Marken managen.
07.07.2026
KI macht Marken billiger – Warum KI-Synthetik das Markenprofil verwässert
Marketing befindet sich im Umbruch. Neue Technologien, verändertes Konsumentenverhalten und die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz stellen bisherige Erfolgsrezepte infrage. Gemeinsam mit StrategyOne beleuchtet ESB in einer siebenteiligen Serie die wichtigsten Zukunftsthesen für Marken und Marketingverantwortliche.
Bisher erschienen:
Nach Teil 1 «Go Big or Go Home – Die Mitte verschwindet», in dem die Risiken austauschbarer Marken im Fokus standen, widmet sich Teil 2 einer weiteren zentralen Entwicklung: dem Einfluss von KI auf die Markenführung.
Unter der These «KI macht Marken billiger – Synthetik greift die Marke an» zeigt StrategyOne, weshalb KI-generierte Inhalte und AI-native Marken das Profil etablierter Marken zunehmend verwässern können. Der Beitrag zeigt, welche neuen Anforderungen sich daraus für den Markenaufbau ergeben und warum Authentizität, Vertrauen und kulturelle Relevanz künftig zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen zählen.
Synthetik greift die Marke an
Aufgepasst – Der Markenwert zerfällt schrittweise. Nicht weil die Marke schlechter wird. Sondern weil künstliche Intelligenz schleichend das zerstört, was Marken wertvoll macht: das klare, jahrelang aufgebaute Profil: Mit KI sehen Markenwelt, Content, Kommunikation und damit auch das Markenprofil immer ähnlicher aus. Und dieser digitale KI-Einheitsbrei wächst täglich.
Gleichzeitig greifen neue KI-Marken die etablierten Brands an: Sie sind perfekt, effizient, aggressiv und jederzeit optimierbar. Ende 2025 waren bereits 12% aller Brands auf dem Markt AI-native Marken - also Massenmarken, die von künstlicher Intelligenz kreiert, aufgebaut und gemanagt werden. Sie entstehen schneller, lernen schneller und skalieren schneller als ihre klassischen Wettbewerber.
Die Konsequenz: Die Wahrnehmung von Marken wird durch die KI-Synthetik generell «billiger» und die Content-Flut verwässert die Klarheit des Markenprofils.
Auch etablierte Marken brauchen deshalb eine neue Form der Markenverteidigung – die «Teflon-Strategie». Je stärker AI wird, desto wichtiger werden für Marken jene Faktoren, die sich nicht synthetisch erzeugen lassen: Heritage, Trust, Reputation, Proofs, Community, Haltung und kulturelle Relevanz. Die Gewinner der Zukunft werden nicht jene Marken sein, die AI am intensivsten einsetzen. Sondern jene, die trotz AI unverwechselbar bleiben. Die systematische und kontinuierliche Stärkung und Überwachung des Profils zahlt sich aus – insbesondere auch für das zukünfte GEO Relevance-Set, welches über die zukünftige Sichtbarkeit von Marken entscheidet.
Was tun?
Entwicklung eines neuen «Marken-Playbooks» als neuen strategischem Orientierungsrahmen für das Marken-Profil und seine Anwendung. Es definiert die kritischen Markenelemente wie bspw. Positioning-Uniqueness, Distinctive-Assets, Mental-Availability-Separation oder Cultural-Relevance. Es schafft aber auch Leitplanken für den Markenschutz, den AI-Einsatz stärkt die Marke intern und extern gegen synthetische Angriffe und zunehmende Austauschbarkeit.
Self-Check: 3 Fragen
1. Wissen wir genau, welche Markenelemente unsere Unverwechselbarkeit ausmachen und durch KI-Synthetik besonders gefährdet sind?
2. Haben wir klare Leitplanken, wie KI eingesetzt werden darf, ohne unser Markenprofil, unsere Distinctive Assets und unsere Glaubwürdigkeit zu verwässern?
3. Stärken wir systematisch jene Faktoren, die nicht synthetisch erzeugt werden können: Heritage, Trust, Reputation, Proofs, Community, Haltung und kulturelle Relevanz?
Kontakt
StrategyOne
Pascal Kreder (Managing Partner)
E-Mail: pascal.kreder@strategyone.ch
Web: strategyone.ch











