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29.03.2021 // Christian Gartmann AG

Sieben Faktoren bestimmen den Sommertourismus im Alpenraum während der Pandemie

Ferien und Freizeit in den Bergen werden unter Schutzkonzepten auch im Sommer 2021 möglich sein. Die Taskforce «Corona II Engadin» hat die entscheidenden Faktoren beschrieben, welche den Tourismus im kommenden Sommer bestimmen werden. Sie unterstützt damit die Betriebe der Region bei der Vorbereitung auf die Sommersaison unter der Pandemie.

Die warme Jahreszeit, die Impfung von immer mehr Menschen und die gezielte Teststrategie des Kantons werden vermutlich helfen, die Pandemie in Graubünden im kommenden Sommer abzuschwächen. Zu diesem Schluss kommt die Taskforce «Corona II Engadin». Sie hat sieben Faktoren beschrieben, welche den touristischen Sommer in den Alpen bestimmen werden. Dazu gibt sie Empfehlungen für die Betriebe der Alpenregion.

Faktor 1: Die Entwicklung der Pandemie in der Schweiz

Die Schweiz wird durch die Pandemie ebenso getroffen wie unsere Nachbarländer. Die staatlichen Massnahmen treffen die Wirtschaft und die Einwohner hart, wenn sie auch weit weniger weit gehen als in den Nachbarländern. Es konnte verhindert werden, dass das Gesundheitswesen nicht mehr alle anfallenden Patienten behandeln konnte.

Die wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie und die Entwicklung der Konsument/innenstimmung sind noch nicht absehbar. Die staatlichen Massnahmen werden teilweise sehr kurzfristig angeordnet oder geändert. Die Bevölkerung kann ihre Freizeit und Ferien nicht mehr längerfrstig planen; sie buchen sehr kurzfristig, was die Unsicherheit für den Tourismus weiter verstärkt.

Der Tourismus in den Bergregionen wird seinen Betrieb im Sommer wohl aufrechterhalten können. Es ist zu hoffen, aber nicht gesichert, dass Schliessungen der Gastronomie und des Detailhandels im Sommer ausbleiben. Schweizer Gäste werden weniger Auslandreisen machen und ihre Ferien und ihre Freizeit vermehrt im Inland verbringen.

Die weitere Entwicklung der Massnahmen ist schwer vorhersehbar. Der Ausbau von Massentestprogrammen und die Impfung grosser Teile der Bevölkerung können die Lage entspannen. Dies ist die Basis für eine Normalisierung für Gastronomie, Indoor-Sport, Freizeit- und Kultureinrichtungen und den Veranstaltungssektor.

Empfehlung der Taskforce: Die Schutzkonzepte der verschiedenen Branchen und die universell gültigen Hygienemassnahmen und Abstandsregeln werden wohl über den Sommer hinaus in Kraft bleiben. Ein wesentlicher Teil der Massnahmen in den Betrieben ist die Kommunikation mit Gästen und Mitarbeitenden. Vor allem Letztere sollen regelmässig über die Massnahmen und deren Bedeutung informiert und geschult und zu deren Anwendung / Einhaltung motiviert werden.

Faktor 2: Die internationale Entwicklung der Pandemie

Nach wie vor ergreifen Staaten teilweise weit reichende Massnahmen, um die Ausbreitung der Pandemie zu steuern. Sie werden oft kurzfristig angeordnet, beschränken unter anderem die Reisefreiheit und machen Auslandreisen kompliziert und sehr schwer planbar. Innerhalb der Länder gelten unterschiedliche Schutzmassnahmen, welche die Attraktivität des jeweiligen touristischen Angebotes massiv beeinflussen können.

Ausländische Gäste – insbesondere aus Fernmärkten – dürften bis auf Weiteres noch nicht in grösseren Zahlen in die Schweiz kommen. Eine Entspannung dieser Situation dürfte erst erfolgen, wenn die gestarteten Impfprogramme grosse Teile der jeweiligen Bevölkerungen schützen helfen, die internationalen Reisehemmnisse abgebaut sind und das Vertrauen der Gäste in ihre Sicherheit wieder wächst.

Empfehlung der Taskforce: Die Situation und die jeweils aktuellen Massnahmen zwischen der Schweiz und den Herkunftsländern der Gäste und Mitarbeitenden können unterschiedlich sein und immer wieder ändern. Deshalb besteht ein grosser Informationsbedarf. Die Taskforce und die Destinationsorganisation werden die Leistungsträger bei der aktuellen Information unterstützen.

Faktor 3: Virusmutationen

Das Auftreten von mutierten Viren im Winter war keine Überraschung und es ist damit zu rechnen, dass weitere Mutationen auftreten, die andere Eigenschaften punkto Ansteckungsgefahr und Krankheitsverlauf haben können. Virusmutationen werden ein dominierender Faktor beim weiteren Verlauf der Pandemie bleiben.

Entscheidend wird sein, wie gut die erhältlichen Impfstoffe gegen Ansteckungen und schwere Krankheitsverläufe aus mutierten Viren schützen oder wie rasch, allenfalls neue, Impfstoffe gegen die mutierten Viren in sehr grossen Mengen erhältlich sind und verimpft werden können.

Faktor 4: Impfkampagnen

In grossen Teilen der Welt haben breit angelegte Impfkampagnen begonnen. Zuerst werden besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, später die breite Bevölkerung geimpft. Die Impfungen sollen von Ansteckung und Weiterverbreitung sowie vor schweren Krankheitsverläufen von Covid-19 schützen.

Das Bundesamt für Gesundheit rechnet nach wie vor damit, dass bis im Sommer 2021 alle impfwilligen Personen in der Schweiz geimpft werden können. In den für das Engadin wichtigen Nahmärkten sind die Impfkampagnen ebenfalls am Laufen. Auch dort dürften im Laufe des Sommers grössere Teile der Bevölkerung geimpft sein. Sie dürfen sich dann wieder freier bewegen und vermutlich auch wieder erleichtert reisen. Die Durchimpfung der Bevölkerung wird dem Bund als Massgrösse dienen, wenn es um die Lockerung von Massnahmen geht.

Allerdings ist die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, noch nicht so hoch, dass durch die Impfung eine Herdenimmunität entstehen würde. Grössere Ausbrüche bei Nichtgeimpften bleiben möglich.

Empfehlung der Taskforce: Impfen ist und bleibt freiwillig. Die Taskforce empfiehlt den Leistungsträgern deshalb, ihre Mitarbeitenden über die Möglichkeiten zur Impfung zu informieren und sie für eine Impfung zu motivieren.

Faktor 5:    Testing

Mit der bevorstehenden Einführung von Speichel-Selbsttests und der angekündigten Kostenübernahme durch den Bund wird das regelmässige Testing in der Schweiz stark an Bedeutung gewinnen. Die Selbsttests sind eine gute Ergänzung zu den in Graubünden bereits eingeführten, systematischen Tests in Firmen, Schulen und Heimen. Sie haben aber den Nachteil, dass sie Angesteckte ohne Krankheitssymptome weniger zuverlässig erkennen und ihre Resultate nicht konsequent in Statistiken erfasst werden. Deshalb werden Selbsttests die systematischen Tests mit Laboranalysen vorerst nicht ablösen.

Für den Tourismus im Engadin und den Südtälern bleiben die bereits eingeführten Tests bei Mitarbeitenden von Firmen sowie in Schulen und Heimen sehr wichtig. Selbsttests können ergänzend für Gäste oder Teilnehmende an Events eingesetzt werden und die Früherkennung von Ansteckungen weiter fördern.

Empfehlung der Taskforce: Es ist wichtig, dass die momentan hohe Bereitschaft zu Tests auch in der Sommersaison bestehen bleibt. Die Mitarbeitenden sollten deshalb regelmässig über die Tests, deren Bedeutung und deren Resultate informiert werden.

Faktor 6: Akzeptanz von Schutzkonzepten

Die Bevölkerung ist «coronamüde». Dennoch werden die Schutzkonzepte sie wohl – je nach dem Entstehen weiterer Mutationen – noch ein Jahr begleiten. Es ist sehr wichtig, dass die Schutzmassnahmen von einer grossen Mehrheit getragen und korrekt umgesetzt werden.

Die Akzeptanz von Schutzkonzepten in Tourismusregionen hängt direkt davon ab, ob die Bevölkerung sie versteht und ob sie einheitlich und konsequent, aber kundenfreundlich und sympathisch umgesetzt werden.

Empfehlung der Taskforce: Leistungsträger sollten ihre Mitarbeitenden zu Beginn und während der Sommersaison erneut über die bestehenden Konzepte informieren und sie in der Umsetzung schulen.

Faktor 7: Die warme Jahreszeit

Wärmere Temperaturen laden zu zahllosen Aktivitäten unter freiem Himmel ein; die Bevölkerung hält sich weniger in geschlossenen Räumen auf und es ist einfacher, Innenräume sehr gut zu lüften. Die Ansteckungsgefahr ist im Freien tiefer als im Innern von Gebäuden. Die warme Jahreszeit hilft, die Pandemie zu bekämpfen.

Empfehlung der Taskforce: Wo immer möglich, sollten Angebote und Veranstaltungen (oder Teile davon) im Freien angesiedelt werden. Innenräume sollten intensiv gelüftet werden. Dennoch müssen Hygieneregeln und Abstände überwacht und eingehalten werden.

Vermutlich steht im Alpenraum ein starker Sommer bevor

Vorausgesetzt, dass sich die Pandemie in der Schweiz und ihren Nachbarländern nicht markant verschlimmert, stehen die Chancen gut, dass der Alpenraum 2021 (wie in den beiden Vorjahren) einen touristisch starken Sommer erlebt. Treibender Faktor sind Gäste aus der Schweiz, da Reisen ins Ausland kompliziert und mit Unsicherheiten (z.B. Quarantäne) behaftet sind.

Gäste aus den europäischen Nahmärkten können vor allem bei einer Entspannung der Situation wieder ein positiver Faktor werden. Dann besteht aber auch die Gefahr, dass Schweizer Gäste wieder ins nahe Ausland reisen. Es ist schwer einzuschätzen, welcher Faktor quantitativ überwiegen wird.

Download «Szenarien zur Covid-19 Pandemie im Sommer 2021»

Bildquellen: Christian Gartmann AG

Kontakt

Leitung der Taskforce Corona II Engadin:

Christian Gartmann AG:
Christian Gartmann (Initiant und Projektleiter der Taskforce)
Tel: +41 79 355 78 78
E-Mail: christian@gartmann.biz
Web: www.gartmann.biz/

Engadin St. Moritz Tourismus AG
Jan Steiner (Brand Manager Engadin)
Tel: +41 79 686 91 91
E-Mail: jan.steiner@estm.ch 
Web: www.engadin.ch/de/

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