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25.05.2022

Sustainability vs. Metaverse

Das Metaverse kommt und es wird unsere Welt nachhaltig verändern. Doch ein Aspekt kommt dabei viel zu kurz: Ein Metaversum, das ausschliesslich in Netzwerken existiert, erfordert einen nie dagewesenen technischen Aufwand – und damit verbunden: Energie. Die ESB hat sich bei ihren Digital-Experten im Netzwerk erkundigt, ob Marken, die auf Nachhaltigkeit setzen, überhaupt ins Metaverse einsteigen sollen bzw. dürfen.

Rapid Peaks

Marc Hohenberg, CEO:
«Marken müssen Haltung zeigen und Bedeutung anbieten. Das gilt auch, oder gerade, im Web 3.0. Daher dürfen sich nachhaltige Brands der neuen digitalen Realität, dem Metaverse und Blockchain-basierten digitalen Gütern, wie NFTs, nicht verschliessen, denn hier befindet sich die Zielgruppe der Zukunft. Es geht für uns darum, nachhaltige Web 3.0-Lösungen für unsere Kunden zu finden. Ein möglicher Weg: sich verstärkt mit Metaversen, die regenerative Energiequellen physisch fördern zu beschäftigen und parallel aufklärend zu agieren sowie das kreative Potential der Community zu nutzen, um gemeinsam die Herausforderungen im Bereich Sustainability zu lösen.»

Steilpass

Jens Leonhäuser, Geschäftsinhaber:
«Die Frage nach der Berechtigung oder Notwendigkeit für Unternehmen ins Metaverse einzusteigen hat für mich zwei Dimensionen: Erstens die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen: in einer realen oder einer virtuellen. Virtuell kann man auch übersetzen mit «theoretisch existent». Aber eben nicht echt. Die zweite Dimension ist die Übernahme von Verantwortung für die grösste Aufgabe unserer Generation, der Vermeidung eines unkontrollierten Klimawandels. Hier ist zu forderst ein sehr sorgsamer Umgang mit Ressourcen erforderlich. Der Primärenergiebedarf muss weltweit sinken. Da das Metaverse enorme Mengen von Energie benötigen wird (in der Grössenordnung ganzer Länder), ist es bis zu dem Zeitpunkt, an dem regenerative Energien in ausreichendem Masse zur Verfügung stehen, nicht nachhaltig zu betreiben. Auch mit Ansätzen wie z.B. dem Green NFTs Bounty System oder dem Github Eco-NFT nicht. Diese Systeme suggerieren (ähnlich wie die Kompensationsmechanismen im Energiesektor) wir könnten beliebig viel Energie verbrauchen, solange wir nur auf der anderen Seite kompensieren. Eine Kompensationsstrategie ist aber erst dann glaubwürdig, wenn zunächst alle Massnahmen der Energieeinsparung ausgeschöpft wurden. Alles andere ist Greenwashing.
Für Unternehmen bietet die neue virtuelle Welt also viele (Umsatz-)Chancen. Für die Gesellschaft aber zunehmend häufiger bittere Kollateralschäden. Steigt ein Unternehmen im Metaverse ein, sollte es auch so ehrlich sein zu sagen, dass ihm Umsatz wichtiger als Nachhaltigkeit ist. Verantwortungsbewusste Unternehmen sind daher gut beraten, ihre digitale Strategie mit grosser Sorgfalt zu wählen.»

ARNECKE SIBETH DABELSTEIN

Dr. David Stadtfeld, Associate und Sophia Trotno, Consultant:
«Wir würden die Fragestellung nicht antagonistisch formulieren, sondern dahingehend stellen, wie das Metaverse nachhaltiges Handeln fördern kann. Denn nur im kongenialen Zusammenspiel bzw. in ersetzender Funktion hilft uns das Metaverse, unsere Klimaziele vielleicht doch noch zu erreichen. Das Ersetzen physischer durch digitale Güter im Metaverse bietet u.a. ein besonderes Einsparpotential für Ressourcen im Herstellungsprozess. Der aktuelle Virtual Fashion-Trend veranschaulicht diese Überlegung: wenn es Menschen wichtiger wird, ihre digitalen Avatare mit Modeaccessoires auszustatten, als entsprechende Kleidungsstücke physisch zu besitzen, könnten bekannte Marken künftig neue Kollektionen nur noch rein digital «herstellen» und vertreiben. Ausserdem ist kurzfristig mit Blick auf die Nachhaltigkeit durch den Wechsel von «Proof of Work» zu «Proof of Stake» Blockchain-Lösungen und «Green NFTs» mit starken Verbesserungen der Energieeffizienz zu rechnen.»

Apollo GG

Michael Schillinger, Geschäftsführer:
«Ein klares Jein. Web3 als dezentralisiertes Web und das Metaverse als immersives 3D-Erlebnis mit der Möglichkeit von Ownership und Teilhabe haben erstmal wenig mit Energieverbrauch zu tun. Allerdings ist es heute meist noch so, dass viele digital Ownerhip-Ansätze auf der Etherium-Blockchain basieren, die wiederum nach dem Proof-of-Work-Mechanismus arbeitet. Hier entsteht ein hoher Energiebedarf. Allerdings stellt Etherium diesen Mechanismus momentan um auf den skalierbaren und energieschonenden Proof-of-Stake-Ansatz. Andere Blockchain-Technologien wie Cardano oder Solana tun dies bereits. Dadurch wird der Energieverbrauch deutlich reduziert.
Und es sind auch Metaverse-Ansätze denkbar, die an anderer Stelle ressourcenschonend sind. Das zeigt das Beispiel der Stadt Seoul, die an einem fully digital Bürgermeisteramt arbeitet Dieser Ansatz würde wiederum Ressourcen einsparen bei Anfahrtswegen, Gebäuden, Papier, etc. Im Gegenzug benötigt man für die notwendige Hardware seltene Erden und andere Ressourcen. Fazit: Es ist unmöglich, eine pauschale Antwort zu geben. Aber wir bei Apollo GG sind uns sicher, dass die Chancen für verantwortungsvolle und reflektierte Marken auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit überwiegen.»

Infront

André Fläckel, Head of Gaming & Esports:
«Das kommt darauf an, wie man Metaverse definiert. Der relative Energieverbrauch ist gegenwärtig hoch, insbesondere in der Blockchain Branche und Blockchain ist ein Teil des Web3. Die Zukunft des Internets, möchte man es nun Web3 oder Metaverse bezeichnen, ist weitaus umfangreicher und wird insgesamt weiter Energie verbrauchen. An Themen wie Energie Reduktion muss die Web3 Branche, genau wie ein Grossteil der global agierenden Branchen heute mit Nachdruck arbeiten.
Mit der voranschreitenden technologischen Entwicklung inkl. dem Web3 gibt es aus meiner Sicht eine verbesserte Chance, dass die positiven Effekte langfristig überwiegen. Vielen Menschen weltweit ist Nachhaltigkeit bei weitem nicht Bewusst genug, um es gegenwärtig zur wichtigen Priorität für sich, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu machen. Das Metaverse wird wahrscheinlich bis 2030 ein weiteres Kommunikationsmittel werden, um Menschen auf bisher nie dagewesene Weise zusammenzubringen. Dieser Entwicklung sollte man sich nicht verschliessen. Auch aus Sicht des Themas Nachhaltigkeit nicht. 
Menschen werden mit VR oder AR Brillen einen authentischen, immersiven Blick in die Natur werfen können und lernen sie dadurch vielleicht mehr zu schätzen. Das Web3 eignet sich ebenfalls, um Finanzierungen in Gemeinschaften – sogenannte DAO’s – online zu organisieren und in nachhaltige Projekte zu investieren. Denken sie auch an bisher weniger aktivierte Zielgruppen und Wählerstimmen, die im Metaverse Unterhaltung, Austausch und Gemeinschaftsgefühl erfahren.
Für Marken und Sportorganisationen eröffnet das Metaverse zahlreiche neue Möglichkeiten. Sie sollten das Thema als Chance zur Veränderung begreifen. Noch vor 15 Jahren haben wir uns schwer vorstellen können, dass wir täglich stundenlang am Smartphone hängen. Vielleicht lernen wir etwas daraus und gestalten die Zukunft des Internets und unserer Welt gemeinsam ein Stück besser.»

SPORTFIVE

Mario Lucan, Executive Director Product Management & Sustainability:
«Wenn das Metaverse sich so entwickelt wie prognostiziert, müssen Marken über kurz oder lang dort vertreten sein, um ihre Zielgruppe zu treffen. Eine Präsenz im Metaverse bedingt unter anderem Antworten auf die Frage nach der Höhe des Energieverbrauches und der genutzten Energiequelle sowie nach der Regulierung und der Sicherheit in der digitalen Welt. 
Nachhaltig agierende Marken können einsteigen, wenn sie einen klar definierten, substantiellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Metaverse mit ihrer Partnerschaft verknüpfen. Dabei ist die Übereinstimmung der Wesentlichkeit der Marke mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Plattform zu überprüfen bzw. bei Bedarf herzustellen.»

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