Megatrends & zukünftige Entwicklungen in der Flughafenregion Zürich 19.09.2019

Event | Vortrag | Mobilität

Experten sprachen am Donnerstag, 12. September, in Rümlang über die künftige Entwicklung von Mobilität, Infrastrukturen und Immobilien. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung der Flughafenregion Zürich (FRZ) für den Event, der zusätzlich ein reichhaltiges Rahmenprogramm bot.

 

 

250 Gäste kamen am Donnerstag, 12. September 2019, an den Herbst-Event in die Tolba Factory in Rümlang. Thema: Raumentwicklung und Mobilität in der Flughafenregion Zürich. Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA), mahnte, trotz vieler Staus das Positive zu sehen: "Prosperierende Regionen weisen hohes Verkehrsaufkommen auf." Zudem sei der Binnenverkehr in allen Schweizer Agglomerationen für über 80 Prozent des Autoverkehrs verantwortlich, der Durchgangsverkehr sei sekundär.

Ineffizienzen beseitigen
Die teils sehr langen Fahrzeiten wegen Staus und anderer Behinderungen seien in der Tat Ineffizienzen, die hohe volkswirtschaftliche Kosten verursachen würden. Das ASTRA plane deshalb in Agglomerationen, 170 km Pannenstreifen in normale Fahrspuren auszubauen. Auch dynamische Preissysteme und andere Lenkungsmassnahmen sollten künftig bei verschiedenen Verkehrsträgern diskutiert werden. Die Entscheidung über die Art der Massnahmen sei schliesslich Sache der Politik und nicht des ASTRA.

Freie Fahrt für selbstfahrende Fahrzeuge
Aufhorchen liess Röthlisberger mit der Aussicht, bereits Mitte 2020 selbstfahrende Fahrzeuge schweizweit zuzulassen. Die Entscheidungskompetenz obliegt dem Bundesrat. Im so genannten Level-3-Modus muss der Fahrer erst bei einer Warnung die Lenkung des Fahrzeuges übernehmen; er muss das System nicht dauerhaft überwachen. Bereits ein Jahr später, 2021, sollten vollautomatisierte Autos auf Schweizer Strassen erlaubt sein. Solche Fahrzeuge sind fähig, selbst hoch-komplexe urbane Verkehrssituationen wie neue Baustellen ohne Eingriff des Fahrers zu meistern. Der Fahrer muss das System nicht überwachen. Er muss jedoch fahrtüchtig sein, um im Bedarfsfall die Fahraufgabe übernehmen zu können.

Über den subjektiven Wert von Immobilien
Claudio Saputelli, Leiter Global Real Estate UBS, erklärte den Unterschied zwischen dem objektiven und subjektiven Wert. Der Besitzstands-Effekt führe zu einer verzerrten Wahrnehmung. So würden 48 Prozent der Schweizer Eigenheimbesitzer ihre Immobilien zu hoch bewerten; nur 13 Prozent würden mit ihrer Schätzung tiefer als der Marktwert liegen.

Die administrativen Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hätten zu einem erschwerten Zugang zu Immobilien geführt, was vor allem im hochpreisigen Segment Folgen hat. Generell sei bei Eigenheimen seit 2015 ein stagnierender Preistrend erkennbar. Faktoren wie notwendige höhere Eigenmittel seien auch mitverantwortlich dafür, dass sich der UBS-Immobilienblasenindex abgeschwächt habe. Alarmierend sei die Situation auf vielen Verkaufsflächen im Detailhandel. Dies sei einerseits die Folge des Baubooms und des Trends hin zum Online-Handel andererseits.

Flughafenregion befolgt 80-20-Regel
Benno Hüppi, Präsident, Zürcher Planungsgruppe Glattal (ZPG), verwies auf das fulminante Wachstum entlang der neuen Glattalbahn. Durch solche Entwicklungen könne dem Ziel entsprochen werden, dass 80 Prozent des Bevölkerungswachstums in urbanen Gebieten stattfinde.

Mobilität 2040 - Wie die gesellschaftlichen Megatrends Raumordnung und Bewegungsformen formen. So hiess das Referat von Oona Horx-Strathern, Zukunftsforscherin, Autorin und CEO von Horx Zukunftsinstitut. Horx sprach über das Paradoxon der Individualisierung, das auch darin begründet sei, dass jeder Trend einen Gegentrend hervorruft. So habe der Trend zur Individualisierung nachfolgend ein Bedürfnis nach Gemeinschaft hervorgerufen. Sie sprach von einer neuen Co-Culture - einer garantierten Individualität in der Gemeinschaft - mit den Aspekten wie Co-Living, Co-Housing, Co-Working, Co-Mobility und Co-Gardening. Die Mobilität der Zukunft sei smart, sozial, flexibel, rücksichtsvoll und grün.

Am Roundtable nahmen die Referenten sowie Roland Gemperle (Präsident Airport City) und Doris Meier (Gemeindepräsident Bassersdorf und Kantonsrätin) teil - moderiert von Reto Lipp vom Schweizer Fernsehen SRF. René Huber, Präsident der Organisation Flughafenregion Zürich (FRZ), wies auf die weiteren Highlights des Jahres hin - insbesondere auf das Wirtschaftsforum am 18. November in Kloten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: www.flughafenregion.ch/wifo

Der Herbst-Event bot zudem ein reichhaltiges Rahmenprogramm, inklusive einem Showact des Casinotheater Winterthur und ein ausserordentliches Catering.

Hier gibt's weitere Informationen:

Interview von FRZ CEO Christoph Lang in NZZ a.S.

Quelle: Flughafenregion Zürich

 


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