emotionen • Erlebnisse

Nicht beim Einkauf sparen, sondern beim Konzept ansetzen
Wenn ein Eventbudget kurzfristig gekürzt wird, beginnt häufig sofort die Suche nach Möglichkeiten der Einsparungen. Günstigere Technik, weniger Dekoration, kleineres Catering und vieles offensichtles mehr. Ich halte das für den falschen Reflex. Denn so produzieren wir am Ende oft denselben Event, nur schlechter. Budgeteffizienz entsteht für mich nicht primär im Einkauf. Sie entsteht im Konzept. Ich frage ich deshalb zuerst, welche zwei oder drei Momente sollen bei den Menschen tatsächlich etwas auslösen? Was bleibt im Kopf? Worüber wird am nächsten Tag gesprochen? Dort darf die Qualität nicht sinken. Alles andere muss sich seine Berechtigung verdienen.
Gleichzeitig versuchen ich, vorhandene Ressourcen nicht als Einschränkung, sondern als kreative Assets zu betrachten. Bei unseren Projekten für das Landquart Fashion Outlet nutzen wir beispielsweise immer wieder bestehende Gegebenheiten, Markenpartnerschaften und unterschiedliche Kommunikationskanäle als Teil der Idee. Selbst eine Baustelle wurde nicht aufwendig kaschiert, sondern bewusst zur Kulisse einer Fashion-Inszenierung. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst wenig auszugeben, sondern eine Idee zu entwickeln, bei der dasselbe Investment an mehreren Stellen Wirkung entfaltet.
Genau darin liegt für mich ein oft unterschätzter Hebel: Ein Event, der nur am Abend selbst Wert erzeugt, schöpft sein Investment heute nicht aus. Live Experience, Content, PR, Markenkommunikation und Kunden- oder Mitarbeiterdialog sollten nicht nacheinander gedacht werden. Wenn sie bereits in der Konzeption zusammenspielen, arbeitet dasselbe Budget mehrfach.
Auch Kooperationen sind deshalb keine reine Sparmassnahme. Ein guter Partner bringt etwas ein, das Budget allein kaum kaufen kann: Zugang zu einer Community, Glaubwürdigkeit, Reichweite, Content oder eine besondere Experience. Wo Barter lediglich eine Budgetlücke stopft, wird er schnell zum Kompromiss für die Marke.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger fragen: «Wo können wir sparen?» Die interessantere Frage für mich lautet: «Wo arbeitet das Budget noch nicht hart genug für unsere Kunden?»
Patrick Friess | Head of Strategy & Brand Experience | Time Change

Kunst ist, wenn man nichts mehr weglassen kann
In Zeiten knapper Budgets gibt es keine Standard-Rezepte. Die wahre Kunst liegt nicht im Streichen von Posten, sondern in der bewussten Fokussierung: Wenn eine Organisation z.B. Individualisierung und Partizipation als wichtige Bestandteile der Live-Kommunikation für sich identifiziert hat, dann lohnt es hier Ideen aus dem Konzept zu "entrümpeln", die nicht auf diese Ergebnisse einzahlen.
Als Entertainment-Anbieter erleben wir genau hier die grösste Wirkung: Müssten wir bei einem Event das Budget um 20 % kürzen, sparen wir an austauschbarem Dekor oder technischem Over-Engineering – aber niemals an der emotionalen Bindung zum Publikum. Statt auf teure, anonyme Show-Effekte von der Stange zu setzen, investieren wir in intelligente Formate, die die Gäste aktiv einbinden.
In der Praxis heisst das für uns: Wir entwickeln z.B. massgeschneiderte Musik- und Interaktionskonzepte, bei denen das Publikum den Ablauf mitgestaltet und Künstler direkt auf die Gäste eingehen. Wenn Menschen selbst Teil der Inszenierung werden, entsteht eine Intimität und Wertigkeit, die riesige Bühnenbauten mühelos ersetzt. Auch Kooperationen funktionieren dann am besten, wenn Partner nicht nur Logos platzieren, sondern Teil dieses gemeinsamen Erlebnisses werden. Am Ende erinnern sich Gäste nicht an das Budget, sondern an das Gefühl, gemeint und überrascht worden zu sein.
Sascha Poddey | CEO | music4friends | entertainment GmbH

Lieber ein Highlight konsequent inszenieren als überall sparen
Für mich entsteht Wirkung durch ein starkes Gesamtkonzept. Ein Motto oder eine Leitidee zieht sich über Farben, Formen und Gestaltung konsequent durch das Event – von der Fotowand über Tischdekoration und Bühne bis zum Screen-Content. Bei Ehrungsveranstaltungen können beispielsweise die Namen der Auszuzeichnenden bereits im Get-together als „Hall of Fame“, auf Screens oder Tischen sichtbar werden. So entsteht mit überschaubarem Budget ein durchgängiges Erlebnis und echte Wertschätzung.
Wenn das Budget kurzfristig um 20 Prozent sinkt, sollte nicht pauschal bei jedem Gewerk gekürzt werden. Vielmehr lohnt sich die Frage: Wo erreiche ich die gleiche Wirkung mit einer anderen Lösung? Statt eines internationalen Acts kann ein hochkarätiger nationaler Künstler oder eine starke Live-Band die gewünschte Emotion erzeugen. Sonderbauten, Dekoration, Give-aways oder einzelne Programmpunkte würde ich ebenfalls hinterfragen. Nicht sparen würde ich an Sicherheit, professioneller Technik und qualifiziertem Personal. Lieber ein Element konsequent streichen, als überall Qualität zu verlieren.
Auch Kooperationen und Sachleistungen können bei knappen Budgets wertvoll sein – vorausgesetzt, sie passen zum Veranstaltungsformat. Hotels können beispielsweise Veranstaltungsflächen und Konditionen einbringen und profitieren von Zimmerauslastung und zusätzlicher Sichtbarkeit. Bei Award-Abenden können passende Produktpartner Ehrungsgeschenke stellen, bei Business-Events Speaker hochwertige Inhalte gegen relevante Sichtbarkeit einbringen. Bei Charity-Events wie dem Pink Duck Race können Unternehmen Produkte, Dienstleistungen oder Reichweite beisteuern. Entscheidend ist immer ein echter Mehrwert für beide Seiten und die Teilnehmenden.
Beate Lech | Gründerin | BLUE Beate Lech Unique Emotions

Am Budget sparen, am Erlebnis festhalten
Ein knappes Eventbudget zwingt uns zu einer guten Frage: Was ist Gästen wirklich wichtig? Unsere Leitlinie ist, einen Moment zu schaffen, der bleibt, und alles darum herum konsequent zu vereinfachen. Das kann ein moderierter Austausch sein, bei dem Gäste genau die richtigen Menschen kennenlernen. Dafür braucht es keine aufwendige Bühne, sondern ein gutes Verständnis der Zielgruppe und persönliche Gastgeber.
Bei einer kurzfristigen Budgetkürzung um 20 Prozent würden wir deshalb zuerst Give-aways, Sonderdekoration und komplexe Umbauten hinterfragen. Beim Catering lieber die Auswahl verkleinern als die Qualität. Was bleiben muss, sind das inhaltliche Herzstück und eine mühelose Guest Journey: von der Einladung über die Anmeldung bis zum Check-in. Diese Grundlagen fallen auf, sobald sie fehlen. Unklare Informationen oder Warteschlangen machen persönliche Wertschätzung schnell zunichte. Genau dafür entwickeln wir evenito: Organisation automatisieren, damit Teams Zeit für ihre Gäste haben. Manuelle Mehrarbeit ist schliesslich keine echte Einsparung.

Zusätzlichen Spielraum schaffen Partnerschaften. In unserer eng vernetzten Eventbranche erleben wir selbst, welchen Wert ein fairer Austausch hat: Event-Eintritte als Gegenleistung eröffnen uns Kontakte, Sichtbarkeit und langfristige Beziehungen. Besonders wirksam sind Kooperationen, die geplante Kosten ersetzen und beiden Seiten echten Nutzen bringen. Dafür braucht es klare Vereinbarungen. Wenn Abstimmungen ausufern oder Partnerpräsenz das Gästeerlebnis dominiert, ist die Grenze erreicht.
Tobias Giger | CEO | evenito AG
Lieber ein Event streichen als alle schwächer machen
Ein begrenztes Budget muss nicht automatisch weniger Wirkung bedeuten. Für uns beginnt eine wirkungsvolle Eventplanung immer mit der Frage, was der Event konkret bewirken soll und welche Zielgruppe wir damit erreichen möchten. Geht es beispielsweise um die Wertschätzung und Bindung von Mitarbeitenden, die Pflege bestehender Kundenbeziehungen, die Gewinnung neuer Kontakte oder darum, eine Marke erlebbar zu machen? Diese Zielsetzung bildet die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen und zeigt auf, wo das vorhandene Budget gezielt eingesetzt werden muss, um möglichst viel Wirkung zu erzielen.
Ein gutes Beispiel dafür war das 200 Jahre Jubiläum der Mobiliar Wil und Flawil. Ursprünglich waren mehrere Events über das Jubiläumsjahr verteilt geplant. Aufgrund von Budgetkürzungen haben wir uns gemeinsam bewusst entschieden, einen Anlass mit vergleichsweise geringerer Wirkung ganz zu streichen, anstatt bei allen Events Abstriche zu machen. So konnten wir das Budget auf weniger, dafür wirkungsvollere Erlebnisse konzentrieren. Eines davon war eine Genusswanderung für rund 400 Gäste. Dabei wurden gezielt regionale Anbieter und Genussstationen eingebunden. Das entlastete nicht nur das Budget, sondern stärkte gleichzeitig die regionale Verankerung der Mobiliar und schuf ein authentisches Erlebnis für die Gäste.
Genau darin liegt für uns auch die Stärke guter Kooperationen. Sie funktionieren, wenn für beide Seiten ein echter Mehrwert entsteht und sie zur Marke, zur Zielgruppe und zur gewünschten Wirkung des Events passen. Die Grenze liegt dort, wo eine Partnerschaft nur aufgrund des Budgets entsteht und nicht zur Marke, zum Anlass oder zur Zielsetzung passt. Am Ende geht es nicht darum, möglichst viel für möglichst wenig Geld umzusetzen, sondern das vorhandene Budget möglichst wirkungsvoll einzusetzen.
Leandra Gmünder | Senior Account & Project Manager | migagentur

20 Prozent weniger Budget. Wie viel Idee bleibt übrig?
20 Prozent weniger Budget sind ein ziemlich guter Stresstest für eine Eventidee. Wenn die Wirkung proportional zum Budget schrumpft, war vielleicht zu viel Produktion und zu wenig Idee im Spiel. Bei einer Budgetkürzung würde ich deshalb nie anfangen, überall 20 Prozent wegzuschneiden. Zuerst muss klar sein: Was ist der eine Gedanke, der dieses Event trägt? Was sollen die Menschen erleben, fühlen oder weitererzählen? Genau dort darf die Qualität nicht leiden. Dafür kann an anderer Stelle auch etwas ganz verschwinden. Lieber ein starker Moment als fünf mittelmässige. Lieber eine einfache Inszenierung mit einer klaren Idee als viel Technik, die vor allem zeigt, dass viel Technik da ist. Kreativität bedeutet für mich nicht, mit wenig Geld möglichst viel hinzustellen. Sondern zu entscheiden, was es wirklich braucht und was eben nicht.
Auch Kooperationen können helfen. Aber nur, wenn sie einen echten Mehrwert für das Erlebnis schaffen. Ein kostenloses Produkt oder eine Sachleistung ist noch keine gute Partnerschaft. Wenn der Preis dafür zusätzliche Logos, unpassende Integrationen und aufwendige Abstimmungen sind, spart man vielleicht Geld, aber die Idee wird schlechter.
Ein begrenztes Budget kann wehtun. Aber es zwingt uns auch zu etwas, das jedem Event guttut: Prioritäten.
Laura Eberspächer | Chief Creative Officer | standing ovation

Kooperationen als langfristiger Hebel statt klassischer Barter
Bei begrenztem Budget kann eine smarte Raumplanung mit modularen Systemen mehr Wirkung erzielen als ein Baukörper der Superlative. Dabei stehen wir unseren Kunden gerne als Dienstleister und Berater zur Seite. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation lässt sich mit modularen und temporären Bauten und einer intelligenten Raumplanung viel Wirkung erzielen. Statt einen Baukörper maximal zu dimensionieren, können beispielsweise kleinere Annexe ergänzt oder mit gezielt eingesetzter Technik zusätzliche Touchpoints geschaffen werden – etwa mit einer LED-Grafik auf einem Dach.
Wenn eine Budgetkürzung im Raum steht, ist es aus unserer Sicht wenig effektiv den Baukörper an sich zu verkleinern. Die Hauptkosten entstehen weniger durch die reine Struktur als durch die damit verbundenen Dienstleistungen wie Aufbau, Transporte und Handling. Diese Kosten sinken nicht automatisch im gleichen Verhältnis.
Darüber hinaus lohnt es sich, die Kosten nicht isoliert nach einzelnen Gewerken zu betrachten, sondern als Gesamtblock. Wenn eigene Leistungen und die Leistungen weiterer Dienstleister gemeinsam betrachtet werden, lassen sich Synergien identifizieren und Gesamtlösungen entwickeln. Auch weitere Dienstleister können dabei zu Partnern werden und sich mit eigenen Leistungen in eine Veranstaltung einbringen. Dafür können individuellen Kooperationsvereinbarungen getroffen werden.
Der klassische Barter Deal hat meiner Meinung nach keine große Kraft mehr. Oft hören wir, dass Einladungen auf Veranstaltungen und Events aufgrund von Compliance-Regeln ausgeschlagen werden müssen oder klassische Marketingaktivitäten einen zu großen Streuverlust haben. Wenn das Budget eines Kunden gekürzt wird, setzen wir deshalb als Partner an und suchen gemeinsam nach Lösungen, die das Gesamtprojekt sinnvoll unterstützen. Wir möchten dabei integrative und langfristige Partnerschaften über unterschiedliche Veranstaltungen hinweg entwickeln. So kann aus einer Zusammenarbeit bei einer Veranstaltung beispielsweise eine weitere gemeinsame Geschäftsmöglichkeit entstehen. Entscheidend ist, dass die Partnerschaft über eine reine Budgetkompensation hinausgeht und für beide Seiten einen konkreten Mehrwert schafft.

Dabei ist auch das jeweilige Netzwerk wertvoll. Früher haben wir gesagt: „Von einer Veranstaltung kommt eine Veranstaltung.“ Heute können daraus dank unseres breiten Portfolios an temporären Lösungen und festen Installationen auch Projekte in anderen Bereichen und bei neuen Zielgruppen entstehen.
Sascha Langner‑Köhnlein | Prokurist | Losberger De Boer









