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Initiative Pro Event stellt Aktionsplan "Die Zukunft der Event-Branche sichern" vor

27.10.2020 - 11:31

Event & Entertainment

Auf dem Center Court des derzeit in der LANXESS arena stattfindenden ATP-Tennisturniers bett1HULKS Championship in Köln wurde am Freitag die Initiative PRO EVENT der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Um uns aus der Schockstarre zu lösen, in der sich die Veranstaltungsindustrie wegen Corona derzeit befindet, müssen wir alle gemeinsam – Sport, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft – einen Weg finden, um trotz allem und natürlich immer mit den notwendigen Hygiene- und Schutzkonzepten Veranstaltungen mit Publikum zuzulassen“, begründet Initiator Edwin Weindorfer, Veranstalter der bett1HULKS Championship und Geschäftsführender Gesellschafter der e|motion group, die Lancierung der Initiative PRO EVENT. Ziel von PRO EVENT ist laut Weindorfer das Folgende: „Mit der Politik sind konkrete Wege und Maßnahmen zu diskutieren, die es erlauben, dass so viele Beteiligte wie möglich der Event-Branche in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Anm.) kurzfristig finanziell überleben und mittelfristig eine faire Chance erhalten, aus den Covid-Trümmern schrittweise ihre Existenz nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten wieder aufzubauen.“

Der vorgestellte Aktionsplan „Die Zukunft der Event-Branche in DACH sichern“ beinhaltet die folgenden drei Schritte. Schritt 1: „freien Fall stoppen“, Schritt 2: „Stabilisierung“ und 3. „schrittweiser Aufbau“.

Der Geschäftsführer der LANXESS arena, Stefan Löcher, schilderte seine derzeitige Gefühlslage mit den Worten: „Uns ist ab März der Umsatz zum Vorjahr um 97 Prozent eingebrochen und obwohl wir uns an alle Hygienerichtlinien halten, ändern sich praktisch täglich die durch die Politik vorgegeben Regeln beispielsweise punkto bewilligter Zuschauerzahlen. Da macht sich natürlich eine gewisse Machtlosigkeit breit. Zumal wir uns eher als Teil der Lösung anstatt des Problems sehen. Deswegen unterstützen wir auch diese Initiative, weil wir uns unbedingt in der Politik mehr Gehör verschaffen möchten.“

Der Mit-Initiator von PRO EVENT, Adam Szpyt (Gründer und CEO von bett1), appellierte eindrücklich: „Wir wollen die Kultur im deutschsprachigen Raum behalten. Wir produzieren hier Emotionen für deutsche Wohnzimmer. Wollen wir die Kultur verlieren? Wollen wir den Spitzensport hier in Europa verlieren? Wir können uns überlegen, ob wir zukünftig den chinesischen Sport, die chinesische Kultur importieren müssen. Wir brauchen eine neue Normalität. Menschen brauchen Emotionen. Es gibt ein Recht auf Emotionen. Und wir müssen sie hier produzieren, die Emotionen. Mit deutschsprachigen Künstlern, mit Sängern, mit Schauspielern, mit Spitzensportlern. Und gerade ältere Menschen dürfen nicht in der Isolation verharren. Wir müssen sie da heraus und in unsere Stadien holen. Nutzen wir diese Schutzräume in der schweren Pandemie!“

Barbara Rittner, Bundestrainern DTB, Turnierdirektorin, Eurosport-Expertin und Mitglied der Task Force PRO EVENT, pflichtete Szpyt bei: „Ich habe meine 80-jährige Mutter zu Beginn der Woche hier zum Turnier eingeladen, denn hier ist sie absolut sicher. Viel, viel sicherer als in der Straßenbahn oder im Supermarkt. Die Luft in der Halle wird beispielsweise stündlich zu 100 Prozent ausgetauscht. Man muss Verantwortung übernehmen und Statements abgeben.“

Michael Herberger (Musiker und Konzert-Booker) gehört ebenfalls der PRO EVENT Task Force an und sagte: „Die Event-Branche erwartet keine Sonderstellung, aber Anerkennung und Fairness. Wir brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit, damit wir einen Rahmen haben, in dem wir uns bewegen können.“

Zahlreiche weitere Persönlichkeiten haben mit Video-Botschaften ihre Unterstützung zur Initiative PRO EVENT bekundet, so auch

  • Alfons Hörmann | Präsident Deutscher Olympischer Sportbund
  • Ariane Hingst | 2-fache Weltmeisterin, Bundesliga-Trainerin VFL Wolfsburg/Frauen
  • Philipp Walter | Geschäftsführer Kölner Haie
  • Stephanie Graf | Olympiasilber und 3 x WM-Silber 800 Meter
  • Mark Keller | Schauspieler und Moderator
  • Tommy Haas | frühere Nr. 2 der ATP-Weltrangliste, Turnierdirektor ATP-Masters-1000 in Indian Wells
  • Richy Müller | Theater- und Filmschauspieler
  • Franziska Van Almsick | 2-malige Schwimm-Weltmeisterin, mehrfache Olympia Medaillengewinnerin

Um nun die drei Schritte „freien Fall stoppen“, „Stabilisierung“ und „schrittweiser Aufbau“ anzugehen, schlägt die PRO EVENT Task Force folgende Aktionspunkte zur Diskussion:

  • Temporäre finanzielle Unterstützung der kommerziellen Event-Branche
  • Verlässlichkeit der Politik: Professionalität und Verantwortungsbewusstsein in der Event-Branche ist zu unterstützen
  • Wirtschaftliche Planungssicherheit für die Event-Branche muss wieder gewährleistet werden

Vorsichtig optimistisch wurden von den PRO EVENT Initianten die Aussagen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier zur Kenntnis genommen, der diese Woche folgendes sagte «… es gibt Branchen, denen es richtig schlecht geht, diesen Menschen müssen wir helfen, dies sind… Konzert-Veranstalter und Event Veranstalter. Denen werden wir helfen, die lassen wir nicht im Stich.»

Neben dem Aufbau einer schlagkräftigen Lobbying-Organisation mit allen Vertretern der Event-Branche und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird PRO EVENT beginnen, eine digitale Konferenzserie zu veranstalten, um sich einerseits untereinander zu vernetzen und um regelmässig Erfahrungen und Best Practice Beispiele auszutauschen.

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