Marken managen.
17.07.2026
Der Shop stirbt – Warum Marken künftig für KI statt für Menschen verkaufen müssen
Marketing befindet sich im Umbruch. Neue Technologien, verändertes Konsumentenverhalten und die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz stellen bisherige Erfolgsrezepte infrage. Gemeinsam mit StrategyOne beleuchtet ESB in einer siebenteiligen Serie die wichtigsten Zukunftsthesen für Marken und Marketingverantwortliche.
Teil 3 zeigt, warum KI-Systeme und digitale Agenten den Onlinehandel grundlegend verändern und weshalb Marken künftig nicht nur Menschen, sondern auch künstliche Intelligenz überzeugen müssen.
Bisher erschienen:
- Teil 1 der Serie: Go Big or Go Home – Warum die Mitte für Marken zur Gefahr wird
- Teil 2 der Serie: KI macht Marken billiger – Warum KI-Synthetik das Markenprofil verwässert
Nach Teil 1, der die zunehmende Austauschbarkeit vieler Marken beleuchtete, und Teil 2, der den Einfluss von KI auf Markenprofile und Differenzierung thematisierte, richtet Teil 3 den Blick auf die Zukunft des digitalen Verkaufs.
Unter der These «Der Shop stirbt – der wichtigste Kunde von morgen ist nicht der Mensch» zeigt StrategyOne, warum klassische Onlineshops und Suchmaschinen zunehmend an Bedeutung verlieren. Stattdessen werden KI-Systeme und persönliche Agenten Kaufentscheidungen vorbereiten oder künftig sogar selbst treffen. Der Beitrag erläutert, weshalb Unternehmen ihre Produkte und Marken bereits heute für AI-Commerce, Agent Journeys und neue Empfehlungslogiken fit machen sollten, um auch künftig sichtbar und relevant zu bleiben.
Der wichtigste Kunde von morgen ist nicht der Mensch
Der digitale Verkauf wird gerade revolutioniert. Aber nicht der Shop verändert sich, sondern die «digitale Verkaufsfläche». Bisher suchten Menschen im Web aktiv nach Produkten, verglichen Angebote und trafen Kaufentscheide – Google dominierte die Suche. Künftig übernehmen AI-Systeme und persönliche Agenten einen grossen Teil dieser Arbeit. AI-Commerce ersetzt damit schrittweise Suche, Shops und Interfaces.
Der klassische Screen verliert dabei seine Rolle als zentrale Verkaufsfläche. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr über Suchmaschinen, Plattformen oder Werbedruck. Sichtbarkeit entsteht über Relevanz innerhalb von AI-Systemen. Wer künftig nicht in der AI-Empfehlungs-Shortlist landet, wird nicht mehr gekauft – im ersten Schritt vom Menschen, im zweiten Schritt von seinem Agenten.
Die Technik ist parat: In den nächsten 12 Monaten entstehen die ersten AI Commercial-Frames, welche Google Shopping ähnlich, Produktempfehlungen listen, die der AI-Nutzer auswählt, respektive direkt kauft. In einem nächsten Schritt werden Shopping-Agenten den Kunden diese Arbeit sukzessive abnehmen.
Künftig müssen Marken also nicht primär Menschen überzeugen, sondern insbesondere auch deren Agenten. Und viele Marken haben noch nicht einmal begonnen, diesen neuen Kunden zu verstehen. Wer die Agent Journey nicht versteht, verliert Sichtbarkeit, Relevanz und Verkaufspotenzial.
Was tun?
Jetzt seine AI-Commerce-Relevanz in drei Schritten aufbauen – auf der Basis eines genau definierten Relevance-Profile für seine Marke und seine Produkte. Sichtbarkeit, Datenstrukturen, Trust-Signale und AI-Readiness werden zu den zentralen Erfolgsfaktoren. Gleichzeitig müssen Unternehmen beginnen, ihre zukünftigen Agent-Connection-Journeys und Commercial-Frames systematisch zu entwickeln.
Self-Check: 3 Fragen
1. Verstehen wir bereits, wie unsere Marke und unsere Produkte künftig von AI-Systemen, Agenten und Commercial-Frames bewertet, empfohlen und ausgewählt werden?
2. Sind unsere Datenstrukturen, Trust-Signale und Produktinformationen so aufbereitet, dass wir in AI-Empfehlungslogiken relevant und sichtbar werden?
3. Haben wir begonnen, Agent Journeys und neue AI-Commerce-Schnittstellen systematisch zu entwickeln oder optimieren wir weiterhin primär für klassische Shops, Suche und Screens?
Kontakt
StrategyOne
Pascal Kreder (Managing Partner)
E-Mail: pascal.kreder@strategyone.ch
Web: strategyone.ch











