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Rund 130 Branchenvertreter kamen beim BergNetzWerk 2026 im Congress Centrum Alpbach in Tirol zusammen. Drei Tage lang ging es um die Frage, wie Bergbahnen wirtschaftlich erfolgreich bleiben und neue Chancen durch Ganzjahrestourismus, Digitalisierung und Zusammenarbeit nutzen können.

Wie sieht das Geschäftsmodell eines Skigebiets im Jahr 2040 aus? Wie können Bergbahnen ihre Wertschöpfung stärker über das gesamte Jahr verteilen? Und wo bringen Künstliche Intelligenz und Daten tatsächlich einen wirtschaftlichen Nutzen?

Diese Fragen standen beim BergNetzWerk 2026 vom 16. bis 18. September im Congress Centrum Alpbach im Mittelpunkt. Rund 130 Vertreter von Bergbahnen, Tourismus und Industrie nutzten das Branchentreffen, um unter dem Leitmotiv „Gewinn am Berg“ über die wirtschaftliche Zukunft des alpinen Tourismus zu diskutieren. Dabei zeigte sich schnell: Zukunftsfähigkeit entscheidet sich längst nicht nur an neuer Technik. Ebenso wichtig sind langfristiges Wirtschaften, neue Geschäftsmodelle, ein besseres Verständnis der Gäste und eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Destinationen.

Langfristig wirtschaften statt kurzfristig reagieren

Reinhard Wieser, Geschäftsführer der Alpbacher Bergbahnen, rückte bereits zum Auftakt den Wert langfristigen Wirtschaftens in den Mittelpunkt. Investitionen, Finanzierung, technische Entwicklungen und veränderte Gästeerwartungen verlangen von Bergbahnen zunehmend Entscheidungen, deren Auswirkungen weit über einzelne Saisonen hinausreichen. Gerade deshalb spielt der offene Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben eine zentrale Rolle. Das BergNetzWerk versteht sich dabei nicht nur als Vortragsveranstaltung, sondern als Plattform, auf der konkrete Fragestellungen aus dem Betriebsalltag diskutiert werden.

Das zeigte sich besonders beim erstmals durchgeführten Barcamp. Die Teilnehmer bestimmten selbst, welche Themen sie vertiefen wollten. Auf der Agenda standen unter anderem Geschäftsmodelle für das Skigebiet 2040, Dynamic Pricing, Mobilität, Nachhaltigkeitskommunikation, Gastfreundschaft und die Frage, wie sich die Abhängigkeit von klassischen Ferienzeiten reduzieren lässt.

Sommer gewinnt wirtschaftlich an Bedeutung

Wie stark sich der alpine Tourismus bereits verändert, machte Frank Kostner, Obmann von Alpbachtal Tourismus, deutlich. Der touristische Umsatz im Alpbachtal verteilt sich derzeit zu gleichen Teilen auf Sommer und Winter. Langfristig strebt die Region ein Verhältnis von 70 zu 30 zugunsten des Sommers an.

Der Winter verliert dadurch nicht an Bedeutung. Vielmehr geht es darum, die touristische Wertschöpfung auf eine breitere Basis zu stellen und zusätzliche Reiseanlässe außerhalb der klassischen Wintersaison zu schaffen.

Damit greift Alpbach eine Entwicklung auf, die auch beim BergNetzWerk intensiv diskutiert wurde. Gäste orientieren sich zunehmend weniger an starren Saisonzeiten. Aktivitäten, individuelle Interessen und konkrete Reiseanlässe gewinnen an Bedeutung.

Der Gast erlebt eine Destination als Ganzes

Auch Astrid Steharnig Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, richtete den Blick auf veränderte Gästeerwartungen. Sie warb dafür, touristische Angebote stärker gemeinsam zu denken und Destinationen als Gesamtprodukt zu verstehen. Denn für den Gast treten Bergbahn, Hotel, Gastronomie und Tourismusorganisation nicht getrennt voneinander auf. Entscheidend ist das gesamte Urlaubserlebnis. Diese Zusammenarbeit gewinnt auch durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Reiseplanung an Bedeutung. Je stärker digitale Systeme Empfehlungen aussprechen und Reisen zusammenstellen, desto wichtiger werden klare Angebote und eine gemeinsame Positionierung einer Destination.

Auch eine Verlängerung der klassischen Wintersaison sieht die Österreich Werbung als Chance. Der Sonnenskilauf soll dabei stärker als eigenständiger Reiseanlass positioniert werden.

KI muss im Betrieb einen Nutzen bringen

Technologie spielte beim BergNetzWerk ebenfalls eine wichtige Rolle, allerdings nicht als Selbstzweck. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wo digitale Lösungen im täglichen Betrieb tatsächlich Mehrwert schaffen. Diskutiert wurden unter anderem KI Anwendungen für Bergbahnen, der intelligentere Einsatz vorhandener Daten und neue Finanzierungsmodelle. In einer eigenen KI Werkstatt arbeiteten die Teilnehmer beispielsweise an einem digitalen Seilbahn Agenten.

Damit rückte eine zentrale Frage in den Vordergrund: Nicht welche Technologie verfügbar ist, sondern welches konkrete Problem sie für Bergbahnen lösen kann.

Alpbach wird selbst zum Praxisbeispiel

Zum Abschluss wechselten die Teilnehmer vom Congress Centrum direkt ins Skigebiet. Bei technischen Exkursionen gaben die Alpbacher Bergbahnen Einblicke in ihre Infrastruktur.

Im Mittelpunkt standen die Verbindungsbahn aus dem Jahr 2012 und die technische Beschneiung, in die Alpbach seit 1991 kontinuierlich investiert. Damit endete das BergNetzWerk dort, wo viele der diskutierten Themen täglich Realität sind: im laufenden Betrieb eines Skigebiets.

 

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