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14.06.2022 // Doppelpass Digital

Wie sich Sportvereine durch Gaming-Angebote zukunftsfähig aufstellen

Sportvereine waren schon soziale Netzwerke als es diesen Begriff so noch gar nicht gab. Sie sind Orte der Gemeinschaft, an denen man sein Interesse und seine Leidenschaft ausüben kann. Sportvereine sind aber auch gemeinnützige Wertevermittler und Kulturstifter mit gesellschaftlichem Auftrag.

Und doch droht dem organisierten Sport der Verlust ganzer Generationen. Megatrends wie der demografische Wandel, die Entwicklung hin zu mehr Individualismus und Individualsportarten, die Pandemie - all das führt dazu, dass Vereine – gerade im ländlichen Gebiet - Mitglieder verlieren, sich zu Spielgemeinschaften zusammenschließen oder gar um die Existenz bangen müssen. Erreicht das Angebot der Sportvereine nicht mehr die Menschen in dem Umfang wie noch in der Vergangenheit?

Gaming ist längst Lebensrealität in Deutschland

Gleichzeitig gibt es eine große Anzahl wachsender Gaming-Communitys, E-Sport-Organisationen und Clans. Jeder zweite Deutsche ist ein Gamer.* Hier steht das gemeinsame Interesse im Vordergrund. Einen gemeinnützigen und gesellschaftlichen Auftrag gibt es üblicherweise nicht. Die Lebensrealität Gaming ist längst Realität. Nicht erst seit der Corona-Pandemie, in der viele Gamer ihr Community-Leben digital fortsetzen und Wettkämpfe online weiteraustragen konnten, während die Vereinsheime leer standen.

Gaming und Vereine - eine Verbindung mit Zukunft?

Wenn man diese beiden Welten - Gaming und Vereine - verbindet entsteht jedoch eine Symbiose, die Zukunft hat. Sportvereine, die eine Gaming-Strategie für sich entwickeln und gezielt Angebote in diesem Bereich machen, können hier sinnvoll und klug ihr eigenes Portfolio ergänzen. In der traditionellen Sportwelt würde man sicherlich von einem Breitsportangebot sprechen.

Allerdings ist der Gaming-Bereich, im kompetitiven und wettbewerbsorientierten Umfeld auch der E-Sport-Bereich, so facettenreich und vielfältig, dass der Start gut gewählt sein sollte. Fußballvereine, gerade im Profi-Bereich, starten heute oft mit dem virtuellen Fußball im 1 vs 1. Das heißt, ein Spieler an der Konsole steuert nacheinander die elf Spieler auf dem virtuellen Rasen – häufig sind das die Spielercharaktere aus dem traditionellen, analogen Fußball.

Empfehlung: die virtuelle Fußballmannschaft mit 20 Spieler:innen

Unsere Empfehlung lautet auch mit der virtuellen Fußballsimulation einzusteigen - allerdings im Multiplayer-Modus, bei dem bis zu 11 Menschen an der Konsole sitzen und gegen 11 andere Menschen im Wettkampf antreten. Genau wie im analogen Fußball auf dem grünen Rasen. Der Hersteller Electronic Arts bietet hier, integriert in FIFA 22, den sogenannten Pro Clubs Modus an, bei dem ein Verein selbst kreiert werden kann und jeder in die Rolle seines eigenen digitalen Avatars schlüpft.

Der Aufbau eines solchen Angebots ist vergleichbar mit den zu schaffenden oder existierenden Strukturen in einem klassischen Fußball-Team. Es braucht einen oder mehrere Verantwortliche, die eine Taktik vorgeben, sich um die Mannschaftsaufstellung und Kaderzusammenstellung kümmern, die sich um organisatorische Aspekte eines Spielbetriebs kümmern und die mit den Liga-Verantwortlichen, der Öffentlichkeit und den anderen Vereinen im Liga-Betrieb kommunizieren. Und man braucht einen Kader von 15 bis 20 Spieler:innen, damit gewährleistet werden kann, dass die Mannschaft auch kurzfristige Ausfälle verkraften kann.

Wo das virtuelle Angebot dem traditionellen überlegen ist

Das Besondere jedoch: Anders als in der klassischen Fußballwelt gibt es keine Altersklassen, keine Trennung der Geschlechter. Auch Menschen mit Handicap oder klassischen Sportverletzungen können in die Teams integriert werden und auch ist es an Spieltagen nicht zwingend erforderlich physisch an einer Spielstätte anwesend zu sein. So entstehen in einem Verein ganz neue Möglichkeiten Mitglieder zu binden, neue Mitglieder zu integrieren und auch bestehende Mitglieder mannschaftsübergreifend miteinander zu verbinden.

Die Hürden in der Umsetzung sind real – aber nicht unüberwindbar

Wenn die Vorteile doch auf der Hand liegen und man auch nicht von einer Kannibalisierung des klassischen, traditionellen Fußballangebots ausgehen kann, warum tun sich heute noch viele Vereine damit so schwer ein entsprechendes Angebot im Verein zu etablieren?

Häufig wird in Gesprächen mit Vereinen die „einfachere Umsetzbarkeit“ eines virtuellen Fußball-Angebots im 1 vs 1 als Argument angeführt. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bietet hier für die Profi-Clubs den Wettbewerb der virtuellen Bundesliga an und schafft damit einen organisatorischen Rahmen für eben jene Clubs aus der ersten und zweiten Bundesliga. E-Sport / E-Football ist hier heute entweder Teil der Marketingstrategie, um junge Menschen für Fußball zu begeistern oder aber ein professionelles Sportangebot im Profi-Betrieb. Beide Strategien lassen in der Regel einen Breitensportansatz, an dem sich jeder beteiligen kann, eher nicht zu. Zumal häufig der Breitensportbetrieb in der Organisationseinheit des „e.Vs“ liegt, also des eingetragenen Vereins.

Auch in der virtuellen Fußballmannschaft geht es um Persönlichkeitsentwicklung und Regelkunde

Und diese eingetragenen Vereine haben heute noch eine weitere Herausforderung. Denn: E-Sport kann, je nach Umsetzung, heute den Status der Gemeinnützigkeit eines Sportvereins gefährden. Derzeit laufen jedoch diverse politische und Lobby-Initiativen, um hier klare Regelungen zu schaffen. Spannenderweise gibt es heute bereits gewisse Tendenzen und auch Indizien dafür, dass die Umsetzung einer virtuellen Fußballmannschaft mit einem Kader von 15 bis 20 Spielern im Mehrspielermodus bereits heute mit der Abgabenordnung vereinbar sein könnte – weil die Strukturen zwischen dem Betrieb einer Fußballmannschaft die auf dem grünen Rasen antritt und jene, die auf dem virtuellen Rasen antritt, vergleichbar sind. Denn auch in der virtuellen Fußballmannschaft geht es um die Vermittlung von Werten, um Regelkunde, Ausbildung von Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeiten, Charakterbildung und taktischem Verhalten. Auch hier geht es darum zu lernen, wie man sowohl in der Niederlage als auch im Moment des Triumphes Größe zeigt. Vereine, die sich bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen unsicher sind, denen empfiehlt sich der Kontakt zu den lokalen Finanzbehörden.

Neue Mitglieder, neue Einkommensmöglichkeiten

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Sportvereine, die ein virtuelles Mannschaftssportangebot in ihren Verein integrieren, natürlich dadurch auch verschiedene neue Möglichkeiten erhalten, sich finanziell unabhängiger aufzustellen, denn:

  • Neue Mitglieder zahlen Mitgliedsgebühren
  • Neue Formate schaffen neue Integrationsmöglichkeiten für Sponsoren
    (z.B. in Twitch-Streams, auf Trikots, bei Events)

Gaming-Angebote in Sportvereinen – eine Chance für unsere Gesellschaft

Die Welt ist Gamings ist bunt und vielfältig. Viele Strukturen sind noch nicht derart etabliert wie im klassischen Sportbetrieb. Auch sind natürlich die Publisher, also die Spielehersteller und die Hardwarehersteller schwer kalkulierbare Größen. Und doch lässt sich festhalten: Brot und Spiele gab es schon immer. Die Spiele haben sich im Laufe der Jahrhunderte geändert. Der organisierte Sport in Deutschland ist ein reales Asset für unsere Gesellschaft. Deswegen ist es eine große Chance, wenn der organisierte Sport die Lebensrealität der Gaming-Gesellschaft anerkennt und eigene niedrigschwellige Angebote in diesem Bereich schafft. Dann ist die Verbindung von Gaming und Sportvereine eine nachhaltige Verbindung für die Zukunft!


Bildquelle: Doppelpass Digital / esportmanager.com

Kontakt

Doppelpass Digital GmbH
Patrick Baur (Co-Founder | Geschäftsführer)
E-Mail: patrickbaur@doppelpass.digital
Web: www.doppelpass.digital

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