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19.02.2025
Was den Frauenfussball so besonders macht und welche Chancen sich daraus für Sponsoren ergeben
„Das grösste Wachstumspotenzial liegt im Frauenfussball, die grösste Chance im Anderssein. Denn wer bis jetzt noch kein Fan des Männerfussballs ist, hat dafür auch einen Grund“, meint Tatjana Haenni, Chief Sporting Officer der amerikanischen Frauenfussball-Liga NWSL, im SPORTFIVE-Podcast.
Die Zahlen sprechen für sich: Ein Drittel aller Frauenfussball-Fans hat sich laut Global Data 2024 vorher nicht oder nicht mehr für Fussball interessiert. In Deutschland wird der Frauenfussball laut einer DFB-Studie von 2022 in den kommenden Jahren hinsichtlich Umsatzzahlen, Zuschauenden und aktiver Spielerinnen weiterwachsen. Bereits jetzt ist das Interesse an Frauenfussball in der Gesamtbevölkerung auf einem Niveau mit Männer-Handball (Quelle: SPORTFIVE Trendreport 2024). Und 2025 folgt mit der UEFA Women’s EURO 2025 in der Schweiz das nächste europäische Frauenfussball-Highlight, das neue Rekorde bei Zuschauerzahlen und TV-Einschaltquoten setzen wird.
Nahbarkeit, Fair Play und Authentizität sind Erfolgsfaktoren für den Frauensport
Was den Frauenfussball für Sponsoren besonders attraktiv macht, ist das charakteristische Markenumfeld, das sich wesentlich von dem des Männerfussballs unterscheidet: Frauensport wird als familienfreundlicher, fairer, authentischer und ehrlicher wahrgenommen als viele Disziplinen im Männersport. Dadurch wirkt der Frauensport wie ein sympathischer Gegenentwurf zu dem, was der Männersport und insbesondere der Männerfussball manchmal missen lassen. Umso wichtiger ist es, dass diese Eigenschaften im Zuge der weiteren Professionalisierung erhalten bleiben und nicht die Fehler des Männersports kopiert werden.
Gerade in Zeiten, in denen sich das gesellschaftliche Klima spürbar nach rechts verschiebt, können Unternehmen mit einem Engagement im Frauenfussball Haltung zeigen und mit werteorientierten Botschaften rund um Gleichberechtigung, Diversität und Nachhaltigkeit vor allem Frauen und jüngere Zielgruppen erreichen. 60% aller Konsumentinnen und Konsumenten erwarten von Marken, dass sie sich konkret für gesellschaftliche Belange einsetzen (McKinsey 2024). Gleichzeitig bietet ein Engagement im Frauensport Marken die Chance, am zukünftigen Wachstum zu partizipieren und eine gerechtere Sportwelt zu schaffen.
Auch die Sportlerinnen gehen als Vorbilder voran: Sie sind authentisch, smart und telegen, unkompliziert und professionell. Damit bringen sie nicht nur die perfekten Voraussetzungen mit, um ihren Sport und ihre Sponsoren zu repräsentieren. Sie lassen sich auch gern proaktiv für Sponsorenaktivierungen einbinden. Die starke Authentizität der Protagonistinnen sorgt zudem dafür, dass sie vielfach meinungsstark ihre Position vertreten und damit einen Gegenpol bilden zum professionalisierten Geschäft des Männersports.
Konsumrelevante und unterschätzte Zielgruppe
Mit einer veränderten Fanzielgruppe ändert sich auch die Fan-Experience, die im Zentrum aller Sponsoringaktivitäten steht. So entsteht Raum für neue Sponsoren und andere Produkte, die mit ihrer Werbung neue Zielgruppen erreichen. Mehr Vegan und Bio statt Wurst und Bier. Mehr Kosmetik- und Hygieneprodukte statt All-in-one-Shampoo. Der SPORTFIVE-Trendreport 2024 hat ergeben, dass 50 % aller Frauenfussballfans zwischen 25 und 44 Jahren alt sind und damit am Anfang bzw. mitten in ihrem Berufs- und Familienleben stehen – eine Phase, in der besonders viele (langfristige) Konsumentscheidungen getroffen werden. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ist der Frauenfussball also ein besonders attraktives Umfeld für Marken, die Familien als Zielgruppen haben. On top finden sie hier durch das besondere Profil des Frauenfussballs auch ein familienfreundliches Markenumfeld vor.
Als Zielgruppe werden Frauen oftmals unterschätzt: Sie tragen laut GWI nicht nur die Hauptverantwortung für den Lebensmitteleinkauf, sondern auch für den Einkauf im Haushalt. Trotzdem richtet sich ein Grossteil der Werbung nach wie vor an Männer. Der Frauensport bietet ein enormes Potential, eine überaus kaufkräftige Kundschaft mit zielgerichteten und passgenauen Botschaften zu erreichen.
Storytelling is key
Anders als im Männerfussball geht es bei einem Sponsoring im Frauenfussball nicht in erster Linie um die Reichweite, sondern um die Geschichten, mit der man die Zielgruppe erreichen will. Und dabei handelt es sich um – z.B. auf Social Media - nachweislich besonders engagierte Fans. Starke frauenspezifische Purpose-Themen, die Marken geschickt aufgreifen können, gibt es zuhauf: Sei es Gender Gaps wie den Gender Care Gap (z.B. Unternehmen aus der Lebensmittelbranche), den Gender Health Gap (Krankenkassen), den Gender Pension Gap (Banken und Versicherungen) oder auch Stereotype und Vorurteile, die es gegenüber Frauen gibt (Baumärkte, Autohersteller). Vorwerk ging mit gutem Beispiel voran: Als Partner der DFB-Frauen sorgte der Hersteller von Haushaltsprodukten mit einer Aktivierung rund um den Gender Care Cap 2024 für bundesweites Aufsehen und viel positive Resonanz.
Frauenfussballfans schätzen Engagement mit Haltung besonders: 86% der Frauenfussball-Interessierten finden es wichtig, dass sich Sponsoren für gesellschaftlich relevante Themen einsetzen. Und eine repräsentative SPORTFIVE-Umfrage zeigte 2023: Sogar 92% Prozent aller Frauenfussballfans wünschen sich in Zukunft mehr Kampagnen und Sponsorings mit weiblichem Fokus.
Der niedrigere Kommerzialisierungsgrad im Vergleich zum Männerfussball ermöglicht den Sponsoren nicht nur geringere finanzielle Einstiegspreise, sondern sichert ihnen auch die weitgehend ungeteilte Aufmerksamkeit der Fans. Im Frauenfussball gilt nach wie vor der „First-Mover-“ bzw. „Own-Your-Sports-Aspekt“: Während in Männerfussball bereits verschiedene Unternehmen aus ein und derselben Industrie über mehrere Rechtehalter vertreten sind, ist das im Frauenfussball nur selten der Fall. So können sich Sponsoren mit einem einzelnen Engagement als Förderer des Frauensports positionieren.
2025 ist ein Frauenfussballjahr. Mit der UEFA Women’s EURO 2025 in der Schweiz wird der Frauenfussball sich zu neuen Höhen aufschwingen, neue Rekorde brechen, neue Fans begeistern und neue Stars kreieren. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, diesen Boom zu nutzen, am zukünftigen Wachstum zu partizipieren und als Förderer des Frauenfussballs eine gerechtere Sportwelt zu schaffen.
Kontakt
SPORTFIVE
Frederik Festner (Marketing Communications)
E-Mail: frederik.festner@sportfive.com
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