AST: "Trend zum fast wetterunabhängigen Freizeitsport" 09.02.2017

Interview | Andreas Witting | AST Eissport- u. Solaranlagenbau AG | mobile Eisflächen | Wintertourismus

Andreas Witting, Geschäftsführer der AST Eissport- u. Solaranlagenbau AG, gibt Antworten, wie mobile Eisbahnen dem Wintertourismus in Österreich helfen können, inwiefern sich Sponsoren daran beteiligen können und wie die Zukunft der alternativen Wintersportangebote aussieht.


1. Fest steht, dass der Wintertourismus umdenken muss. Aber inwieweit können mobile Eisbahnen dem Wintertourismus in Österreich wirklich helfen?
A.W.:
Für Schneesicherheit gibt es heute keine Garantie mehr und der Gast will auch bei schlechtem Wetter bespaßt sein. Es gibt ein paar hervorragende Paradeprojekte, welche nicht nur einen Mehrwert an Nächtigungen erzielen, sondern auch ein Wirtschaftsmotor in der jeweiligen Tourismusdestination sind. Zum Beispiel, wurde vor drei Jahren Ice Magic Interlaken ins Leben gerufen, welches sich nun zu einem fixen Bestand in der Jungfrauregion gemausert hat. Eine Eislandschaft ist eine ideale Ergänzung, welche auch an schneearmen Tagen vom Gast genutzt werden kann. Wenn solch eine mobile Anlage entsprechend gut beworben und betrieben wird ist sie ein Erfolg für alle Beteiligten! Es werden neue Kundengruppen angesprochen und bindet Gäste mittels einem einzigartigen Erlebnisangebot.

2. Die Realisierung solcher mobiler Eisflächen bedeuten Zusatzkosten für die Regionen. Wie kann der Kostenpunkt ausgeglichen werden?

A.W.: Bei richtiger Planung, gutem und gezieltem Marketing und erlebnisreicher Bespielung der gesamten Eisanlage, sind bis jetzt all unsere Eislandschaften zu einem wirtschaftlichen Erfolg für den Betreiber und die jeweilige Tourismusregion geworden. Der schlussendliche Erfolg lässt sich nicht einfach in Zahlen beziffern, da natürlich viel Geld auch durch die zusätzlichen Nächtigungen, die Einbindung der regionalen Geschäfte und Restaurants, bei solch einem Projekt von großer Bedeutung sind und dadurch auch eine starke umwegrentabilität erbringen.

3. Wie können Sponsoren eingebunden werden und durch solche Attraktionen profitieren?
A.W.:
Dies hängt natürlich sehr stark von der jeweiligen Region ab. Für städtische Tourismusregionen sehen Sponsoringpakete und deren daraus resultierender Mehrwert anders aus, als in Skidestinationen. Wir erstellen auf die jeweilige Region individuell zugeschnittene Pakete. In Skiregionen werden die Bergahnbetreiber stark eingebunden, daraus entstehen dann interessante Kombitickets zwischen Skiregion und Eislandschaft. Besonders für Sportartikelhersteller und auch die umliegende Gastronomie, aber auch für die heimischen Firmen bietet solch eine Eislandschaft eine interessante Plattform um sich zu präsentieren. Regionale Wirtschaftsbetriebe präsentieren sich immer stärker auf den Eislandschaften und nutzen auch diese selbst als Veranstaltungsort z.B. für Ihre Firmenweihnachtsfeier, bei der sie mit ihrer Belegschaft in gemütlicher Atmosphäre mit einem Abendessen bei der Eisbahn und gemeinsamen Eisstockschießen entspannen können.

4. Können Sie in den letzten Jahren eine Veränderung in der Nachfrage nach mobilen Eisbahnen verzeichnen und wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?
A.W.: Ja, definitiv. In der Vergangenheit war es ausreichend, einfache viereckige Eisbahnen, eingebettet in einen Weihnachtsmarkt, zu bauen. Die Formen und die Vielfalt der Eisbahnen wurden in den vergangenen Jahren immer individueller gestaltet. Jede Parkanlage und jeder Stadtplatz weist einen anderen Charme auf, den wir versuchen als Ganzes in Szene zu setzen. Es gibt Eisbahnen die durch kupierte Parkanlagen gebaut werden und Gefälle von bis zu 20% aufweisen. Wir als Anbieter versuchen diesen Trend nicht nur mit zu verfolgen, sondern auch voranzutreiben, so dass das Eislauferlebnis für die Gäste, Betreiber und auch die Region zu einem unvergesslichen Langzeiterlebnis wird.

5. Können Sie Ergebnisse/Best Cases aufzeigen?
A.W.: Gerade die Skidestinationen in der Schweiz haben erkannt, dass eine Eislandschaft mit der richtigen Inszenierung und ein paar guten Events ein enormer Mehrwert ist, so wurde auch diesen Winter erstmals der Eistraum in Davos mit 4‘500m² und das Iisparadies in der Lenzerheide mit 3‘100m² realisiert. Aber auch Städte erkennen immer stärker den Trend zum fast wetterunabhängigen Freizeitsport. Den Wiener Eistraum beispielsweise, gibt es bereits seit über 20 Jahren. Dieser hat sich von der einfachen vorher beschriebenen Eisbahn mit 1800m² zu einer Eislandschaft mit 9000m² entfaltet, welcher in eineinhalb Monaten knapp 650‘000 Besucher aufweist.

 

Kontakt:
AST Eissport- u. Solaranlagenbau AG
Andreas Witting
Gewerbezentrum Walke 43
CH-9100 Herisau

Tel.: +41 71 393 60 70
E-Mail: andreas.witting[at]ast-swiss.com
Web: www.ast-icerink-solarabsorber.com/de