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ESAF setzt Massstäbe für nachhaltig durchgeführte Grossveranstaltungen

12.05.2020 - 10:14

Zürich/Zug, den 11. Mai 2020 – Der grösste Schweizer Sportanlass im vergangenen Jahr wurde dank des Einsatzes und Willens aller Beteiligten vollständig klimaneutral durchgeführt. Der nun präsentierte und von myclimate miterstellte Nachhaltigkeitsbericht zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug (ESAF) liefert eine praktische Handreichung für eine möglichst klimafreundliche Durchführung von kommenden Grossanlässen. So hat vor allem die Wahl des Veranstaltungsortes einen Einfluss auf die entstehenden Treibhausgasemissionen.
 
myclimate hat für das ESAF 2019 die CO2-Bilanz berechnet. Gleichzeitig wurden im Rahmen des Programms myclimate «Cause We Care» mit dem Veranstalter zusammen Massnahmen erarbeitet, um das Fest so klimaschonend wie möglich durchführen zu können. OK-Präsident Heinz Tännler zog bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichtes Bilanz: «Es ist gelungen, diesen Grossanlass so zu gestalten, dass die Belastungen für Umwelt und Gesellschaft überschaubar blieben.» Das Dokument zum grössten Schweizer Sportanlass 2019 umfasst auf 44 Seiten alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Er zeigt anhand von Berechnungen sowie mit Hilfe von Befragungen der Besucherinnen und Besucher, dass die geplanten Massnahmen und Entscheidungen gewirkt haben. Die im Vorfeld gesetzten Nachhaltigkeitsziele wurden erreicht und teilweise übertroffen.
 
«Dieser Bericht bietet für zukünftige Veranstaltungen, ob Sport- oder Kulturanlass, konkrete Massnahmen und Planungshilfen für eine möglichst nachhaltige Durchführung. Auch für die Erstellung eines Pflichtenhefts zur Vergabe eines Anlasses finden sich hier klare Bewertungskriterien und Entscheidungshilfen», sagt Cornelia Rutishauser, Corporate Partnerships Managerin bei myclimate und Mitautorin des Berichtes.
 
Nachhaltigkeit und Klimaschutz am ESAF 2019
 
Alle Bereiche des Festes sollten nach dem Grundsatz «vermeiden – wiederverwerten – kompensieren» möglichst ökologisch gestaltet werden. Ebenfalls waren eine bestmögliche gesellschaftliche Akzeptanz und ein positives wirtschaftliches Ergebnis Zielvorgaben. Im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit trugen die Förderung der Nutzung des Öffentlichen Verkehrs durch die Einbindung in das Arena-Ticket und die Einführung eines Depotkonzepts auf Glasflaschen zu dem im Eventvergleich geringen CO2-Fussabdruck bei.
 
Gemeinsam mit myclimate wurde ein Nachhaltigkeitsfonds ins Leben gerufen, der sich nach dem Prinzip des Programms myclimate «Cause We Care» aus Beiträgen der Festgäste, der Sponsoren und des OKs speiste. Zum ersten Mal bei einem eidgenössischen Schwing- und Älplerfest wurde der ökologische Fussabdruck berechnet und die ausgestossenen CO2-Emissionen mit einem Teil der Mittel aus dem ESAF-Nachhaltigkeitsfonds kompensiert.

Nachhaltigkeitsfonds von 387'000 Franken
 

«Die ausgestossenen CO2-Emissionen pro Besucher liegen mit 20,9 Kilogramm deutlich unter dem Ziel von 25 Kilogramm. Im Nachhaltigkeitsfonds hat es einen Betrag von 387'000 Franken, womit die Klimaneutralität finanziert und zudem 150'000 Franken in regionale Umweltprojekte investiert werden können. Das Ziel von maximal 12'000 Tonnen CO2-Emissionen für das ganze ESAF 2019 wurde mit 8'787 Tonnen CO2 sehr gut erreicht», erklärt Andreas Lustenberger, Leiter Stabsstelle Nachhaltigkeit.
 
Laut myclimate Berechnungen waren in Zug die höchsten CO2-Emissionen nicht wie üblich bei Grossveranstaltungen bei der Mobilität zu finden, sondern im Verpflegungssektor.  
Das sehr ambitionierte Ziel, dass 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher mit dem ÖV oder mit dem Velo ans Fest gelangen sollten, wurde faktisch erreicht.
 
Erstmals Depot erhoben
 
In Zug wurde zudem zum ersten Mal an einem ESAF auf Glasflaschen und teilweise auf Plastikbecher ein Depot von einem Franken erhoben. Das Ziel bestand einerseits darin, möglichst viele Flaschen recyceln zu können und andererseits auch die Gefahr durch Glasscherben zu minimieren. Gleichzeitig konnten alle Besucherinnen und Besucher nach dem Prinzip von myclimate «Cause We Care» durch das Spenden dieses Depots sich auf freiwilliger Basis am Nachhaltigkeitsfonds zu beteiligen. Durch diese Massnahme seien 110'000 Franken in den Nachhaltigkeitsfonds geflossen, wie OK-Präsident Heinz Tännler ergänzt.
 
Cornelia Rutishauser zieht Bilanz: «Massgeblich für den im Vergleich geringen CO2-Fussabdruck war die Wahl des urbanen, hervorragend aus der gesamten Schweiz erreichbaren Standortes. Im Verbund mit der ÖV-Integration auf das Ticket konnte hierdurch ein sonst erheblicher höherer CO2-Wert vermieden werden. Auch die Nutzung schon vorhandener Infrastruktur und der ebenfalls einfachere Materialtransport sprechen für diese Standortwahl.»
 
Trotz verschiedener Massnahmen, die CO2-Emissionen so gering wie möglich zu halten, können CO2-Emissionen bei einem Grossanlass nicht verhindert werden. Daher wurden mit einem Teil der Gelder aus dem Nachhaltigkeitsfonds alle Treibhausgasemissionen durch zwei Klimaschutzprojekte von myclimate in Uganda und Nicaragua vollständig kompensiert.
 
Link zum vollständigen ESAF-Nachhaltigkeitsbericht
 
Link zu den myclimate Klimaschutzprojekten
 
Kommunales Wiederaufforsten in Nicaragua
 
Sauberes Trinkwasser für Schulen und Haushalte durch Filtersysteme in Uganda
 
Weitere Auskünfte und Interviews
Kai Landwehr, Mediensprecher myclimate
kai.landwehr(a)myclimate.org
Tel. +41 (0)44 500 37 61
www.myclimate.org

 

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