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15.09.2025 - 11:32

Studienreise des VSSA Verein Schweizer Stadion- und Arenabetreiber

Legendäre Konzerthallen, kultige Clubs, mondäne und modernste Stadien und Arenen. Paris bietet jeder Art von Event eine passende Bühne. Faszinierend dabei ist die Vielfalt und das Publikumsvolumen der Veranstaltungsorte, welche die französische Metropole vereint. Gelegenheit für die Mitglieder des VSSA Verein Schweizer Stadien- und Arenabetreiber, auf ihrer Studienreise exklusivste Einblicke hinter die Kulissen der legendären Pariser Eventlocations zu gewinnen.
 

Drinnen der Duft von Kaffee und Croissants. Draussen das pulsierende Leben von Paris. Philipp Musshafen, CEO des Hallenstadions Zürich und Präsident des VSSA Verein Schweizer Stadien- und Arenabetreiber, begrüsst die rund 20-köpfige Mitglieder-Delegation aus der Schweiz und stellt ihr ihren Guide vor: Olivier Toth, Geschäftsführer und Inhaber der Luxemburger Konzerthalle rockhal.lu und Präsident der EAA, des Europäischen Verbands der Arenabetreiber – ein Kenner der Pariser Eventlocationszene. Das Programm ist straff: Mit der Metro geht es zuerst in den Norden der Stadt, in das Viertel Porte de la Chapelle, das sich im Aufbruch befindet. Hier steht die brandneue Adidas Arena, ein Symbol für die Zukunft und ein Erbe der Olympischen Spiele 2024. Mit einer Kapazität von bis zu 9’000 Zuschauern war sie Austragungsort der olympischen Badminton- und Rhythmische-Gymnastik-Wettbewerbe und dient heute als Multifunktionshalle mit Schwerpunkt Sport. Die VSSA-Delegation ist beeindruckt von der modernen Architektur, die von den Pariser Büros SCAU und NP2F entworfen wurde und auf nachhaltige Materialien wie Holz und CO2-armen Beton setzt. «Beeindruckend, wie hier Nachhaltigkeit und Funktionalität vereint wurden», bemerkt Tom Winter von der Festhalle Bern, die ein ähnliches Konzept verfolgt. Es wird schnell klar: Hier wurde nicht nur für ein Grossereignis gebaut, sondern ein langfristiger Impuls für den gesamten Stadtteil gesetzt. Die Arena ist heute auch Heimstätte des aufstrebenden Basketball-Teams Paris Basketball, das in der EuroLeague spielt.

© Zeno van Essel

Die nächste Station gehört zu den Ikonen der Pariser Eventlandschaft: die Accor Arena, besser bekannt unter ihrem früheren Namen Palais Omnisports de Paris-Bercy. Die 1984 eröffnete und 2015 für 90 Millionen Euro umfassend modernisierte Arena ist mit einer Kapazität von über 20’300 Zuschauern bei Konzerten, eine der grössten und wichtigsten Europas. Hier spürt man den Puls der Superstars wie Drake, Lady Gaga und Katy Perry und viele mehr, die hier schon aufgetreten sind. Mit über 250 Veranstaltungen pro Jahr ist die Arena praktisch permanent ausgebucht – ein Luxus, der nur wenigen Venues weltweit zuteilwird. Das Ambiente ist geprägt von wohnlichem Luxus und mondäner Grösse – zumindest im Publikumsbereich. Ein Blick in die hauseigene Küche, wo auf kleinstem Raum das ganze Catering für alle Events und alle Bereiche bewältigt wird, erinnert an die Enge der Bordküche eines Kreuzfahrtschiffs. EinBereich, dem vor allem Gabriela Fischer und Patrick Schubiger vom Catering Service Migros Ostschweiz mit viel Interesse ihre Aufmerksamkeit schenken.

© Zeno van Essel

Im scharfen Kontrast dazu der Besuch im Bataclan. Die intime Atmosphäre des legendären Musikclubs mit seiner Kapazität von rund 1’500 Plätzen berührt die Besucher auf eine ganz andere Weise. Denn das Bataclan ist nicht nur ein Ort für grossartige Konzerte, sondern auch ein Ort des Gedenkens. Der Terroranschlag vom November 2015 hat sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, wie die Geschäftsführerin des Bataclan erklärt. Die VSSA-Delegation erlebt einen Moment der Stille und des Respekts, bevor sie sich mit der bewegten Geschichte und der heutigen Bedeutung des Clubs auseinandersetzt. Nach einem gemütlichen Dinner in einem stimmungsvollen Pariser Innenhof-Restaurant gönnen sich die VSSA-Mitglieder, auf Initiative von Marcel Näpflin(Head of Sales Urimat Schweiz), noch einen Absacker in der legendären Buddha-Bar – der Ort, in dem in den 1990ern eine legendäre House-Music-Serie entstanden ist.

© Zeno van Essel

Zum Glück steht am nächsten Morgen um 9 Uhr der Bus parat, um die Gesellschaft in den Nordwesten der Stadt zu bringen zum futuristischen Geschäftsviertel La Défense mit der gleichnamigen Arena. Alles dort ist futuristisch – auch die Arena. Das 2017 eröffnete architektonische Meisterwerk ist mit einer Kapazität von bis zu 45’000 Zuschauern und mit einer Fläche von 94’000 Quadratmetern die grösste Indoor-Arena Europas. Ursprünglich als Heimstätte des Rugby-Clubs Racing 92 konzipiert, hat sich die Arena schnell zu einem der gefragtesten Venues für Konzerte der Superlative entwickelt. Allein 2023 fanden hier neun Konzerte mit über 40.000 Zuschauern statt. Taylor Swift füllte die Arena im Mai 2024 an vier aufeinanderfolgenden Abenden, und auch Bruce Springsteen und P!nk haben hier jeweils zwei Shows gespielt. Beeindruckend: Während der Olympischen Spiele wurde die Arena kurzerhand in ein gigantisches Schwimmstadion verwandelt!

© Zeno van Essel

Gigantismus auch beim nächsten Halt: das Stade de France. Das 1998 für die Fussball- Weltmeisterschaft erbaute Nationalstadion mit seinen 80’698 Plätzen ist nicht nur das grösste Stadion Frankreichs, sondern auch eine wirtschaftliche Maschinerie. Mit jährlichen Einnahmen von rund 78 Millionen Euro ist es ein Ort grosser Emotionen und nationaler Triumphe. Hier wurde Frankreich 1998 Fussball-Weltmeister, und auch bei den Olympischen Spielen 2024 stand das Stadion im Mittelpunkt des Geschehens, als Austragungsort der Leichtathletik- Wettbewerbe und der spektakulären Schlussfeier. Die VSSA-Delegation geniesst den exklusiven Blick hinter die Kulissen dieses legendären Stadions, hat Einblick in die Mannschaftsräume, die Präsidenten-Tribüne und in das unterirdische Labyrinth mit der raffinierten Hydraulik-Konstruktion, mit der sich die unteren Tribünenreihen automatisch einfahren lassen und aus einem Fussball – ein Leichtathletik Stadion entsteht.

© Zeno van Essel

Im Feierabendverkehr, der in Paris bereits um 15 Uhr einsetzt, gehts zurück ins Herz der Metropole. Am Boulevard des Capucines öffnet L'Olympia exklusiv für die Schweizer Delegation seine Tore. Dieses Konzerthaus gilt als Juwel der Pariser Musikgeschichte. 1893 eröffnet, sind hier alle aufgetreten: von Edith Piaf und Jacques Brel bis hin zu den grössten internationalen Stars – aber auch ein Schweizer, Stephan Eicher! Mit seiner intimen Atmosphäre und seiner reichen Geschichte verkörpert das L'Olympia die Seele der Pariser Bohème und des Chansons. Die roten Plüschsessel, die Patina an den alten Wänden, die legendäre Marilyn-Bar im Backstage-Bereich und der geheimnisvolle «Salle de Billard», wo einst Frankreichs Könige ihrem Freizeitvernügen frönten – all das und die spannenden Geschichten, die die Direktorin zuerzählen weiss, beeindrucken die Mitglieder des VSSA ganz besonders. Zum Ende des Tages lässt ein Teil der VSSA Delegation den Abend noch bei einer Seine-Schifffahrt mit Dinner und Live-Musik ausklingen, die auch die Möglichkeit bietet, die Stadt noch aus einem anderen Sichtwinkel vom Wasser aus zu betrachten.

© Zeno van Essel

«Beeindruckend, dass eine einzige Stadt so viele unterschiedliche und vor allem auch so grosse Eventlocations vereint – und alle wirtschaftlich betrieben werden können», meint Philipp Musshafen nach dieser Tour de Force durch die Pariser Eventlocations. Doch er gibt zu bedenken: «Paris profitiert von einem Einzugsgebiet, das mit 12,4 Millionen Einwohnern mehr als ein Drittel grösser ist als die gesamte Schweiz.» Die schiere Grösse dieses Marktes wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Umsatz pro Venue in der Region Île-de-France bei 3,3 Millionen Euro liegt – doppelt so hoch wie im französischen Durchschnitt. Dazu kommen 47,6 Millionen Touristen, die jährlich Paris und seine Umgebung besuchen. Musshafen: «Diese Reise war extrem inspirierend und motivierend, um auch unsere Schweizer Eventlandschaft auf das nächste Level zu heben und die gewonnenen Erkenntnisse in innovative Projekte umzusetzen.»


Kontakt
AG Hallenstadion
Philipp Musshafen (CEO)
E-Mail: musshafen@hallenstadion.ch
Web: hallenstadion.ch

 

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