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Hallenstadion Zürich veröffentlicht Jahresbericht 2021

22.04.2022 - 08:56

Business

Auch im Jahr 2021 wurde die Geschäftstätigkeit der AG Hallenstadion durch die Corona Pandemie sehr stark beeinträchtigt. Sowohl beim Umsatz wie auch beim Jahresergebnis liegen die Zahlen so tief wie noch nie.

Geschäftsjahr 2021
Noch nie in der Geschichte des Hallenstadions gab es so ein schlechtes Geschäftsjahr. Es wurde dominiert von Absagen und Verschiebungen, von immer wieder neuen behördlichen Vorgaben, von Sicherheitsmassnahmen aller Art und schliesslich von ganz viel Unsicherheit. Von den 145 geplanten Veranstaltungstagen konnten 57 tatsächlich durchgeführt werden, davon sieben öffentliche Konzerte und Shows sowie 20 Eishockeyspiele mit Publikum, jedoch ebenfalls 22 „Geisterspiele“ ohne Zuschauer.

Die von Bund und Kantonen angeordneten Massnahmen wurden im Frühling 2021 schrittweise aufgehoben, was in der Branche zu vorsichtigem Optimismus führte. Der Blick ein Jahr zurück zeigt aber, dass man damals weit entfernt war von sicheren Voraussagen, geschweige denn einer Planungssicherheit. Da die Durchführung von Grossveranstaltungen eine längere Vorbereitungszeit sowie finanzielle Vorinvestitionen seitens Künstler und Veranstalter erfordern, haben der Bund und die Kantone wirtschaftliche Unterstützung anhand eines Schutzschirms für überkantonale Publikumsanlässe zugesichert. Dies gab den Veranstaltern Mut und so konnten doch der eine oder andere Publikumsevent, natürlich immer unter strengen Auflagen und mit Schutzkonzept, im Herbst durchgeführt werden.

Rekordverlust
Entsprechend negativ wirkt sich die Corona-Krise auf den Jahresabschluss 2021 der AG Hallenstadion aus.
Beim Umsatz ist für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Einbruch gegenüber der Zeit vor Corona (2019) von rund 80% auf CHF 4,380 Mio. (Vorjahr: CHF 5,344 Mio.) zu verzeichnen. Der EBITDA (Betriebserfolg vor Abschreibungen, Finanzerfolg und Steuern) liegt bei CHF - 2,737 Mio. (Vorjahr: CHF -3,014 Mio.). Die AG Hallenstadion schliesst deshalb mit einem Rekordverlust von CHF -5,848 Mio. (Vorjahr: CHF -2,626 Mio. inkl. Teilkompensation des Ausfalls durch eine Pandemieversicherung) ab.

Krisenmodus
Der Verwaltungsrat sowie die Geschäftsleitung der AG Hallenstadion waren in diesen unsicheren Zeiten mit immer wieder wechselnden Zukunftsprognosen im Krisenmodus gefordert. Die AG Hallenstadion konnte weder Härtefallgelder noch Ausgleichszahlungen aus dem Kulturbereich beanspruchen. Neben der Inanspruchnahme von Kurzarbeitsentschädigungen lag der Fokus deshalb beim Einsparen von Kosten und den konstruktiven Verhandlungen mit den Partnern. «Dass wir uns trotzdem über Wasser halten konnten, verdanken wir nicht zuletzt unseren Partnern. Vor allem unterstützten die Stadt und der Kanton Zürich unsere Anträge für finanzielle Entlastungsmassnahmen» so Dr. Balz Hösly, Präsident des Verwaltungsrates der AG Hallenstadion. Die Wirkung dieser Entlastungen wird auch vor allem mittelfristig spürbar sein, da diese bis ins Jahr 2028 gewährt wurden. Im Gegenzug dürfen während der gleichen Zeitspanne keine Dividenden an die Aktionärinnen und Aktionäre ausbezahlt werden.

Zwei neue Partnerschaften und ein Abschied
Die dem Hallenstadion durch Corona auferlegte «Stille» der letzten zwei Jahre wurde genutzt, um neue Konzepte zu erarbeiten. In diesem Rahmen sind unter anderem zwei neue, grosse Partnerschaften entstanden. Das Telekommunikationsunternehmen Sunrise upc ist seit 01.01.2022 der erste Premium Partner des Hallenstadions. Dadurch eröffnen sich für das Hallenstadion komplett neue digitale Angebote und Zusammenarbeitsmöglichkeiten, bei denen die Emotionen, das Gesamterlebnis der Besucherinnen und Besucher und ein optimiertes Gästeerlebnis stets im Vordergrund stehen.
Im Bereich B2B entstand eine zukunftsträchtige neue Kooperation Namens «ACE Zurich» (Arena, Convention, Expo) mit der Messe Zürich (MCH Group) und Zürich Tourismus, mit der sich Zürich überzeugend im internationalen Markt für Grossevents und Kongresse z.B. in Kombination mit Ausstellungen positionieren kann.

Und nicht zuletzt galt es den «Neustart» des Hallenstadions ohne die ZSC Lions vorzubereiten. «Mit dem Auszug der ZSC Lions in ihr eigenes Stadion ab der Saison 2022/23 geht eine Aera zu Ende und wir sind stolz, diesen Club 72 Jahre begleitet zu haben», so der Direktor Philipp Musshafen. «Unmittelbar nach dem Saisonende werden wir bedeutende Infrastrukturprojekte angehen, um optimale Voraussetzungen für neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowie bis anhin nicht mögliche Eventformate zu schaffen» erzählt Musshafen weiter.

Zuversichtlich in die Zukunft
Trotz der schwierigen finanziellen Lage kann die AG Hallenstadion – vor allem auch dank den Entlastungsmassnamen der öffentlichen Hand - im Sommer rund CHF 4 Mio. in ihre, teils denkmalsgeschützte Infrastruktur investieren. Die notwendigen Investitionen in die Zukunft wurden schon vor Corona geplant und dafür wurden jahrelang Reserven und Rückstellungen gebildet. Die letzten 2 Jahre haben diese „Ersparnisse“ jedoch komplett aufgebraucht und die Investitionen müssen nun mehrheitlich fremdfinanziert werden. «Wir waren uns im Verwaltungsrat rasch einig, dass das Hallenstadion, als eine der führenden multifunktionalen Arenen Europas, die geplanten Modernisierungsschritte trotzdem tätigen muss. Wir müssen auch in Zukunft wettbewerbs- und konkurrenzfähig sein für die bevorstehenden herausfordernden Zeiten im internationalen Arena-Markt und uns als modere und digitale Arena auf höchstem europäischen Niveau positionieren», unterstreicht Dr. Balz Hösly.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ist bewusst, dass sich die AG Hallenstadion noch lange nicht in ruhigen Gewässern befindet - aber es besteht Grund zur Hoffnung. Noch immer werden zwar Grosstournéen und Firmenanlässe storniert oder verschoben. Doch seit Beginn des Jahres standen bereits wieder internationale Künstler auf der Bühne und haben die Besuchenden sowie die Mitarbeitenden in der gut gefüllten Halle begeistert. Der Buchungskalender für den kommenden Herbst ist im Moment prall gefüllt und es scheint, dass mit einem erfolgreichen 2. Eventhalbjahr gerechnet werden kann – sofern die Pandemie weiterhin in Schach gehalten kann und abklingt.

Jahresbericht der AG Hallenstadion 2021

Kontakt:
AG Hallenstadion Zürich

Philipp Musshafen (CEO)
E-Mail: musshafen@hallenstadion.ch

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