Marken managen.
20.03.2025
Next Gen Marketing ab 2030: Unsichtbar, intelligent und völlig anders
Laut dem «Marketing-Barometer 2025» von StrategyOne und ESB Marketing Netzwerk sehen sich nur 4% der Marketingentscheider als innovativ und zukunftsorientiert. Der Fokus liegt häufig auf dem Alltag, statt auf den Herausforderungen der Zukunft. Mit 30 Entwicklungsthesen und einem 6-Schritte-Plan für Next Gen Marketing erhältst Du klare Strategien, wie Du dein Marketing für 2030+ aufstellst und die relevanten Veränderungen frühzeitig umsetzt.
Vom «Now» zum «Next Gen Marketing»
Der neuste «Marketing-Barometer 2025» von StrategyOne und ESB Marketing Netzwerk, basierend auf einer Umfrage unter über 150 Marketingentscheidern, zeichnet ein ernüchterndes Bild: Nur 4% der Befragten sehen sich als innovativ und zukunftsorientiert. Statt die Zukunft zu gestalten, dominieren operative Herausforderungen. Der Fokus der Unternehmen liegt primär auf dem Alltag. Wir sollten aber mehr Zukunft denken: Nicht interne Optimierungs-Prozesse sollten im Fokus stehen, sondern Antworten auf zentrale Fragen der Zukunft: Was bewegt den Konsumenten von morgen? Wie kann man sein Leben verbessern? Welche fundamentalen Marktveränderungen zeichnen sich ab und wie kann man sie nutzen? Der Zweck des Marketings verschiebt sich hin zur «Verbesserung des Lebens» – jenseits des reinen Produkteverkaufs. Wer jetzt mutig handelt, Risiken eingeht und frühzeitig Weichen Richtung «Next Gen Marketing» stellt, wird zur Marke der Zukunft.
Die Thesen zum Marketing der nächsten Generation
Aber was heisst «Next Gen Marketing» und wie geht man es konkret an? Dazu hat StrategyOne 30 Entwicklungsthesen aufgestellt, die challengen, aber auch Orientierung bieten. Ein Auszug:
Future Navigation: Strategie & Positionierung
1 Dynamisches Framework für Strategie & Positionierung – Gefragt ist die totale Agilität: Die Mehrjahres-Strategie hat ausgedient. Ebenso die starre Marken-Positionierung. Stattdessen brauchen Unternehmen höchstdynamische Frameworks, die den Rahmen abstecken, aber maximale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit liefern. Wer nicht ad hoc dynamisch auf schnelle Bedürfnis-, Kontext- oder Markt-Veränderungen reagiert, verliert seine Relevanz. Adieu, alte Management-Lehre.
2 Premium oder Budget – die Mitte verschwindet: Der Markt wird sich radikal polarisieren: Konsumenten entscheiden sich entweder für Premiumprodukte, die durch Qualität, Exklusivität und Individualisierung überzeugen, oder für disruptive Discount-Angebote, die maximale Kosten-Nutzen-Effizienz bieten. Marken, die in der unklaren Mitte bleiben, sterben aus.
Next Gen Offering: Produkte & Pricing
3 «Living Products»– Dynamische Produkte lernen und passen sich den Konsumentenbedürfnissen an: Produkte werden zu aktiven Kommunikatoren. Diese «Living Products» sind nicht mehr statisch, sondern intelligente, interaktive Objekte, die mit Konsumenten kommunizieren, sich ihren Bedürfnissen anpassen und ihren Service konstant verbessern.
4 Wertbasierte Preisgestaltung ersetzt Cost-Based-Pricing: Unternehmen verabschieden sich von kostenbasierten Preisen zugunsten von echtem «Value Pricing»: Kunden und spezialisierte Rating-Unternehmen bewerten Produkte und Dienstleistungen bezüglich emotionalen, funktionalen und ethischen Mehrwerts und bestimmen so die Preis-Range. KI passt das Pricing real-time dem Kontext, Umfeld und Kanal an.
New Connection: Kommunikation
5 Invisibles Marketing – die Ära der unsichtbaren Einflussnahme: Das nächste Jahrzehnt wird geprägt durch «Ambient Influence»: Markenbotschaften entfalten ihre Wirkung subtil und unbewusst, indem sie immer nahtloser in personalisierte Umgebungen integriert werden. Durch zusätzliche multisensorische Ansätze – Farben, Düfte, Klänge oder taktile Elemente – verschmilzt Marketing mit dem Alltag der Konsumenten und wird zu einer unaufdringlichen, aber wirkungsvollen Präsenz, die keine Marketingpermission benötigt.
6 Das Storyverse – die echte, multidimensionale Themenkompetenz: Storytelling allein genügt nicht mehr. Marken müssen «Storyverses» schaffen: Themen-Universen, die sie strategisch besetzen. Innerhalb dieses Universums bewegen sie sich entlang der Bedürfnisse, Journeys und «Moments of truth» ihrer Zielgruppen. Statt einseitiger Erzählungen entsteht eine Story-Welt mit vielseitigen Touchpoints, Formaten und Erlebnissen. Das Storyverse wird zum Marketingökosystem. Dieses generiert kontinuierlich Content, Engagement und Insights und optimiert sich durch Echtzeit-Daten, KI und Analysen selbständig. Marketing wird in diesem System zu einem fluiden, selbststeuernden Prozess. Kampagnen mit festem Start und Ende gibt es nicht mehr.
Future Targeting: Audience & Daten
7 Ethische Daten sind die neue Währung – Im nächsten Jahrzehnt wird der Umgang mit Kundendaten zum entscheidenden Faktor für Markenvertrauen: Konsumenten verlangen totale Transparenz, vollständige Kontrolle und einen direkten Mehrwert für die Nutzung ihrer Daten. Marken, die dies nicht bieten, werden gesetzlich abgestraft und verlieren den Zugang zu ihren Zielgruppen.
8 Predictive Personalisation – Wenn Marken Wünsche antizipieren, bevor sie entstehen: Die Hyperpersonalisierung wird Standard, wobei Personalisierung nicht mehr reaktiv, sondern antizipativ eingesetzt wird: Marken nutzen KI und datenbasierte Modelle, um Wünsche, Emotionen und Bedürfnisse der Konsumenten vorherzusehen – noch bevor diese sie selbst erkennen. Erlebnisse, Produkte und Botschaften werden antizipativ individuell zugeschnitten.
9 «Human-Centric Marketing» – der Mensch ersetzt das Medium als zentralen Kanal: Rund um Influencer, Creators oder Meinungsführer entstehen interaktive Kommunikations-Ökosysteme. Loyalität zeigt sich nicht mehr in der Kanal- oder Markenbindung, sondern in der Bindung an Persönlichkeiten, die Marken mittragen. Der Mensch wird wichtiger als die Plattform/das Medium. Bedeutende Medienmarken und -formate verschwinden.
Relevant Impact: Content & Kanäle
10 Experience-Commerce – Social Media verdrängen die Online-Shops: Im nächsten Jahrzehnt werden Social-Media-Kanäle, Streaminganbieter und später immersive Metaverse-Welten zu den zentralen Marktplätzen für den Handel. Die Grenzen zwischen Infotainment und E-Commerce verschwimmen: Marken verschmelzen Content und Commerce zu nahtlosen Einkaufserlebnissen, die sich in den Alltag der Konsumenten integrieren. Verlierer sind die klassischen Online-Shops.
11 «Social Rewilding»– Die Renaissance der echten Offline-Experiences: Der Gegentrend zur totalen Digitalisierung ist der Wunsch nach der Rückkehr zu authentischen Erlebnissen und Begegnungen in der realen Welt. Der Mensch will wieder mehr Sinnhaftigkeit und Qualität im Austausch und im Erlebnis. Dazu werden höchst authentische Plattformen in der realen Welt gesucht und nur mit einem sehr limitierten Einsatz von Technologien bespielt.
12 Trust Labeling – der Vertrauenskompass der digitalen Ära: Im Zeitalter von Fake Content und manipulativen Informationen wird Vertrauen zur härtesten Währung. Trusted Labels und Anti-Fake-Systeme etablieren sich als unverzichtbare Standards, die Echtheit und Integrität von Inhalten garantieren. Datenschutztechnologien werden für Unternehmen so selbstverständlich wie heute Anti-Virus-Software und somit ein grundlegender Vertrauensanker in einer zunehmend skeptischen digitalen Welt.
Advanced Setup: Management & Steuerung
13 Die Neuausrichtung der Rolle des CMO – Architekt oder Auslaufmodell: Der CMO wird entweder zum strategischen Architekten, der Pläne, Technologien, Daten und Kreativität orchestriert, oder dessen Position wird durch spezialisierte Rollen wie den «Chief Growth Officer» oder den «Chief Experience Officer» ersetzt.
14 Symbiotische dynamische Kreativität – Algorithmen als Kreativpartner, besser als jede Werbeagentur: Ab 2030 werden Algorithmen zur treibenden Kraft kreativer Prozesse. Kreativität entsteht symbiotisch: Die emotionale Intelligenz des Menschen verbindet sich mit der analytischen Präzision und adaptiven Dynamik von KI. Diese kreativen Systeme interpretieren Zielgruppenbedürfnisse, Markenwerte und Stimmungen in Echtzeit, um kreative ad-hoc Kommunikation zu entwickeln. Die Werbeagentur wird damit schrittweise durch den KreativKI-Assistenten abgelöst.
Und was nun?
Sich mit Next Gen Marketing auseinanderzusetzen, erfordert Raum für Neues und disruptives Denken. Die Realität ist eine andere – Viele Unternehmen ertrinken in ihrem eigenen Marketing-Chaos: überladene Produktportfolios, ein Content-Overload, unzählige Botschaften und Events. Marken scheitern nicht an zu wenig Marketing, sondern an zu viel Aktivismus. Zuerst gilt es, das Marketing im «Now» aufzuräumen. Das ist aber erst der Anfang – Unternehmen sollten jetzt die Zukunft antizipieren und sich kompetitiv für das Next Gen Marketing aufstellen, indem sie es schrittweise in ihr Set-up einbauen. Es braucht eine neue visionäre Denkweise, denn wer jetzt die Weichen richtig stellt, wird die Marketing-Revolution anführen, statt ihr im Hamsterrad hinterherzulaufen.
Der 6-Schritte-Plan für Next Gen Marketing
Verwandle Herausforderungen in Chancen:
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Inspiration: Begeistere Dich und Dein Team für Next Gen Marketing. Setze Dich intensiv mit den Thesen und Anforderungen von morgen auseinander. Nimm als Chefpilot Dein Team motivierend mit auf die Reise.
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Zielbild: Entwickle ein freches Zielbild für Dein Marketing 2030+. Designe Dein zukünftiges Set-up – Dein eigenes «Futureverse» – und erstelle einen NextGen-Marketing-Entwicklungsplan.
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Überzeugung – Challenge Dein Umfeld: Überzeuge Dein Management von der Notwendigkeit einer neuen Denkweise und der erforderlichen Veränderungen. Lass Dich für Deinen Pioniergeist mit einem zusätzlichen Transformationsbudget belohnen.
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Reduce to the Max: Schaffe Platz für Neues, indem Du Dich jährlich von 20–25% des Bestehenden trennst. Straffe Dein Portfolio, um Raum für Innovation zu schaffen.
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Next Gen Setup: Widme 20% Deiner Ressourcen und Zeit Next Gen Marketing-Projekten und binde Dein Team aktiv ein: Definiere einen Innovations-Scout, arbeite in Systemic-Design-Workshops und starte AI-Driven Co-Creation Labs.
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Annual Review: Überprüfe jährlich Deine Zukunfts-Fitness mit einem Next Gen Scan: Hinterfrage Deinen Status, identifiziere, was Du über Bord werfen kannst, schärfe Dein Zielbild und challenge Deine Fortschritte.
Auf dem Schweizer Markenkongress wird StrategyOne einen Auszug der 30 wegweisenden Entwicklungsthesen, die Marketingentscheider für die Zukunft rüstet, vorstellen.
Kontakt
StrategyOne
Pascal Kreder (Managing Partner)
E-Mail: pascal.kreder@strategyone.ch
Web: strategyone.ch











