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Ob Tourismus, Telekommunikation, Banken oder Versicherungen: Immer mehr Organisationen beschäftigen sich damit, wie sie in KI-Antworten erscheinen. Die Ansätze reichen von Content-Hubs und strukturierten Daten über Digital PR bis zu eigenen GEO-Agenten. Wir haben dazu Experten aus dem ESB-Netzwerk befragt. Ein gemeinsamer Nenner bleibt dabei: Relevanz und Datenqualität sind wichtiger als kurzfristige Optimierungstricks.

Wir analysieren wie KI-Systeme Swisscom wahrnehmen

KI verändert die Art, wie Menschen Informationen suchen, grundlegend. Deshalb bereiten wir bei Swisscom unsere Online-Präsenz gezielt darauf vor, nicht nur von klassischen Suchmaschinen, sondern auch von KI-Systemen wie ChatGPT oder Gemini verstanden zu werden. Die Grundlage bilden weiterhin bewährte SEO-Prinzipien: hochwertige Inhalte, eine saubere technische Struktur und eine klare Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Nutzer. Gleichzeitig analysieren wir laufend, wie KI-Systeme Swisscom wahrnehmen, welche Informationen korrekt verstanden werden und wo noch Lücken bestehen.

Dabei betrachten wir nicht nur unsere Website. KI-Systeme beziehen Informationen aus vielen verschiedenen Quellen. Deshalb arbeiten wir eng mit Kommunikation und PR zusammen und achten auf konsistente Informationen über Plattformen hinweg, beispielsweise in Medienmitteilungen, Bewertungsplattformen, Diskussionsen oder Fachbeiträgen. Zudem investieren wir verstärkt in Videos und andere multimodale Inhalte, da KI-Systeme zunehmend verschiedene Formate gleichzeitig verarbeiten. Eigene Daten, Marktanalysen und konkrete Anwendungsbeispiele helfen uns zusätzlich, unsere Expertise sichtbar zu machen.

Um besser zu verstehen, wie KI-Systeme unsere Inhalte bewerten, müssen zahlreiche neue Daten analysiert und interpretiert werden. Dafür haben wir den GEO-Agenten entwickelt, der viele SEO-Prozessschritte automatisiert und uns dabei unterstützt, unsere Sichtbarkeit in KI-Systemen gezielt zu optimieren. Gleichzeitig fördern wir den Wissensaustausch über Teamgrenzen hinweg, damit Online-Präsenz und Kommunikation optimal aufeinander abgestimmt sind und Synergien bestmöglich für die Sichtbarkeit in KI-Systemen genutzt werden können.

Mein wichtigster Tipp: Die SEO-Basics bleiben entscheidend. Unternehmen sollten Inhalte in erster Linie für Menschen erstellen. Wer hilfreiche, vertrauenswürdige und verständliche Antworten liefert, schafft die besten Voraussetzungen, auch in der neuen Welt der KI-Suche sichtbar zu werden.

Bettina Breiter, Leitung SEO/GEO B2C, Swisscom

Auch LLMs betonen Expertenwissen

Versicherungen sind Produkte, die KundInnen intensiv recherchieren, bevor sie sich entscheiden. Genau deshalb ist die Optimierung der LLM-Sichtbarkeit für unsere Branche essenziell: Wir müssen sicherstellen, dass in KI-Antworten die richtigen und relevanten Informationen erscheinen. Bei Zurich Schweiz haben wir diese Entwicklung früh antizipiert und entsprechenden Optimierungen umgesetzt.

Wobei der Einstieg hier nicht aufwändig sein muss, denn die Basisregeln von klassischer SEO gelten weiter. Genauso wie traditionelle Suchmaschinen belohnen auch LLMs z.B. Expertenwissen - für uns ein Vorteil, weil wir die Fachleute zu allen Versicherungsfragen im Haus haben. Zudem sollte der Fokus auf maschinenlesbaren Inhalten liegen: klare Struktur, saubere Technik, eindeutige Sprache. Was eine Maschine gut versteht, versteht meist auch der Mensch besser.

Nun stehen wir ja alle vor dem «Zero-Click»-Phänomen: Aus KI-Antworten wird oft nicht weitergeklickt. Entmutigen lassen sollte man sich davon aber nicht. Wer kurzfristig verzweifelt auf Klicks optimiert, kann kaum gewinnen. Mein Tipp: jetzt konsequent auf Sichtbarkeit optimieren - diese zahlt sich langfristig immer aus - und in ein Tool zur Messung der KI-Sichtbarkeit investieren. Wie sich der Traffic langfristig entwickelt, hängt ohnehin auch von den Plattformen selbst ab, z.B. von bezahlten Werbeplatzierungen

Unterm Strich blicken wir aber sehr optimistisch auf diese Entwicklung: Wenn KI komplexe Versicherungsfragen verständlicher macht, gewinnen am Ende alle - vor allem unsere KundInnen.

Matthias Aufschnaiter, Head of Digital Marketing & Automation, Zürich Versicherungs-Gesellschaft

KI als Suchmaschine: Wie Gstaad in der neuen Suchwelt sichtbar bleibt

Die Art und Weise, wie Menschen online nach Informationen suchen, verändert sich grundlegend. Statt einzelne Suchbegriffe in Suchmaschinen einzugeben, formulieren Nutzerinnen und Nutzer heute konkrete Fragen und erwarten direkt passende Antworten von KI-Systemen. Für Destinationen bedeutet dies: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über klassische Suchmaschinenoptimierung, sondern zunehmend über die Qualität, Struktur und Verfügbarkeit digitaler Inhalte.

Gstaad Saanenland Tourismus hat diese Entwicklung früh erkannt. Bereits vor mehreren Jahren wurde ein KI-gestützter Chatbot eingeführt und später auf moderne Large Language Models (LLM) weiterentwickelt. Dadurch beschäftigten wir uns schon früh mit den Anforderungen der sogenannten Generative Engine Optimization (GEO), lange bevor diese breite Aufmerksamkeit erhielt.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist unsere konsequente Digitalisierungsoffensive „Gstaad onLine“. Im Zuge des Website-Relaunchs wurden Inhalte in einem zentralen Content-Hub gebündelt und strukturiert aufbereitet. Gleichzeitig investieren wir laufend in internes und externes Know-how sowie in die kontinuierliche Optimierung unserer Datenqualität und Antwortsysteme.

©MelanieUhkötter

Dass dieser Weg erfolgreich ist, zeigt das aktuelle GEO Destination Benchmark von GeoQuality: Gstaad erreicht den hervorragenden 3. Platz unter den Schweizer Destinationen. Die Auszeichnung bestätigt, dass hochwertige, strukturierte Daten und ein konsequenter Fokus auf digitale Innovation entscheidend sind, damit Angebote auch in der KI-gestützten Suchwelt gefunden und empfohlen werden. Die digitale Zukunft beginnt nicht morgen – sie ist bereits Realität.

Ronnie Oehrli, Leiter Digitalisierung & Innovation Gstaad Saanenland Tourismus

Die Sichtbarkeit sollte nicht isoliert auf die eigene Webseite betrachtet werden

Wir haben bei unserem Webauftritt verschiedene Massnahmen umgesetzt, die nicht nur der klassischen Suchmaschinenoptimierung dienen, sondern auch dazu beitragen, dass KI-Systeme unsere Inhalte besser verstehen und einordnen können. Dazu gehören insbesondere strukturierte Daten im Code unserer Webseite. Damit werden Inhalte wie Events, Blogbeiträge oder FAQs für Maschinen klar gekennzeichnet und können entsprechend besser erfasst und interpretiert werden. Zudem haben wir einen Blog eingeführt, um regelmässig relevante und aktuelle Inhalte zu unseren Themen und Angeboten bereitzustellen.Wir betrachten dabei aber nicht nur die eigene Webseite. Für die Sichtbarkeit in KI-Systemen spielt der gesamte digitale Auftritt eine Rolle. Deshalb sind auch unsere Aktivitäten auf Social Media, Bewertungen auf verschiedenen Plattformen sowie Erwähnungen in anderen Online-Medien wichtige Bestandteile unserer Präsenz.

Aktuell investieren wir nicht direkt in Machine Learning auf unserer Webseite. Unsere interne Suchfunktion und auch unser Chatbot sind beispielsweise nicht selbstlernend. Unser Fokus liegt momentan stärker darauf, die Grundlage für eine gute digitale Auffindbarkeit zu schaffen: mit klar strukturierten, aktuellen und relevanten Inhalten sowie einer technischen Struktur, die sowohl von klassischen Suchmaschinen als auch von KI-Systemen möglichst gut verarbeitet werden kann.

Unser wichtigster Tipp ist, die Sichtbarkeit nicht isoliert auf die eigene Webseite zu betrachten. KI-Systeme beziehen Informationen aus unterschiedlichsten Quellen mit ein. Entsprechend relevant ist das Gesamtbild, das eine Organisation im digitalen Raum abgibt. Neben einer technisch gut strukturierten Webseite und hochwertigen Inhalten spielen deshalb auch (Kunden)-Bewertungen, Social Media, Presseberichte und Erwähnungen auf externen Plattformen eine wichtige Rolle. Besonders spannend ist dabei die Frage, was andere über die eigene Marke oder Organisation sagen – denn diese Inhalte lassen sich deutlich weniger direkt steuern als die eigene Webseite. Gleichzeitig steckt das Thema noch in den Anfängen. Die Sichtbarkeit in KI-Systemen lässt sich heute nur bedingt verlässlich messen und den einzelnen Massnahmen zuordnen. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, nicht auf einzelne vermeintliche Tricks zu setzen, sondern langfristig in einen konsistenten, relevanten und glaubwürdigen digitalen Auftritt über alle Kanäle hinweg zu investieren.

Corinne Oschwald, Sektorleiterin Marketing & Head of Newsroom, Aargauische Kantonalbank

KI als Suchmaschine: Warum Datenqualität zur neuen Sichtbarkeit wird

Bei Arosa Tourismus bereiten wir unsere digitale Präsenz gezielt darauf vor, von KI-Systemen gefunden, verstanden und weiterverarbeitet zu werden. Wir sehen bereits heute, dass sich das Suchverhalten verändert: Gäste suchen immer weniger über einzelne Keywords und immer häufiger über konkrete Fragestellungen. Damit Arosa in diesen Antworten erscheint, investieren wir konsequent in strukturierte, aktuelle und vernetzte Daten. Die Grundlage dafür bilden unsere Website, die Buchungsplattform, die App, die Gästekarte sowie unser digitales Ökosystem mit zentral gepflegten Inhalten.

Unser Fokus liegt weniger auf dem klassischen «Machine Learning» der Website selbst, sondern auf Datenqualität, Schnittstellen und Relevanz. Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Unterkünfte, Aktivitäten oder Live-Informationen werden zentral gepflegt und automatisch in verschiedene Kanäle ausgespielt. Dadurch schaffen wir die Voraussetzungen, damit Suchmaschinen, KI-Assistenten und andere Plattformen auf konsistente Informationen zugreifen können. Gleichzeitig analysieren wir laufend Nutzungsdaten, Suchverhalten und Buchungsströme, um Inhalte und Angebote gezielt weiterzuentwickeln.

Unser wichtigster Tipp: Nicht auf KI optimieren, sondern auf den Gast. Wer aktuelle Daten, hochwertige Inhalte, strukturierte Informationen und authentische Bewertungen bereitstellt, erhöht automatisch die Chance, auch von KI-Systemen berücksichtigt zu werden. In Zukunft wird nicht mehr nur entscheidend sein, ob man gefunden wird, sondern ob die eigenen Daten so relevant und vertrauenswürdig sind, dass KI-Systeme sie als beste Antwort verwenden. Genau darin sehen wir eine der zentralen digitalen Aufgaben für touristische Destinationen.

Silvano Ottiger, Leiter Digitalisierung, Arosa Tourismus

Einen besonderen Fokus legen wir auf FAQs

Für uns bei der BLKB beginnt das mit Konsistenz. Unsere Website basiert auf Templates, die Inhalte klar ordnen und neben einer guten UX auch die maschinelle Verarbeitung erleichtern. Blumige Formulierungen ersetzen wir zunehmend durch präzise, semantisch eindeutige Sprache. Einen besonderen Fokus legen wir auf FAQs. Sie greifen konkrete Nutzerfragen auf und liefern kompakte Antworten, die sich auch für KI-Systeme gut erfassen lassen. Deshalb bauen wir sie gezielt weiter aus. Autorinnen und Autoren weisen wir verstärkt als Expertinnen und Experten aus. Mit fundierten Blogbeiträgen erhöhen wir zudem die Chance, als Quelle zitiert zu werden.

Was wir bisher für SEO (Search Engine Optimization) getan haben, etwa bei technischer Zugänglichkeit, Struktur und Auffindbarkeit bei Google, bleibt sinnvoll und unterstützt zugleich unsere GEO-Ziele (Generative Engine Optimization). Zusätzlich analysieren wir regelmässig selbst definierte Prompts mit verschiedenen KI-Modellen wie Claude, ChatGPT oder Gemini. Dabei betrachten wir Antwortkontext, Wettbewerber und Quellen.

Auch der Blick über die eigene Website hinaus zählt: Social Media, Foren und externe Websites können je nach KI-System und Fragestellung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Julius Reinartz, Business Owner Online Channels, Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB)

Unser Ziel ist es positiv zitiert und empfohlen zu werden

Das Suchverhalten verändert sich spürbar. Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen nicht mehr nur bei Google, sondern direkt bei ChatGPT, Claude oder Copilot. Das gilt besonders für die Finanzbranche. Eine aktuelle Studie* zeigt, dass jede vierte Person in der Schweiz schon einmal eine Finanz- oder Anlagefrage an eine KI gestellt hat.

Wir bereiten unsere Online-Präsenz gezielt darauf vor, in diesen Systemen gefunden zu werden. Wichtig für uns ist jedoch nicht nur die reine Sichtbarkeit, unser Ziel ist es, positiv zitiert und empfohlen zu werden. Unsere Massnahmen fokussieren sich auf einen Dreiklang aus «Tech-Readiness», «Content» und «Digital PR». Technisch sorgen wir dafür, dass unsere Inhalte für KI-Systeme crawlbar und gut strukturiert sind. Inhaltlich erstellen wir unsere Webseiten so, dass KI-Systeme die Antworten zu relevanten Fragen direkt übernehmen können. Und über Digital PR schaffen wir durch Präsenz auf Drittseiten Vertrauen und Relevanz, denn KI-Systeme stützen sich auch auf externe Quellen.

Mein Tipp: Nicht in Aktionismus verfallen und jeden Trend sofort umsetzen. KI als Suchmaschine ist relativ neu und entwickelt sich schnell weiter. Wer strukturiert plant, priorisiert und organisiert vorgeht, baut nachhaltige Sichtbarkeit auf.

Debora Gassmann, Gruppenleiterin Digital Marketing, Bank Cler

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