Marken managen.
28.05.2026


Pricing als Markenstrategie
Preise bestimmen, wie Angebote und Marken wahrgenommen werden – ob sie hochwertig, fair oder zu teuer wirken. Damit wird Pricing zu einem sensiblen Bestandteil der Positionierung. Claude Bravi, Director of Customer Performance Management bei der Weisse Arena Gruppe, und Franziska Pfaff, Hotelmanagerin bei The Zipper Hotel & Apartments, geben uns in diesem Inside Artikel Einblicke in die Praxis und bereiten uns auf den Schweizer Pricing Kongress am 10. Juni in Zürich vor.
Wie hängen Pricing und das Markenversprechen eurer Meinung nach zusammen?
Claude Bravi: «Pricing ist für LAAX ein sichtbarer Ausdruck des Markenversprechens. Wir positionieren uns bewusst nicht im Tiefpreissegment, weil LAAX weit mehr ist als ein klassisches Skigebiet: LAAX steht für ein eigenständiges Bergerlebnis, geprägt von Freestyle-Kultur, Lifestyle, Design, digitaler Einfachheit und Greenstyle. Entscheidend ist dabei nicht allein der Preis, sondern der wahrgenommene Wert, den der Gast damit verbindet.»
Franziska Pfaff: «Pricing und Markenversprechen sind untrennbar verbunden: Der Preis ist ein klares Signal für Positionierung und Qualität. Bei The Zipper Hotel & Apartments steht unser Brand Promise „Zu Gast. Zu Hause. The Zipper.“ für ein hochwertiges, top ausgestattetes zweites Zuhause auf Zeit. Ein wertiges, transparentes Preisniveau schafft dabei Vertrauen für unsere Gäste, was entscheiden für eine Buchung ist. Deswegen kann auch ein zu niedriger Preis die Wahrnehmung ebenso beschädigen wie ein zu hoher, da er entweder Zweifel an Qualität oder Fairness erzeugt.»

Was bedeutet der Preis für die Wahrnehmung einer Marke und wie beeinflusst er die Customer Experience dabei?
Claude Bravi: «Ein zu tiefer Preis kann einer Marke ebenso schaden wie ein zu hoher. Er kann Qualität, Vertrauen und Begehrlichkeit untergraben. Umgekehrt wird ein ambitionierter Preis nur dann akzeptiert, wenn Erlebnis, Service und Verlässlichkeit konsequent überzeugen. Deshalb betrachten wir Pricing stets im Zusammenspiel mit der gesamten Customer Experience – vom intuitiven digitalen Zugang über Orientierung und Planung bis hin zu einem stimmigen Erlebnis am Berg.»
Franziska Pfaff: «Preise entstehen nicht nur aus dem Markenanspruch, sondern auch aus der eigenen Kalkulation und laufenden Kosten. Gleichzeitig ist der Blick auf den Wettbewerb essenziell, gerade in Ballungszentren wie Düsseldorf. Wer dauerhaft aus der Marktspanne fällt, riskiert entweder ausbleibende Buchungen oder unpassende Zielgruppen.»
Habt ihr Best-Practices, die ihr in diesem Zusammenhang aufzeigen könnt?
Claude Bravi: «Für LAAX bedeutet Best Practice, Preise transparent zu gestalten und kontinuierlich in die Qualität des Angebots zu investieren: in Snowparks, Infrastruktur, digitale Services, Design, Kreislaufwirtschaft und einen möglichst reibungslosen Guest Flow. Innovation verstehen wir dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um das Erlebnis einfacher, hochwertiger und zukunftsfähiger zu machen. Der entscheidende Massstab ist nicht, ob LAAX günstig ist, sondern ob LAAX seinen Preis wert ist.»
Franziska Pfaff: «Als Anbieter von Short- und Longstay Apartments sprechen wir unterschiedliche Zielgruppen an und müssen auf starke Nachfrageschwankungen reagieren. Das Pricing wird daher durch eine professionelle Revenue-Management-Software gesteuert. Transparenz bleibt dabei zentral: Nachvollziehbare Preisentwicklungen stärken langfristig Verständnis und Vertrauen.»










