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03.08.2022 // Octagon Germany

"Schlussendlich hilft der Sport sich selbst"

DFB meets Octagon, Teil drei: Claudia Krobitzsch (CK) und Yoo-Jin Shin (YJS) rekapitulieren die EM in England und blicken nach vorne: Von bleibender Euphorie, neuen Heldinnen und weiter steigendem Interesse.

Claudia, wie geht es dir nach diesem Finale? Du warst ja Sonntagabend in Wembley.

CK: Ich bin nach einer 30-stündigen Busfahrt und zwei Fährüberfahrten wieder in Deutschland und muss sagen, es war ein unglaubliches Spiel, in dem ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Die Engländerinnen waren aber superstark und sind zurecht Europameisterinnen geworden. Für den Fußball der Frauen in Deutschland heißt es jetzt: Krone zurecht rücken, weiter geht’s.

Wie fällt Euer Turnierfazit aus?

CK: Für mich war das ganze Turnier ein unglaubliches Erlebnis. Es hat gezeigt, wie sich der Fußball der Frauen weiterentwickelt hat. Es war von Anfang bis Ende ein hochspannendes, technisch auf höchstem Niveau stattfindendes Turnier von Athletinnen, die wirklich alles geben, die nichts sehnlicher wollen als diesen Sport unter professionellen Bedingungen zu spielen – mit der gebührenden Wertschätzung.

YJS: Ich kann und möchte Claudia hier nur zustimmen. Der Unterhaltungswert war wirklich enorm, die spielerische Leistung überraschend und beeindruckend, selbst für zuletzt noch Zweifler. Wir können uns für alle Spielerinnen freuen, dass sie diese Plattform ausgezeichnet genutzt haben – für sich persönlich als Bühne und für den Sport. Auf dem Feld wie Claudia es beschreibt und neben dem Rasen: Die Stimmung bei den Fans war ausgelassen und friedlich, für Partner und Medien war es ein großartiges Turnier und wir können uns freuen, dass im nächsten Jahr schon die WM vor der Tür steht. 

War diese EM auch ein Schaufenster für Vorbilder? Oder ist das ein überholtes Konzept?

CK: Das Konzept ist nicht überholt. Jede und jeder braucht role models. Wenn ich nicht sehe, was ich erreichen kann, komme ich erst gar nicht auf die Idee. Es geht nicht nur um Spielerinnen. Schiedsrichterinnen, Trainerinnen: Davon gibt es viel zu wenige. Wenn ich die nicht sehe als Mädchen, komme ich nicht auf die Idee, dass ich das auch machen kann. Es gab bei dieser EM viele Vorbilder, denen junge Spielerinnen nun nacheifern werden.

YJS: „You can’t be what you can’t see“. Wir kennen aus dem Tennis – von Steffi Graf bis hin zu Naomi Osaka – oder aus dem Rennsport – von Michael Schumacher bis hin zu Louis Hamilton – die Bedeutung von Held:innen einer Disziplin für das breite Interesse. Mit neuen, sympathischen und authentischen Spielerinnen der DFB Elf im Rampenlicht wird es leichter sein, den Nachwuchs von morgen zu begeistern. 

Wird dieser Erfolg nachhaltig sein?

CK: Das Turnier hat gezeigt, wie weit sich das Spiel entwickelt hat – wir hatten 87.000 Leute im Wembleystadion, die einfach alle gekommen sind, um dieses Finale anzuschauen. Es war unglaublich. Der Fußball der Frauen geht nicht wieder weg. Darauf bauen wir. Vom Fußball der Frauen werden wir noch viel mehr hören.

YJS: Wir wünschen uns das natürlich sehr, auch wenn wir in der Vergangenheit bereits erlebt haben wie schnell ein Momentum vergehen kann. Und wie Chancen eben nicht genutzt werden, um den Fußball der Frauen kontinuierlich und nachhaltig zu fördern. Nach diesem Turnier und dem nächsten in 2023 sollte es leichter fallen, die Euphorie beizubehalten. Wir kennen die Initiativen des DFB, wir erwarten das weiterhin und hoffentlich noch mehr steigende Interesse von großen Marken am Sport der Frauen im Allgemeinen – und schlussendlich hilft der Sport sich selbst, durch Auftritte wie bei dieser Fußball-Europameisterschaft der Frauen in 2022.


Die Fragen stellte Frank Heike 

Text- und Bildquelle: Octagon Germany

Kontakt

Octagon Germany 
Christopher Kinnel (New Business & Marketing Director)
E-Mail: christopher.kinnel@octagon.com
Web: www.octagon.com/germany

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