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16.09.2025

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Wenn KI lebendig wird: Ein Blick hinter die Kampagne von Raiffeisen

Für die Raiffeisenbank Wängi-Matzingen hat die migagentur ein Experiment gewagt: Ein KI-generiertes Motiv wurde nicht nur digital, sondern auch in der Realität zum Leben erweckt. Im Expertview erzählen beide Seiten, wie aus einer Vision eine filmische Präsenz entstand, welche Rolle die partnerschaftliche Zusammenarbeit spielte und geben Einblicke, wie KI künftig die Markenkommunikation prägen könnte.
 

Wie kam es zur Idee für die Raiffeisenbank Wängi-Matzingen ein KI-generiertes Kampagnenmotiv nicht nur digital, sondern auch real zum Leben zu erwecken?

Veronica Beccerra (Leiterin Kreation und Beratung, migagentur): Die Raiffeisenbank Wängi-Matzingen war von Anfang an begeistert von der Oma. Die überwältigende Resonanz auf das Bild gab schliesslich den Ausschlag: Für beide Seiten stand fest, dass diese Oma nicht nur ein digitales Gesicht bleiben durfte, sondern unbedingt auch real und greifbar werden sollte.

Warum habt ihr für eure Kampagne im ersten Schritt auf KI gesetzt – und wie passt das zur Marken-DNA?

Oliver Schmid (Vorsitzender der Bankleitung, Raiffeisenbank Wängi-Matzingen): Wir wollten bewusst neue Wege gehen und zeigen, dass Raiffeisen auch in der digitalen Welt mutig und innovativ agiert. Die KI-Oma war für uns ein kreativer Impuls, der perfekt zu unserer Marken-DNA passt: nahbar, überraschend und mit einem Augenzwinkern. Sie verkörpert Werte wie Lebensfreude, Selbstbestimmung und Individualität – genau das, was wir unseren Kundinnen und Kunden ermöglichen möchten.

Welche Schritte waren entscheidend, um die starre «Perfektion» eines KI-Bildes in echte Emotion und filmische Präsenz zu übersetzen?

Veronica Beccerra: Für uns als Agentur bestand die grösste Herausforderung darin, ein Model zu finden, das die Essenz der KI-Oma authentisch verkörpern konnte. Während das KI-Bild makellos, aber starr wirkt, ging es uns darum, echte Emotionen und Präsenz zu schaffen. Entscheidend war nicht nur die äussere Ähnlichkeit, sondern vor allem Charisma, Attitude und Humor. Mit der richtigen Inszenierung vor der Kamera wurde so aus der digitalen Figur eine lebendige Persönlichkeit, die berührt und im Gedächtnis bleibt.

Wie wichtig war die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der migagentur für den Erfolg dieses Kampagnen-Experiments?

Oliver Schmid: Die Zusammenarbeit mit der migagentur war entscheidend. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung war es ein gemeinsamer kreativer Prozess, geprägt von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt. Nur durch diese enge Partnerschaft konnte aus einer digitalen Vision eine echte, berührende Kampagne entstehen, die sowohl intern als auch extern begeistert. Dabei brauchte es auf beiden Seiten Menschen, die den Mut hatten, neue Wege zu gehen und etwas Unkonventionelles zu wagen.

Am Set mussten Details von Haarsträhnen bis Lichtreflexionen perfekt sitzen. Wie viel Handwerk und wie viel KI steckt am Ende tatsächlich im finalen Spot?

Veronica Beccerra: Im finalen Spot steckt tatsächlich kein bisschen KI. Alles, was man sieht, ist echtes Handwerk. Am Set mussten wir jedes Detail präzise inszenieren: von einzelnen Haarsträhnen bis hin zu den Lichtreflexionen. Dank der sensationellen Arbeit der Make-up Artistin und Hairstylistin ist es uns gelungen, die Oma fast eins zu eins zum Leben zu erwecken – eine beeindruckende Leistung, die wesentlich zur Authentizität beigetragen hat. Wir haben dafür gesorgt, dass die Figur lebendig wirkt und Emotionen transportiert. KI war nur Ausgangspunkt für die Idee. Die Umsetzung dagegen war pure Handarbeit mit viel Liebe zum Detail.

Wie wurde die Kampagne von Kunden und Mitarbeitenden aufgenommen? Gab es Rückmeldungen, die eure Erwartungen übertroffen oder vielleicht auch infrage gestellt haben?

Oliver Schmid: Die Reaktionen waren sehr positiv. Viele Kundinnen und Kunden haben sich direkt mit der Oma identifiziert oder sie als charmantes Symbol für unsere Werte wahrgenommen. Auch intern hat die Kampagne für Gesprächsstoff gesorgt – sie wurde als mutig, kreativ und sympathisch wahrgenommen.
Unsere Oma ist mittlerweile ein fester Bestandteil von uns geworden – sie steht für Lebensfreude, Charakter und die Nähe zu den Menschen, die wir als Bank täglich begleiten. Dass sie so gut aufgenommen wurde, bestätigt uns darin, dass wir mit dieser Kampagne den richtigen Ton getroffen haben.

Wo seht ihr die Rolle von KI in zukünftigen Werbekampagnen – eher als kreativer Impulsgeber oder als Produktionswerkzeug?

Veronica Beccerra: Wir stehen vermutlich noch ganz am Anfang, was dein Einsatz von KI in unserer Branche betrifft. In diesem Fall waren wir einfach mal mutig und haben es gewagt. Oft dient uns KI derzeit vor allem als kreativer Impulsgeber. Ein Werkzeug, das neue Ideen anstösst und uns inspirieren kann. Gleichzeitig setzen wir es punktuell dort ein, wo es wirklich Sinn macht und Mehrwert bietet. Am Ende aber zählt nach wie vor die menschliche Expertise und die Leidenschaft, die wir in unsere Arbeit einbringen. Genau diese Kombination aus technologischem Fortschritt und menschlicher Kreativität wird auch in Zukunft entscheidend sein. KI wird Impulse geben und unterstützen können – das Herzstück einer Kampagne bleibt jedoch die menschliche Handschrift.

Ein Blick in die Zukunft: Wird KI für Raiffeisen künftig ein fester Bestandteil der Kommunikation sein oder bleibt es eher ein spannendes Experiment mit Signalwirkung?

Oliver Schmid: KI wird für uns ein Werkzeug sein, das wir gezielt dort einsetzen, wo es Sinn macht und echten Mehrwert bietet. Die Kampagne mit der KI-Oma war ein spannendes Experiment, das eindrucksvoll gezeigt hat, welches kreative Potenzial in dieser Technologie steckt.
Wir bleiben offen für neue Impulse – aber immer mit dem Anspruch, unsere Kommunikation menschlich, nahbar und authentisch zu gestalten.


Kontakt

migagentur
Veronica Becerra (Senior Beraterin, Leiterin Kreation und Beratung)
E-Mail: veronica@miggroup.ch
Web: www.migagentur.ch

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