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02.11.2022

Sponsoring im Wintersport

Bereits vor den eingeschränkten bzw. komplett abgesagten Ski-Rennen in Sölden und Zermatt kam die Diskussion auf, ob die Saison zu früh gestartet werde. Selbst Skigrössen wie Felix Neureuther und Marcel Hirscher hinterfragen die Renntermine. Für uns ein Grund nachzuhaken, wie die Wintersportsponsoren im ESB Netzwerk zum frühen Saisonbeginn und der Kritik stehen.

Infront Sports & Media AG
Michael Witta, VP Marketing Sales & Services

„Grundsätzlich finanziert sich der Skisport im Bereich Sponsoring stark über die Monetarisierung medialer Reichweiten. Diese erreichen traditionell im Kern der Wintersportsaison, jeweils von Dezember bis März, ihre Peaks. In dieser Phase legen reichweitenstarke Programmanbieter ihren Fokus auf den Wintersport und typische Sommersport-Events sind weniger im Programm vertreten. Die Media- und Werbewerte sind dann entsprechend am höchsten. Wintersport-Anlässe in der Vor- und Nachsaison sind daher weniger attraktiv für Marken, die ihre Sponsoring- und Werbeziele vor allem auf mediale Reichweite auslegen. Zudem sind Sponsoring-Aktivierung vor Ort bei den Events zu Saison-Randzeiten, insbesondere in Europa, einem höheren Risiko witterungsbedingter Absagen oder Verschiebungen ausgesetzt.“

Infront Sports & Media AG

Swiss-Ski
Diego Züger, Direktor Marketing & Stv. Geschäftsführer

Der Weltcup-Auftakt findet bereits seit drei Jahrzehnten Ende Oktober statt – seit Beginn dieses Jahrhunderts jeweils in Sölden. Der Start zu diesem Zeitpunkt ist für die Skiindustrie, die ihr Geschäft für den anstehenden Winter ankurbeln will, sowie für den Tourismus und insbesondere auch für die Athletinnen und Athleten wirtschaftlich von grosser Bedeutung. Zudem soll der Ski-Fan auf den bevorstehenden Winter eingestimmt werden. Für Swiss-Ski ist es durchaus eine Option, den Speed-Auftakt in Zermatt um ein bis zwei Wochen nach hinten zu verschieben, um das Risiko von fehlendem Schnee im Zielbereich zu verringern. Auch mit einer solchen Verschiebung könnte die Lücke im Weltcup-Kalender geschlossen werden.

Zwei Drittel der Piste «Gran Becca» befinden sich auf dem Gletscher – bei aktuell hervorragenden Bedingungen – und basieren auf Naturschnee. Es wurde kein einziger Baum gefällt, 85 Prozent der Pistenfläche fungieren bereits heute als Piste, die befahren wird. Technischer Schnee kommt maximal auf einem Drittel der Strecke zum Einsatz. Die Schneedepots bestehen zu 80 Prozent aus Naturschnee. Swiss-Ski ist überzeugt, dass sich das Speed Opening am Fusse des Matterhorns im Weltcup etablieren und dem ganzen Schneesport einen grossen Mehrwert bringen wird.

Swiss-Ski

Raiffeisen Schweiz Genossenschaft 
André Stöckli, Leiter Sponsoring & Events

"Natürlich ist es aus Sponsorensicht interessant, wenn die Rennsaison einen frühen und spannenden Auftakt hat. Ob dies aber bereits Ende Oktober sein muss, ist eine andere Frage. Einerseits zeigt es sich, dass Rennen Ende Oktober aufgrund der klimatischen Verhältnisse schwierig durchzuführen und auch aus Nachhaltigkeitssicht nicht ideal sind. Zum anderen würde eine Verschiebung des Saisonstarts um ein paar Wochen auch für einen nahtloseren Übergang zu den nächsten Rennen führen, was m.E. für die durchgängige Zuschaueransprache von Vorteil wäre."

Raiffeisen Schweiz

BKW Management AG
Michael Morgenthaler, Leiter Live Experience & Campaigns

"Der Schneesport sollte so attraktiv wie möglich gestaltet werden. Dazu gehört auch, die Auswirkungen des Klimawandels zu akzeptieren und ihm gemeinsam entgegenzuwirken. Mein Antrieb ist es, den Schneesport nachhaltig zu gestalten und die Attraktivität von Weltcuprennen auch für künftige Generationen zu erhalten. Dies beinhaltet unter anderem, die Rennen in würdiger Kulisse in winterlich verschneiten Landschaften durchzuführen und Lösungen für den nachhaltigen Schneesport umzusetzen. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Rennen zu einem späteren Zeitpunkt angesetzt werden sollten."

 

BKW Management AG

SPORTFIVE Germany Consulting GmbH
Christian Ulmer, Senior Director Wintersport

"In Weltcup-Start im Oktober muss nicht sein und es würde meiner Meinung nach ausreichen, wenn der dieser ab Mitte bis Ende November startet – wenn die Temperaturen deutlich gesunken sind, in den Bergen ohnehin der erste Naturschnee vorhanden ist und die Interessierten im Wintersportmodus angekommen sind. Am Beispiel der ersten Ski Alpin-Rennen in diesem Winter, die nur teilweise durchgeführt werden konnten oder komplett abgesagt wurden, sieht man welch Stimmung die Terminierung mitbringt, was dem Wintersport auch aus Vermarktungssicht nicht weiterhilft. Der Wintersport birgt sehr viele positive Eigenschaften, weckt die Sehnsucht nach verschneiter Winterlandschaft sowie Sport in der Natur – und das ist eben frühestens Ende November möglich."

SPORTFIVE Germany Consulting GmbH

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