Marken managen.
13.11.2024


Transformation dank Diversität?!
Die Forderung nach Diversität ist in der modernen Arbeitswelt allgegenwärtig. Diversität hat viele Aspekte von der Geschlechter- bis zur Altersdiversität. Wir haben im ESB Netzwerk gefragt, inwiefern sie auch bei Transformationen zur Digitalisierung und zu neuen Strukturen hilfreich sein kann und wie dies erfolgreich umsetzbar ist.
Diversität zur Förderung von Inklusion und Innovation
Diversität ist bei der Bekämpfung von Vorurteilen und Diskriminierung, der Förderung von Innovation durch vielfältige Perspektiven und der Verbesserung der Repräsentation und Inklusion in Führungsebenen von zentraler Bedeutung. Sie trägt dazu bei, ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen geschätzt werden. Dies führt zu besseren Entscheidungen und einem stärkeren Zusammenhalt im Team. Um die Verjüngung von Sport-Unternehmen aktiv zu fördern, sollten Mentoring-Programme, flexible Arbeitsmodelle und gezielte Rekrutierungsstrategien eingeführt werden, die junge Talente anziehen und langfristig binden. Es ist wichtig, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die junge Potentials unterstützt und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Die beste Lösung, um Frauen im Sportmanagement zu fördern, besteht in der Schaffung von Netzwerken und Mentoring-Programmen für Frauen, der Förderung von Gleichstellungspolitiken und der Sicherstellung von Chancengleichheit in Führungspositionen. Zudem sollten Unternehmen gezielte Trainings und Workshops anbieten, um Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung und in ihrer finanziellen Unabhängigkeit zu unterstützen.
Jessica Weber, Leitung Sponsoring, Allianz Kunde und Markt GmbH

Agilität und flexible Arbeitsmodelle im Fokus
Der Sportmarkt wird kontinuierlich internationaler und zunehmend diverser, was Sportorganisationen dazu veranlasst, sich auf ein vielfältigeres Publikum einzustellen - den einen Volleyball-Fan gibt es nicht. Dieser Vielfalt müssen wir im Sportbusiness gerecht werden, denn eine hohe Identifikation mit den Akteur:innen und den Werten des Sports ist wichtiger denn je. Durch eine gezielte Ansprache und Repräsentation von verschiedenen Zielgruppen (z. B. Frauen, Jugendliche unterschiedlicher ethnischer Hintergründe, LGBTQ+-Fans) können neue Märkte erschlossen und die Bindung bestehender Sportfans gestärkt werden.
Neben Sichtbarkeit und Identifikation spielt das Thema Vielfalt im Management eine wichtige Rolle, denn Diversity in Führungsetagen – wie bei Vorständen, Trainerteams und Teamleitungen – ist immer noch eine Seltenheit im Sportbusiness. Die Unterrepräsentation von Frauen und marginalisierten Gruppen im oberen Management ist deswegen ein großes Thema. Ebenso wie andere Sportorganisationen versucht die Volleyball Bundesliga, sich breiter aufzustellen, da diversere Führungsteams oftmals innovativere Entscheidungen treffen, einen weiteren Blickwinkel mitbringen und eine bessere Bindung zu einem heterogenen Publikum und den Mitarbeitenden erreichen.

Diversität bedeutet aber auch, eine vielschichtige Altersstruktur in Unternehmen zu etablieren. Eine nachhaltige Verjüngung von Sport-Unternehmen beginnt bei einer agilen und flexiblen Arbeitskultur. Modelle wie Remote- und Hybrid-Arbeitsformen bieten den Mitarbeitenden mehr Freiheit und fördern Eigenverantwortung – ein wesentlicher Aspekt, um junge Talente anzuziehen und langfristig zu binden. Der steigenden Vielseitigkeit verschiedener Lebensstile müssen wir auch im Sportbusiness Rechenschaft tragen. Besonders die Möglichkeit, neue Ideen unter eigener Verantwortung einzubringen, kann ein wichtiger Faktor für junge Mitarbeitende sein. Zusätzlich spielt die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle. Ein modernes Umfeld, das Diversität, Offenheit und regelmäßiges Feedback in den Fokus stellt, stärkt nicht nur das Teamgefühl, sondern verbessert auch die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens. Besonders im Sportbusiness ist die Integration von ehemaligen Profi-Sportler:innen ein wichtiger Faktor – wir haben alsVolleyball Bundesliga entscheidende Impulse bekommen durch junge Profi-Spieler:innen, die im Anschluss an ihre Profi-Karierre ins Sportbusiness gewechselt sind. Sie verknüpfen neue Perspektiven mit ihrer sportlichen Expertise.
Besonders bei der Förderung von Frauen im Sportmanagement sehe ich da aber noch dringenden Handlungsbedarf: Meiner Erfahrung nach trauen sich viele Frauen oft zu wenig zu. Viele gut ausgebildete und geeignete Frauen bewerben sich von sich aus oft nicht auf Führungspositionen, weil sie sich nicht für geeignet halten. Hier können wir nur durch aktive Ansprache, Überzeugungsarbeit in persönlichen Gesprächen, aber eben auch mit der verstärkten Sichtbarkeit von erfolgreichen Frauen im Sportbusiness dringend notwendige Erfolge erzielen.
Julia Retzlaff, Geschäftsführerin, Volleyball Bundesliga GmbH
Gezielte Programme für junge Talente
Diversität ist unverzichtbar, um die Herausforderungen einer zunehmend komplexen und vernetzten Welt zu meistern. Geschlecht, Alter und vielfältige Hintergründe fördern Perspektiven, die kreative Lösungen für Digitalisierung und nachhaltige Transformation in der Sportbranche vorantreiben. Teams, die Diversität leben, entwickeln eine hohe Anpassungsfähigkeit und begegnen Herausforderungen mit Innovationskraft und Flexibilität. Wir sind alle Individuen – lassen wir diese Vielfalt wirken und gemeinsam Großes erreichen.
Die Verjüngung von Sport-Unternehmen gelingt durch gezielte Trainee- und Praktikumsprogramme, die jungen Talenten den Zugang zur Branche eröffnen, sowie durch Arbeitsmodelle, die moderne Erwartungen wie Flexibilität und Weiterentwicklung berücksichtigen. Ein Umdenken und das Aufbrechen veralteter Strukturen sind notwendig, um neue Impulse zu ermöglichen. Ein aktiver Wissenstransfer, etwa durch Mentoring, verbindet frische Ideen mit bewährtem Know-how. Frauen müssen nicht speziell gefördert werden – Talent, Wille und Mut, unabhängig vom Geschlecht, sollten gefördert werden. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam anpacken und voneinander lernen. So wird Diversität langfristig gestärkt, der Sport zukunftsfähiger und gewinnt an gesellschaftlicher Relevanz.
Gabriela Buchs, CEO, Cycling Unlimited

Diversität entfesselt die Magie des Sports
Diversity oder Vielfalt spielt in der heutigen globalisierten Welt in allen gesellschaftlichen Bereichen eine sehr große Rolle und dazu gehört selbstverständlich auch der Sport. Die Relevanz wird in den kommenden Jahren verstärkt zunehmen, da inzwischen durch unterschiedliche Studien belegt ist, dass „echte“ Diversity auf der einen Seite mit großen Herausforderungen verbunden ist, aber auch langfristig das Überleben von Sportvereinen und- verbänden oder Unternehmen sichern kann.
Sport hat etwas von Magie - hier kommen Menschen zusammenkommen, die eventuell sonst niemals nur ein Wort miteinander gewechselt hätten. Damit diese Magie weiterhin Bestand hat, braucht es vor allen Dingen ein Umdenken, Offenheit und Haltung und dies muss mit Taten, kreativen Ideen und veränderten Strukturen aktiv gestaltet werden.
Problemstellungen wie zum Beispiel die Verjüngung von Sportunternehmen oder Sportverbänden oder die Erhöhung des Frauenanteil in Führungspositionen kann durch gezielte und attraktive Förderprogramme, die junge Talente ansprechen, gelingen. Das können Mentoring-Programme, flexible Arbeitszeitmodelle, Antidiskriminierungskurse und die Schaffung einer vielfältigen Unternehmenskultur sein. Alle Aktivitäten fördern im positiven Sinne das Zusammenleben, die wirtschaftliche Entwicklung und bringt das Leistungsprinzip zurück, was die Erfolgsgrundlage im Sport ist!
Kathrin Boron, Laufbahnberatung, Olympiastützpunkt Niedersachsen

Krisenresistenz durch Diversity
Die Bewusstseinsforschung zeigt, dass wir vor dem nächsten großen Entwicklungssprung stehen: Dem Schritt von individuellen Meinungen und wertebasierten Perspektiven hin zu kollektiver Intelligenz. Um diesen Schritt zu vollziehen, brauchen wir dringend „alle an Bord“ - das ganze Spektrum, die breite Vielfalt und Verschiedenheit des Menschseins in den Sportkulturen. Zukunftsfragen, die zu komplex sind, um von einer Person oder einer homogenen Gruppe von Personen beantwortet zu werden, erfordern Diversität.
Meiner Meinung nach sind die wichtigsten Diversity-Themen derzeit:
- Ethik und Integrität im Sport: Vielfalt stärkt Fairness, Respekt und Chancengleichheit; und die Wahrung der Glaubwürdigkeit ist entscheidend, um das Vertrauen von Fans, Sponsoren und der Öffentlichkeit zu erhalten oder wiederzugewinnen,
- Innovationskraft und Kreativität: Vielfalt fördert unterschiedliche Denkweisen und bringt frische Perspektiven. Dies ist besonders relevant für die Entwicklung neuer Formate und Marketingstrategien, da der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Publikums im digitalen Zeitalter immer anspruchsvoller wird,
- Führung und Entscheidungsfindung: Vielfalt in der Führung ist entscheidend, um Entscheidungen zu treffen, die das gesamte Spektrum der Gesellschaft widerspiegeln,
- Veränderte Fanerwartungen und Generationswechsel: Die jüngere Generation hat andere Erwartungen und Interessen als ältere Fans,
- Wahrnehmung und Anziehung neuer Zielgruppen: Vielfältige Teams können besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Fans eingehen.

Um die Verjüngung von Sportunternehmen wirksam voranzutreiben, bedarf es sicherlich vielschichtiger Maßnahmen und vor allem einer individuellen Betrachtung oder besser noch einer konkreten Analyse der Sport-/Organisation, denn keine Organisations- und Führungskultur („Kultur und Identität“) „tickt“ gleich wie die andere. Was aber auf jeden Fall angegangen werden kann, sind folgende Maßnahmen:
- Mentoring-Programme für junge Führungstalente
- Programme, die speziell auf eine vielfältige und junge Führungskultur abzielen
- "Techno-affine" junge Talente zur schnelleren Integration digitaler Lösungen und neuer KI-Programme
- Entwicklung eines modernen WIR-Mindsets für eine offene Unternehmenskultur
- Deep Dive Sessions (ein Format, um Organisationen in ihrer gesellschaftlichen Wirksamkeit zu unterstützen)
- Diversity Management als eigener Denkraum im Unternehmen mit der Kernfrage: “Was tun wir bereits und was müssen wir noch tun, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Vielfalt in unserem Unternehmen zu fördern?“
Eines meiner großen Anliegen ist es, mehr Frauen im Sportmanagement zu sehen bzw. diejenigen, die bereits im Sportmanagement tätig sind, noch stärker zu befähigen und untereinander zu vernetzen. Denn der Aufbau eines starken Netzwerkes ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, wenn es darum geht, ehrlich und aus erster Hand zu erfahren, wie andere Frauen es geschafft haben, sich nachhaltig in der Branche zu positionieren. Und ein weiterer Schlüsselfaktor, den ich in meiner täglichen Praxis seit vielen Jahren begleiten darf, ist der kompetente Umgang mit Macht, Einfluss und Self-Empowerment.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Sport/Business die Fähigkeit besitzen muss, mit Krisen und Umweltveränderungen konstruktiv und zukunftsorientiert umzugehen. Der Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, wie flexibel sie sich an veränderte gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpassen und wie stark ethische und nachhaltige Werte in Kultur, Struktur und Strategie integriert werden können. Mit anderen Worten: Wandel ist kein Zufall, sondern eine überlebensnotwendige Schlüsselkompetenz. Und das Geheimnis des Wandels liegt darin, alle Energie darauf zu verwenden, nicht das Alte zu bekämpfen, sondern das Neue zu gestalten.
Christiane Mitterwallner, Geschäftsführerin, MITTERWALLNER CONSULTING & Partner
Homogenität bremmst Innovationskraft
Ich habe die Sportwelt damals verlassen, weil sie sich zu langsam in der Innovation entwickelte. Innovation entsteht nur, wenn verschiedene Gedanken und Ideen aufeinandertreffen, sich gegenseitig herausfordern und man bereit ist, Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Leider ist der Sport noch immer stark traditionell geprägt und weist eine sehr homogene Führungsebene auf. Diese Homogenität mag für ein harmonisches Arbeitsklima vorteilhaft sein, jedoch nicht für die notwendige Innovationskraft. Diversität ist entscheidend, um neue Impulse zu setzen und den Sport voranzubringen. Meine Beobachtungen der letzten 20 Jahre zeigen, dass man konkrete Ziele für Diversität setzen und deren Fortschritt messbar machen muss, um wirklich nachhaltige Veränderungen zu erreichen.

Um z.B. eine Verjüngung in Sportverbänden zu erreichen, sollte man sich zunächst fragen, was die junge Generation wirklich möchte. Meistens sind es Flexibilität am Arbeitsplatz, Förderprogramme und die Chance, Verantwortung zu übernehmen und mitzuwirken. Das unterscheidet sich deutlich von früheren Zeiten, in denen man sich den Weg nach oben mühsam erarbeiten musste. Heute erwarten junge Talente, dass sie von Anfang an mitdenken und mitgestalten dürfen. Auch wenn das nicht immer möglich ist, sollte ein Mittelweg gefunden werden, der Lernen und Mitbestimmung vereint. Solche Bedingungen ziehen motivierte junge Menschen an.
Ich bin überzeugt, dass man auch den Mut aufbringen sollte, junge Leute frühzeitig in Führungspositionen zu befördern. Andernfalls bleibt alles beim Alten, und die Verjüngung geschieht nur sehr langsam. Auch hier sollte es ein klar definiertes Ziel sein, das messbar ist. Letztendlich muss dieser Wandel von ganz oben gewollt und unterstützt werden, sonst wird die Umsetzung schwierig.
Gleiches gilt auch für Frauen in Führungspositionen. Obwohl ich persönlich keine große Befürworterin von Quoten bin, sehe ich sie aktuell als notwendig, um mehr Frauen in Managementpositionen im Sport zu fördern. Ohne verbindliche Ziele besteht das Risiko, dass Organisationen sich nicht ausreichend bemühen, Frauen und junge Talente zu finden, die neue Perspektiven einbringen und den Status quo infrage stellen. Im Vergleich zu anderen Ländern, besonders den nordischen, bleibt die Schweiz stark von traditionellen Strukturen geprägt. Quoten könnten hier eine Basis schaffen, um den Wandel zu beschleunigen. Zudem sollten Frauen bereits nach dem Gymnasium stärker gefördert werden. Während Männer oft Führungsaufgaben und Netzwerkmöglichkeiten im Militär erhalten, fehlen solche Chancen für Frauen. Initiativen, die Frauen früh zusammenbringen – sei es durch Sport oder andere Aktivitäten – wären hier wertvoll.
Diana Engetschwiler, Co-Founder, WolfPak
Diversity als Schlüssel zur Innovation
Diversity ist heutzutage ein wesentlicher Faktor, um auf drängende Herausforderungen im Sportmanagement zu reagieren. Vielfältige Teams leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Lösung des Fachkräftemangels – sie bereichern auch die gesamte Organisation mit unterschiedlichen Perspektiven, die oft innovative Ansätze und kreative Lösungen hervorbringen. Durch die Vielfalt in Teams wird zudem ein besseres Verständnis für eine heterogene Zielgruppe entwickelt, was das Vertrauen der Community stärkt. Ein weiterer Vorteil ist die Förderung von Chancengleichheit, die hilft, strukturelle Barrieren im Zugang zu Sport und Management abzubauen und eine gerechtere Grundlage für alle zu schaffen.

Eine zielgerichtete Verjüngung im Sportmanagement lässt sich durch Trainee-Programme und Mentoring gezielt fördern. Eine zusätzliche Möglichkeit besteht darin, jungen Talenten die Verantwortung für digitale und zukunftsorientierte Projekte zu übertragen, um ihre Perspektiven einzubringen und frische Ideen zu integrieren. Zudem ist eine moderne Unternehmenskultur, die flexible Arbeitsmodelle und Work-Life-Balance betont, attraktiv für die junge Generation und fördert langfristiges Engagement.
Die Förderung von Frauen im Sportmanagement ist ein weiterer wichtiger Baustein, um Vielfalt zu verankern. Durch gezielte Entwicklungsprogramme und die Schaffung von Netzwerken und Mentoring-Plattformen lässt sich eine wertvolle Basis für weibliche Karrieren schaffen. Auch die gezielte Repräsentation weiblicher Vorbilder auf allen Hierarchiestufen spielt eine wichtige Rolle, da sie zukünftigen Generationen als Inspiration dient. Die Gleichstellungspolitik in Unternehmen muss ebenfalls sichtbar und konsequent sein, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu steigern.
Michaela Schotte, Geschäftsführerin, Freiburger Kreis
Entfernung von klassischen Organisationsformen Schlüssel
Die Vielfalt von Menschen mit Bezug auf Alter, Herkunft, Geschlecht, Weltanschauung und Ausbildung ist Pflicht für jedes Unternehmen, das Innovation als wesentliches Merkmal seines Handelns versteht. Die digitale Transformation ist eine einzige Innovationsmaschine, die den Organisationen eine hohe Dynamik und Anpassungsfähigkeit abverlangt. Insofern wird der Erfolg von Unternehmen auch von deren Willen und Fähigkeit abhängen, den notwendigen Grad an Diversität sicherzustellen
Der organisierte Sport in Deutschland wird diesem Anspruch derzeit nicht immer gerecht. Noch zu oft wird in klassischen Organisationsformen gedacht und gearbeitet, noch zu oft stehen transparenten Entscheidungsprozessen bestehende Old boy Netzwerke gegenüber. Ein solches Umfeld fördert keine Vielfalt und führt in der Summe zu schlechteren Entscheidungen.

Als Personalberatung für den Sport stehen für uns bei Suchprozessen immer und ausschließlich die Anforderungen an die Stelle im Vordergrund. Und es ist unser Anspruch auch potentielle Kandidatinnen und Kandidaten mit unterschiedlichem Alter, Herkunft, Geschlecht, Weltanschauung und Ausbildung zu finden, die auf das Anforderungsprofil passen. Leider gelingt uns das nicht immer weil es einfach zu wenig geeignete Kandidaten gibt.
In Bezug auf Frauen wird dies am besten sichtbar. Der Anteil von Frauen in den Unternehmen ist unverändert zu niedrig, insbesondere in Führungspositionen Wir stehen immer wieder vor der Herausforderungen geeignete Kandidatinnen zu identifizieren und auch für eine neue Herausforderung zu begeistern. Ein häufig gehörtes Argument ist hierbei das Thema Familie und Kinderbetreuung. Hier scheint es trotz gesetzlicher Initiativen und Rechtsansprüchen noch immer zu große Lücken in der Versorgung zu geben. Daneben helfen sicher Frauen-Netzwerke und weibliche Vorbilder, dass sich mehr Frauen mehr zutrauen und auch im häufig Männer-lastigen Sport erfolgreich seien wollen.
Aber auch auf Seiten unserer Auftraggeber gilt es immer wieder Überzeugungsarbeit zu leisten, wenn Kandidatinnen zur Auswahl stehen. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich, es gibt kein Argumentationsmuster. Wenn aber ein geringeres Angebot auf eine zurückhaltende Nachfrage treffen, kommt es weniger häufig zu einem Fit. So gilt es für mehr Vielfalt in Sport auf beiden Seiten zu werben.
Dr. Marcus Hochhaus, Managing Partner, SPORTHEADS










