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09.07.2026

Hospitality 2.0: Vom VIP-Angebot zum individuellen Erlebnis

Im heutigen Inside-Artikel geben Entscheiderinnen und Entscheider aus dem ESB Netzwerk Einblicke, wie sich Hospitality bei Events, im Sport und bei Live-Erlebnissen verändert.

Premium-Angebote schaffen Mehrwert durch einzigartige Momente

Hospitality entwickelt sich am Nürburgring zunehmend vom klassischen VIP-Angebot zum individuell gestalteten Erlebnis. Personalisierung und Digitalisierung spielen dabei eine zentrale Rolle – von der komfortablen Einfahrt per Kennzeichenerkennung bis zur Nürburgring-Business-Club-App, die Informationen, Anmeldungen und Networking für unsere Partner bündelt. Gleichzeitig beobachten wir den Wunsch nach exklusiven Erlebnissen bei wachsender Preissensibilität. Deshalb setzen wir auf ein differenziertes Hospitality-Portfolio: Premium-Angebote schaffen Mehrwert durch einzigartige Momente wie eine Busfahrt über die Nordschleife kurz vor dem Rennstart. Ergänzend bieten kompaktere Formate wie „RACE&LUNCH“ ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Für die Zukunft sehen wir den Trend klar in einer noch stärkeren Individualisierung. 

Dank der grossen Vielfalt an Locations und Erlebnissen am Nürburgring können wir Angebote passgenau auf unterschiedliche Zielgruppen, Budgets und Erwartungen zuschneiden – denn modernes Hospitality bedeutet heute vor allem massgeschneiderte Erlebnisse statt Standardlösungen.

Christian Stephani Geschäftsführer, CEO, Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG

Angebote entwickeln sich in Richtung Erlebnis

Unsere Hospitality-Angebote entwickeln sich klar in Richtung Erlebnis. Personalisierung und Digitalisierung spielen dabei eine wichtige Rolle, entscheidend bleibt für uns aber vor allem die persönliche Betreuung. Nah am Kunden zu sein, jedes Anliegen ernst zu nehmen und in jedem Detail nach Perfektion zu streben, ist unser Anspruch. Dazu gehört es, die gesamte Customer Journey sowohl digital als auch analog lückenlos und hochwertig abzubilden, damit für den Gast ein durchgängig stimmiges Erlebnis entsteht.

Gleichzeitig wird die Differenzierung zwischen verschiedenen Preis und Leistungskategorien immer wichtiger. Angebote müssen zur Region passen und authentisch sein. In Mainz sehen wir das sehr deutlich an unserer VDP Weinbar, einer Grossloge mit starkem Fokus auf Wein und Kulinarik, die restlos ausverkauft ist und eine lange Warteliste hat. Gleichzeitig funktioniert auch die Spitze des Portfolios.

Mit unserer neuen Premium Loge für 26 Personen bieten wir ein absolutes Top Produkt mit höchster Qualität bei Speisen, Getränken und Service. Auch hier ist die Nachfrage grösser als das Angebot. Für die kommenden Jahre sehen wir einen klaren Fokus auf Netzwerkformate. Veranstaltungen rund um den Spieltag, aber auch bewusst ausserhalb, werden immer wichtiger. Ob in grossen Runden oder kleineren, persönlicheren Formaten, es geht darum, Menschen zusammenzubringen und echten Mehrwert über das eigentliche Spiel hinaus zu schaffen.

Christoph Kaufmann, Leiter Events & Hospitality, 1. FSV Mainz 05 e. V.

Differenzierung und Personalisierung

Hospitality bedeutet für uns heute mehr als lediglich Sitzplätze der besten Kategorie, feines Catering und Parkmöglichkeiten direkt bei uns in Hütteldorf. Gerade im Fussball zählen Emotion, die Nähe zum Verein und ein besonderes Spieltagserlebnis bei uns im Business Club im Allianz Stadion. Gleichzeitig müssen die Abläufe simpel und professionell sein. Personalisierung wird dabei immer wichtiger, da Unternehmen wie private Gäste, egal ob individuell oder in Kleingruppen, unterschiedliche Erwartungen haben. Die fortschreitende Digitalisierung, die für uns enorm wichtig ist, hilft uns vor allem bei Tickets, Gästelisten, Zutritt und Kommunikation. Mit unserem künftigen Ticketpartner „eventim“ haben wir hier ab sofort neue Möglichkeiten, die wir nutzen werden.

Auch die Differenzierung der Angebote ist wichtig. Höhere Preise müssen durch echten Mehrwert nachvollziehbar sein, etwa ganz besondere Plätze, noch exklusivere Bereiche, mehr Komfort oder besondere Erlebnisse rund um den Spieltag bei uns in Wien. Der wichtigste Trend wird aus meiner Sicht ein noch grösseres Mass an Flexibilität sein. Die Gäste wollen Angebote, die zu ihrem Anlass, Budget und Anspruch passen. Last but not least bleibt trotz der vorhandenen technischen Möglichkeiten und auch in unserer digitalisierten Welt der persönliche Kontakt ganz entscheidend.

Philipp Lederer, Head of Commercial beim SK Rapid

Diversifizierung für eine möglichst grosse Abdeckung der Zielgruppe

Digitalisierung spielt heute eine grosse Rolle, weil der gesamte Prozess – von der Anfrage über die Buchung bis zur Kommunikation und Abwicklung – viel effizienter und kundenfreundlicher geworden ist. Wir versuchen alle unsere Gäste zu kennen und sie möglichst persönlich anzusprechen. Gleichzeitig bleibt das Live-Erlebnis vor Ort das eigentliche Highlight. Auch die persönliche Betreuung am Eventtag von durch unser VIP-Team bis zur Gastronomie ist zentral, denn Hospitality lebt trotz digitaler Prozesse von Nähe, Servicequalität und Emotionen.

Die Diversifizierung ist sehr wichtig, damit man möglichst viele unterschiedliche Zielgruppen, Bedürfnisse und Budgets auch abholen kann. Vor wenigen Jahren hatten wir lediglich Logen in der Jahresmiete. Heute haben wir das Einsteigerprodukt «STUDIOS» als Gruppenraum mit VIP-Service aber einfach und unkompliziert, die «Starlounge» mit Einzelplätzen und All-in-Angeboten für Privatpersonen und Firmen sowie aber auch pro Event individuell gestaltete und buchbare «Design-Logen» und bieten damit passende Angebote. Und wir prüfen 3 weitere Produkte, die wir zeitnah lancieren möchten. Mehrwert entsteht, wenn jeder Touchpoint Teil des Erlebnisses wird – vom Valet-Parking direkt vor dem Hallenstadion, dem separaten Eingang, hochwertige Gastronomie bis hin zur persönlichen Verabschiedung nach dem Konzert.

Der wichtigste Trend ist die weitere Individualisierung. Hospitality wird flexibler, digitaler und stärker auf Event, Zielgruppe, Budget und gewünschten Erlebnisgrad zugeschnitten. Richtig umgesetzt ist Hospitality ein Verstärker des eigentlichen Events: Ein Gast mit tollem Hospitality-Paket beurteilt das reine Konzerterlebnis positiver als ein Gast im öffentlichen Bereich. Daran arbeiten wir stetig.

Sunalie de Zoysa, Head of VIP & Partnerships, Hallenstadion Zürich

Hospitality 2026: zwischen digitalen Möglichkeiten und persönlicher Nähe

Fussball ist damals wie heute die beliebteste Sportart der Welt – die WM 2026 verzeichnet globale Reichweiten in Milliardenhöhe. Daraus ergibt sich klar: Wenn jeder Fussballfan sein kann, muss auch Hospitality diese Vielfalt in den Angeboten abbilden.

Wir sprechen bewusst unterschiedliche Segmente an - von Privatkunden bis zu Grosskonzernen. Diese bedienen wir mit verschiedenen Produkten – mit Bundle-Angeboten, Abrufticket-Modelle oder gesonderte VIP-Abo-Modelle. So schaffen wir persönliche Zugänge mit spürbarem Mehrwert.

Individualisierung und persönliche Betreuung spielen dabei eine zentrale Rolle. Hospitality spielt sich in jeder digitalen und analogen Interaktion, auch abseits vom Spieltag, mit den Partnern ab. Ziel ist es, echte und nachhaltige Verbindungen zu schaffen – ein pulsierendes Netzwerk, eine Art VIP-Family, in der Beziehungen langfristig aufgebaut werden. 

Digitalisierung und KI unterstützen uns dabei, die individuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Der menschliche Faktor bleibt jedoch entscheidend. Der wichtigste Trend ist Hospitality als Plattform für digitale Innovation, persönliche Begegnungen und eine Community, die Menschen nachhaltig miteinander verbindet.

Larissa Olof, BA Hospitality Manager, FK Austria Wien

Differenzierung zwischen Preis- und Leistungskategorien

Hospitality bedeutet für uns heute weit mehr als exklusive Plätze oder ein hochwertiges Catering. Entscheidend ist, Gästen ein individuelles Erlebnis zu bieten. Deshalb nutzen wir digitale Tools, um unsere Gäste vom ersten Kontakt bis zum letzten Applaus besser zu verstehen. Datenbasierte Erkenntnisse helfen uns dabei, Angebote, Kommunikation und Services individuell zuzuschneiden. Jeder Gast soll sich gesehen und wertgeschätzt fühlen.

Gleichzeitig wird die Differenzierung zwischen verschiedenen Preis- und Leistungskategorien immer wichtiger. Höhere Preise rechtfertigen sich nicht allein durch bessere Sitzplätze oder ein exklusiveres F&B-Angebot, sondern vor allem durch Erlebnisse, die man so nirgendwo sonst bekommt. Exklusiver Zugang zu besonderen Bereichen, persönlicher Service und durchdachte Details schaffen echten Mehrwert. 

Der wichtigste Trend für die kommenden Jahre: Der Gast von morgen bucht kein Ticket – er sucht ein Gefühl der Zugehörigkeit. Hospitality entwickelt sich zunehmend zur Community-Plattform, auf der gemeinsame Werte, exklusive Netzwerke und besondere Erlebnisse im Mittelpunkt stehen. 

Nils Bäringschulte, COO Hospitality & Brand Partnership, D.LIVE

© Norman keutgen

Intelligent programmierte Erlebnisse die einen Mehrwert bringen

Wir unterstützen unsere Kund:innen bei unterschiedlichen Hospitality-Formaten, vorwiegend bei VIP-Angeboten. Personalisierung und Digitalisierung fliessen schon vor dem Anlass in die individuelle Ansprache, die Einladung und das Angebot mit ein. Am Event gehören sowohl logistische Elemente wie spezielle Anfahrts- und Parkmöglichkeiten, einfache Zugänge, exklusive Einblicke, spannende Networkings, Kontakte mit Spezialist:innen und speziell auf den Anlass abgestimmte Goodies dazu. Nach dem Anlass folgt die personalisierte Nachbearbeitung, so werden verschiedene Touch Points geschaffen. 

Meines Erachtens liegt die Zukunft der Hospitality aber nicht in immer mehr Exklusivität, sondern in intelligent programmierten Erlebnissen, die einen Mehrwert bringen ohne den eigentlichen Event aus den Augen zu verlieren. Es gilt, die richtige Balance zu finden, der Kern eines Sport- oder Live-Events sollte das gemeinsame Erlebnis bleiben. Je exklusiver und individueller Hospitality-Angebote werden, desto grösser ist die Gefahr, die Gäste vom eigentlichen Eventgeschehen zu entfernen. Zusätzliche Angebote wie Behind-the-Scenes-Erlebnisse oder exklusive Meet & Greets sollten einen Event ergänzen und emotional aufwerten und nicht zum Hauptfokus werden.  

Beatrice Trachsel, Inhaberin Eventicum

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