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05.02.2025

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Social-Media-Trends 2025: Warum KI-Tools nur Werkzeuge bleiben

Die Social-Media-Landschaft entwickelt sich auch 2025 rasant weiter. Von KI-gestütztem Content bis zu personalisierten Communities – welche Plattformen, Strategien und Formate werden in den kommenden Monaten entscheidend sein? Wir wollen zusammen mit unserem Netzwerk einen Blick auf die wichtigsten Social-Media-Trends 2025 werfen.

Reale Geschichten sind unersetzbar

2025 stehen die sozialen Medien zwischen KI-generierten Inhalten und dem Wunsch nach Authentizität. Echte Menschen, nahbare Ich bin raus-Erlebnisse und kein Faceless Marketing – der Fokus liegt auf realen Geschichten, die inspirieren und zur Interaktion einladen.

KI bleibt ein kreativer Sparringspartner, doch echte Erlebnisse lassen sich in unserer Welt nicht automatisieren. Live-Formate und Community-Events gewinnen an Bedeutung und ersetzen klassische Influencer-Kampagnen. Der direkte Austausch mit der Zielgruppe wird wichtiger, um Inhalte mit Mehrwert in Echtzeit zu schaffen. So entsteht ein modernes Storytelling, das Marken und Endkonsumenten nachhaltig verbindet.

Stefan Ostertag, CMO, Schöffel

Effektives Storytelling muss gelernt sein

Die Social Media Welt erlebt einen Wandel durch technologische Innovationen und veränderte Nutzererwartungen. KI-gestützte Algorithmen personalisieren Inhalte, was die Nutzerbindung stärkt.

Long-Form-Content auf Plattformen wie YouTube, Podcasts und LinkedIn wird immer wichtiger für effektives Storytelling, besonders im Edutainment-Bereich. YouTube wird meiner Meinung nach noch unterschätzt als Social Plattfom für deep dives mithilfe audiovisueller Inhalte. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Short-Form-Content auf Plattformen wie TikTok und Reels, die kurze Aufmerksamkeitsspannen bedienen. Die optimale Balance zwischen Long- und Short-Form-Inhalten ist dabei von entscheidender Bedeutung. 

Die Kombination von organischen und bezahlten Inhalten maximiert Sichtbarkeit und Kundenbindung, indem sie Glaubwürdigkeit und Reichweite vereint.

Zusammenspiel zwischen Markt und Firmenzentrale: Die Social Media Strategie von Unternehmen ist eng mit der Interaktion zwischen internationalen Märkten und Headquarters verbunden, um Markenbotschaften zu bündeln und die Emotionalisierung der Marke zu stärken. Die Generation Z nutzt zunehmend Social Media statt traditioneller Medien, was neue Chancen für Unternehmen eröffnet und die Zahl der Social Media Nutzer wird bis 2026 auf 6 Milliarden ansteigen.

Sebastian Iffert, Geschäftsführer, LOBECO

Social Media wirklich verstehen lernen

Natürlich könnte ich jetzt über KI, Algorithmen und neue Features sprechen – aber dann diskutieren wir wieder nur über Werkzeuge. Das eigentliche Problem ist viel grundsätzlicher: Viele Marken behandeln Social Media noch immer wie klassische Werbung. Doch Social Media ist keine einseitige Hochglanzkommunikation – es ist Dialog, Beziehungspflege und Community-Building. Und sie ist im steten Wandel.

Influencer-Marketing verliert daher weiter an Strahlkraft. Konsumenten folgen nicht mehr blind den großen Namen, sondern suchen nach echten Verbindungen. An die Stelle klassischer Influencer treten Communitys, die sich um Marken, Werte und Erlebnisse gruppieren. Reine Influencer-Events weichen hybriden oder Community-zentrierten Veranstaltungen. Die Zukunft gehört Live-Erlebnissen, die mit allen Sinnen erfahrbar sind – und dabei authentisch wirken.

Auch im Storytelling gibt es eine Verschiebung: Menschen wollen nicht einfach gebrandete Inhalte, sondern relevanten Nutzen. Cinematic Storytelling und echte Gesichter gewinnen an Bedeutung. Die Geschichte des Porsche Zentrums Göppingen ist ein Paradebeispiel: Durch konsequentes Storytelling, Nahbarkeit und ein starkes Markengesicht hat es auf Instagram über 120.000 Follower aufgebaut. Das zeigt: Echtheit schlägt Branding.

Die Frage ist also nicht, welche neuen Trends 2025 relevant sind – sondern ob Marken endlich verstehen, dass Social Media nicht Werbung ist, sondern echte, emphatische Kommunikation.

Björn Kruse, CEO, Kruse+Company Werbeagentur

Authentizität und KI-basierte Personalisierung

2025 wird für mich das Jahr, in dem Authentizität und KI-basierte Personalisierung dominieren werden. User suchen verstärkt nach echten, unverfälschten Inhalten. Plattformen, die intime Einblicke und Communities fördern, wie BeReal oder Threads, könnten weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig wird die KI weiter Social Media revolutionieren: Von individuell zugeschnittenen Feeds bis hin zu KI-generierten Inhalten wird die Interaktion persönlicher und effizienter.

Kurzform-Videos bleiben führend, jedoch mit einer Entwicklung hin zu mehr Bildung und Mehrwert. Die Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiges Marketing werden immer wichtiger, da die Generation Z und Alpha bewusster konsumieren.

Ein Wandel ist für mich auch in der Nutzung sichtbar: Statt quantitativer Präsenz wird Qualität zählen. Menschen ziehen sich teils von großen Plattformen zurück und nutzen Nischenplattformen, die spezifische Interessen abbilden. Der Fokus verschiebt sich langsam aber doch von bloßer Unterhaltung hin zu gezielter Inspiration und sinnvoller Vernetzung. Daher würde ich wie folgt zusammenfassen: Social Media wird intimer, intelligenter und bewusster.

Lukas Rössler, Inhaber & CEO, Fosbury

Authentizität und Glaubwürdigkeit auf die Nr.1

Im Jahr 2025 wird sich die Nutzung sozialer Medien stark verändern – weg von der Masse hin zur Bedeutung und Menschlichkeit. Authentizität, Nahbarkeit und Personalisierung werden die entscheidenden Trends sein. 

Nutzer wünschen sich nicht nur oberflächliche Inhalte, sondern Geschichten, die sie emotional ansprechen und mit denen sie sich identifizieren können. Storytelling wird zur Schlüsselstrategie, mit einem klaren Fokus auf Qualität über Quantität. Es geht darum, Inhalte zu teilen, die echten Mehrwert bieten und die Menschen berühren.

Ein entscheidender Trend wird der wachsende Einfluss von Corporate Influencern sein. Mitarbeiter und Führungskräfte übernehmen zunehmend die Rolle von Markenbotschaftern und teilen persönliche Einblicke in ihre Arbeit. Auf Plattformen wie LinkedIn wird dies besonders wichtig, da hier die Authentizität von Menschen, die das Unternehmen repräsentieren, mehr Gewicht bekommt als klassische Unternehmenskommunikation. Diese echten Geschichten schaffen Vertrauen und machen die Marke greifbar. 

2025 wird Social Media eine Plattform liefern, auf der Marken durch authentische und nachvollziehbare Botschaften eine starke Präsenz aufbauen – menschlich und greifbar.

Celine Pfleiderer, Geschäftsführerin, BrandingPeople GmbH

Fandom um die eigene Marke kreieren

Neben dem Einsatz von KI-Agents und dessen Auswirkungen, sehe ich im Social Media den Trend nicht mehr Follower, sondern Fandom zu kreieren. Das bedeutet, dass der Fokus eines Brands 2025 darauf liegen sollte, einen echten Kult um die eigene Marke aufzubauen. Und zwar so, wie wir es im letzten Herbst mit den Swifties in Zürich gesehen haben: die loyale Fangemeinde, die sich mit der Markenvision identifiziert und dies mit anderen auf Social teilt. Authentizität und Community werden 2025 allenfalls immer wichtiger: Marketers werden mehr Zeit in den Kommentarfeldern verbringen, um ihre Community zu verstehen und massgeschneidert Angebote schneidern zu können.

Snapchat kehrt wieder ins Social-Game zurück, das sieht man mit 850 Millionen monatlichen Nutzer:innen weltweit deutlich. Die Plattform, die vor allem die jüngere Zielgruppe unter 25 Jahren anspricht, wird 2025 auch für Marketer interessant - nicht zuletzt auch wegen neuen AR-Features und Direktnachrichten-Marketing. Der Fakt, dass Mark Zuckerberg als CEO von Meta auf seinen Plattformen weniger Zensur möchte, wird wieder neue Plattformen ins Leben rufen. Instagram Nutzer:innen, die von Zuckerbergs Nähe zu Trump und seinen letzten Handlungen desillusioniert sind, sehen sich Alternativen an. Hier könnte Pixelfeld als dezentrales und quelloffenes Tool interessant werden. Zudem werden Reels auf Instagram und TikToks tendenziell wieder länger, gerade, wenn sie organisch für tiefere Inhalte und Storytelling eingesetzt werden. 

Ferris Bühler, CEO, Ferris Bühler Communications

Vom perfekten Feed zur echten Story

2025 erleben wir eine Renaissance für längere Inhalte. User sehnen sich nicht nur nach schnellen Kurzclips, sondern auch nach tiefgründigen und informativen und unterhaltsamen Formaten. Der Fokus verschiebt sich weg von oberflächlichen Momentaufnahmen hin zu echten, authentischen Geschichten. Dafür investieren die User mehr Zeit.  

Gleichzeitig gibt es einen klaren Trend zu mehr Authentizität: Perfekt inszenierte, filterlastige Posts verlieren an Bedeutung, während ungeschönte, spontane Momente an Wert gewinnen. Plattformen wie BeReal, Snapchat oder Instagram Stories und Reels zeigen, dass die User lieber echte, unpolierte Einblicke in das Leben anderer sehen. Dieser Wandel eröffnet neue Chancen für Creators und Marken, die bereit sind, echte Geschichten zu erzählen und tiefere Verbindungen zu ihrem Publikum aufzubauen.

Manuela Albrecht, Head of Consulting, Gruber & Ianeselli

Plattformübergreifende Automatisierung im Community-Building

Fans zu erreichen und täglich mit relevanten Inhalten zu versorgen, ist heute unverzichtbar. Sport-Communities lassen sich besonders leicht aufbauen, da Fans immer aktuell informiert sein wollen. Mit der Newsadoo-Technologie können Vereine und Verbände ihre Fans gleichzeitig auf Social Media, Apps und Webseiten mit Echtzeit-Inhalten erreichen – und behalten dabei die volle Kontrolle über die Inhalte.

Der Aufwand bleibt minimal, während die Wirkung maximal ist: Eigene Beiträge werden automatisiert verteilt und mit zusätzlichen, passenden Inhalten ergänzt. So entsteht eine 24/7-Versorgung der Fans mit relevanten News. Die Fan-Bindung wächst, und Vereine können ihre Community besser und effizienter erreichen. Newsadoo macht es für jeden Sportverein einfach, Fans zu begeistern – ohne großen Zeit- oder Ressourceneinsatz.

David Böhm, CEO & CO-Founder, newsadoo

Die KI-Lawine rollt los

Der Trend, der Lawinen-artig auf uns zukommt, heisst AI-generated content. Es wird nicht mehr lange gehen, dann bricht das los. Und dann wird es interessant, denn das bringt Bewegung in die Sache. Jeder Trend wird einen Gegentrend erzeugen, der könnte dann die absolute Echtheit sein, als schöner Kontra-Punkt. Influencer selbst müssen auf den fahrenden Zug aufspringen, wenn sie clever sind. Selbst UGC wird bald AI-powered funktionieren. Ich hole mir also schon mal eine Tüte Popcorn und schaue der Sache gebannt zu. 

Gleichzeitig zieht das Nutzerverhalten auf natürliche Art und Weise hin zur Interaktion. Das ist nichts Neues, wird sich meiner Meinung nach aber verstärken, wenn immer mehr Künstliches kursiert. Die viel spannendere Frage ist ja, wie reagieren die Plattformen mit den Algorithmen. Denn die bestimmen ja das Nutzerverhalten mit. Meta, x, TikTok - deren Macht wird immer politischer. Und das steuert dann das Nutzerverhalten. Popcorn, Teil 2. 

Dennis Lück, Gründer & Geschäftsführer Kreation, brinkertlück Schweiz GmbH

Zwischen KI und politischen Verschiebungen

Wer über Social Media im Jahr 2025 spricht, kommt an zwei zusammenhängenden Entwicklungen nicht vorbei: Erstens dürfte ein nahezu flächendeckender Einsatz von künstlicher Intelligenz bevorstehen, und zweitens geht offenbar der Rechtsruck der grossen Plattformen mit Duldung von Hate Speech, Trollen und Bots weiter. 

Künstliche Intelligenz ist Chance und Gefahr: Einerseits kann sie hilfreich sein, indem sie Personalisierung und effizientere Content-Kuration ermöglicht. Wer würde nicht nur Beiträge lesen wollen, die einen interessieren? Das Versprechen ist da, allerdings sehe ich es derzeit noch nicht wirklich erfüllt. Kurzfristig könnte die dunkle Seite der KI mehr Durchschlagskraft entwickeln: massenhaft generierte Bot-Inhalte, die Authentizität und Glaubwürdigkeit bedrohen. Meta (Facebook, Instagram) hat angekündigt, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen, plant aber gleichzeitig KI-Charaktere, die wie echte Nutzer agieren. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass bereits in diesem Jahr über die Hälfte der Inhalte auf Social Media KI-generiert sein könnte.

Verschärfung des politischen Klimas. Nach Musks Twitter-Übernahme und Metas Abschaffung des Fact-Checkings erscheinen Alternativen wie das dezentrale Mastodon oder BlueSky zwar attraktiv – doch der Wechsel bleibt schwierig. Alte Twitter-Hasen wie ich fremdeln leider sowohl mit «X» als auch mit den neuen Plattformen. LinkedIn scheint derzeit noch etwas aussen vor, ist aber gegen die Bot-Armada auch nicht gefeit. 

Insgesamt ist die Zukunft der bisher «sozialen» Netzwerke derzeit leider ungewiss. Es bleibt zu hoffen, dass sich eine Plattform herausbildet, auf der weiterhin zivilisierter Diskurs und sinnstiftende Interaktionen unter normalen Menschen möglich sind.

Peter Hogenkamp, CEO & President, Scope Content AG

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