Neu Registrieren

Startseite > Themen > Marken managen > Ein gutes Produkt reicht nicht: So geht Produktlaunch!

29.04.2025

header-produktlaunchteaser-produktlaunch

Ein gutes Produkt reicht nicht: So geht Produktlaunch!

Erfolgsfaktoren beim Markteintritt: Welche Rolle spielen Storytelling, Influencer-Marketing und exklusive Events? Experten im Netzwerk zeigen, wie Marken es schaffen, Aufmerksamkeit zu erregen und langfristig im Gedächtnis zu bleiben.

Konsistente Kommunikation des Mehrwerts

Bei einem Produkt- oder Markenlaunch ist vor allem Stringenz in der Kommunikation entscheidend: Der USP/Mehrwert muss klar definiert und vermittelt werden. Nur wenn ein Produkt resp. eine Marke echten Nutzen stiftet, hat sie auf dem übersättigten Markt eine Chance. Dann braucht es noch eine Portion Geduld – Produkte und Marken werden nicht über Nacht erfolgreich und bekannt. Erfahrungsgemäss hilft eine 360°-Kommunikation, bei der nicht nur extern, sondern auch intern aktiviert wird. Beispielsweise agieren Mitarbeitende als authentische Verstärker.

Absolutes No-Go ist Inkonsistenz: Sobald Botschaften nicht mehr klar sind und verwässern oder Werbemittel nicht zum Produkt oder zur Marke passen, ist der Auftritt nicht mehr glaubhaft. Mit der Einführung unserer Marke «Qualité Suisse» arbeiten wir auf einen Best Case hin. Unser Fokus liegt auf einer konsistenten Markenführung und einer klaren Vermittlung des Markenkerns.

Nathalie Forrer, Head of Marketing, Lidl Schweiz

Das Gesamtbild muss passen

Ein erfolgreicher Produktlaunch muss heute mehr leisten, als nur ein neues Produkt zu zeigen. Trendforschung – etwa in Bezug auf Farben, Materialien oder Funktionen – liefert wichtige Impulse für eine Gestaltung, die am Markt zukunftsfähig bleibt. Entscheidend ist, Geschichten zu erzählen, die Haltung vermitteln und die Marke für Endkund:innen authentisch erlebbar machen. Produkte werden dann relevant, wenn sie eingebettet sind in ein Gesamtbild, das zu den Werten einer Marke passt – und dabei auf echte Bedürfnisse einzahlt. Es braucht ein stimmiges Zusammenspiel aus Design, Funktion, Kommunikation und Timing.

Ein gutes Beispiel ist die Einführung unserer CIRC-Kollektion: ein technologisch innovatives Produkt, kreislauffähig, konsequent erzählt entlang eines klaren Narrativs für ein starkes Ich bin raus-Erlebnis. Nachhaltigkeit? Kein Verkaufsargument mehr, sondern Grundhaltung – nachvollziehbar, ehrlich und erklärbar. Das schafft Aufmerksamkeit, weckt Begehrlichkeit – und bleibt im Gedächtnis. Nicht laut, aber konsequent.

Gesa van den Kerkhoff, Director Product, Schöffel SPORT

Versprechen einlösen statt Produkte verkaufen

Wer ein Produkt lanciert, muss doch auch ein bisschen mehr bieten als nur ein starkes Produkt. Marken müssen Haltung zeigen, echte Geschichten erzählen und auf den Punkt kommunizieren. Ohne grosses «Blabla». Produktlaunches, die die Zielgruppe miteinbeziehen und somit Einsatz, Nutzen und Wirkung glaubwürdig konsistent erlebbar machen, sorgen für eine stärkere Identifikation. Für den Launch und insbesondere auch darüber hinaus. Trends wie Ehrlichkeit, starke visuelle Identitäten und echte Nähe zum Konsumenten sind keine Kür mehr, sondern Pflicht. Wer nicht nur ein Produkt verkauft, sondern ein Versprechen einlöst, wird belohnt – und bleibt auch über die Lancierung hinaus relevant.

Kunden suchen heute Orientierung und Echtheit – wer stattdessen Verwirrung stiftet oder künstlich inszeniert, verliert meiner Meinung nach langfristig. Nicht nur als Produkt, sondern auch als Marke dahinter. Wie kraftvoll echte, klare Kommunikation wirkt, zeigte sich bei einer Produktneuheit, die wir für einen Schweizer Getränkehersteller begleiteten: kein inszenierter Hype von oben, sondern echte Begeisterung von unten – getragen von ehrlichen Geschichten, wiedererkennbarer Gestaltung und einer klaren Botschaft.

Marc Schadegg, Creative Direction & Partner, Agentur Koch

«Wer „für alle“ launcht, erreicht am Ende niemanden»

Ein erfolgreicher Produktlaunch ist heutzutage mehr als "nur" die Einführung eines Produkts (one-to-many) – er ist ein Erlebnis, das Emotionen wecken und eine Community aktivieren sollte. Die Corona Pandemie hat Marken über Nacht dazu gezwungen, Produkte digital zu launchen. Heute sind digitale Erlebnisse nicht mehr nur ein „Nice-to-have“, sondern ein Muss. 

Konsumenten haben sich daran gewöhnt, Marken und Produkte auf digitalen Plattformen zu erleben – und das auf eine Art, die sowohl interaktiv als auch emotional ansprechend ist. Marken müssen also nicht nur mit ihrem Produkt präsent sein (wie beispielsweise in der analogen Messe-Welt), sondern Erlebnisse schaffen, die überraschen und begeistern.

Zentrale Hebel ist die authentische Einbindung von Micro- und Nano-Influencern, die durch ihre Nähe zur Zielgruppe eine höhere Glaubwürdigkeit und Engagement-Rate erzielen. Exklusive Events – ob physisch oder virtuell – sind ebenfalls entscheidend, um Begehrlichkeit zu wecken. Hierbei gilt: Weniger ist mehr. Limitierte Zugänge oder exklusive Previews schaffen ein Gefühl von Einzigartigkeit und FOMO (Fear of Missing Out). Darüber hinaus können immersive Technologien wie Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) helfen, die digitale und analoge Welt zu verbinden.

Ein absolutes No-Go ist es, den Launch ohne eine klare Zielgruppenanalyse und datenbasierte Insights zu planen. Wer „für alle“ launcht, erreicht am Ende niemanden. Ebenso fatal: Ein überhasteter Launch ohne ausreichende Testing- und Feedback-Phasen.

Andreas Torwesten, Brand Building Director, LOBECO

«Kein Sprint, sondern ein Marathon»

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Markeneinführung liegt heute in der Güte des Produkts und einer klaren Positionierung. Wer wirklich eine Marke etablieren will, braucht marktrelevante Qualität, ein mutiges Design – und muss das eigene Produkt ernst nehmen. Nur so entsteht die kommunikative Grundlage und die nötige Ausdauer, um sich von den millionenfach kursierenden Dropshipping-Produkten abzugrenzen. Eine Marke zu formen ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Relevanz entsteht durch eine intelligente Multichannel-Strategie. Digitale Reichweite und gezielt ausgewählte Influencer sind dabei zentrale Hebel – aber nicht die einzigen. Gerade zur Image-Positionierung sollten auch klassische Kanäle gezielt eingesetzt werden. Eine ganzseitige Anzeige in einem Leitmedium wie der FAZ oder dem Tages-Anzeiger öffnet mitunter einen ganz anderen Marken-Raum als ein noch so reichweitenstarker Instagram-Post. Vorausgesetzt natürlich, es ist ein relevanter Ort für die Marke, sonst besteht schnell die Gefahr, sich unglaubwürdig zu machen.

In einer Zeit, in der fast jedes Produkt auch günstig zu haben ist, wird es zunehmend schwieriger, echte Marken zu etablieren. Der Launch sollte daher vor allem nicht als einzelner Big Bang, sondern vielmehr als Strecke über Monate hinweg geplant sein.

David Görges, Gründer & Geschäftsführer, Beyer Görges

Der Produktlaunch lebt von der Glaubwürdigkeit

Ein Produktlaunch ist heute kein Startschuss mehr – er ist ein Glaubwürdigkeits-Crash-Test. Wer Aufmerksamkeit will, muss erst Vertrauen liefern. Storytelling? Funktioniert – wenn es echt ist. Influencer? Können wirken – wenn sie nicht nach Script klingen. Events? Großartig – wenn sie mehr sind als gebügelte PR-Bühnen.

Aktuelle Trends? Creator-Kampagnen, die nicht nach Agentur duften. KI-Content, der nicht nach Copy-Paste schmeckt. Und Communities, die nicht nur klatschen, sondern mitbauen dürfen. Das dickste No-Go? Der Launch läuft – aber das Produkt steht noch irgendwo zwischen China und Containerhafen. Wer verkauft, bevor er liefern kann, verspielt nicht nur Vertrauen, sondern auch jede zweite Chance. Best Cases? Immer die, bei denen Marken Haltung hatten – und keine Angst, echte Geschichten zu erzählen. Märchenstunden sind vorbei. Willkommen in der Realität.

Björn Kruse, CEO, Kruse+Company Werbeagentur

Produktlaunch? Erstmal die Hausaufgaben machen!

 Wir haben in den letzten Jahrzehnten unzählige Produkte mit auf die Straße gebracht – und dabei eines immer wieder gesehen: Ohne solide Grundlagen geht’s schief.

Wer heute launcht, braucht mehr als eine schöne Kampagne. Es geht um Haltung, Klarheit und Relevanz. Eine klare Positionierung, Botschaften, die nicht verwässern – und eine Zielgruppenansprache, die nicht nur laut ist, sondern ins Schwarze trifft.

Viele setzen auf Reichweite und Effekt – bevor sie überhaupt wissen, wofür ihr Produkt steht. Aber in gesättigten Märkten gewinnt nicht der Lauteste, sondern der, der konsequent denkt und klar kommuniziert.

Unser Anspruch war und ist nie oberflächlicher Hype, sondern strategische Präzision, markenzentriertes Denken und Storytelling mit Substanz. Wer das beherrscht, muss sich nicht verbiegen – und landet trotzdem genau da, wo er hinwill.

Helge P. Ulrich, CVO / Branddesigner, echolot Werbeagentur

Reichweite allein reicht nicht mehr

Wer heute ein neues Produkt launcht, braucht mehr als Reichweite – er braucht Relevanz. Marken müssen echte Begegnungen schaffen, die Herz und Verstand erreichen. Besonders erfolgreich sind Konzepte, die Storytelling mit Live-Erlebnis und Community-Aktivierung verknüpfen. Trends wie kuratierte Brand Spaces und Erlebnisplattformen machen Marken spürbar. No-Gos? Künstliche Inszenierungen, die am Alltag der Zielgruppe vorbeigehen.


Ein Highlight für uns: Ploom Place bei den Sommerfestivals. Hier wurde das Produkt Teil eines Lifestyles – authentisch, emotional, nachhaltig. Statt klassischem Sampling haben wir immersive Erlebniswelten geschaffen, in denen das Produkt Teil einer grösseren Geschichte wurde. Ein Launch, der nicht nur Aufmerksamkeit generierte, sondern echte Beziehungen schuf.

Claudia Gambini, COO, standing ovation

Weitere Interessen:

WEITERE ARTIKEL

header

Screenforce Studie Schweiz 2026

Goldbach informiert über die neue Screenforce-Studie „Warum TV bleibt – Insights aus der Mediaplanung“. Die vom…

13.07.2026mehr lesen

header

Why a brand's physical footprint is becoming its most valuable trust signal in 2026

As digital trust declines, physical brand presence is becoming one of the strongest signals of credibility. Together…

13.07.2026mehr lesen

Schweizer KMU: Vertrauen in Zukunft trotz steigender Kosten und Personalmangel

Trotz handelspolitischer Turbulenzen, steigender Kosten und hartnäckigem Personalmangel zeigen sich Schweizer KMU…

09.07.2026mehr lesen

book2 Themen
news News
group-work Netzwerk
mic2 Events
graduation-hat Academy