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08.04.2020 // Alexander Klöpfer

Ovation eSports: Nachhaltigkeit im eSport

Patrick Gobonya spricht im Interview über die Gründung von Ovation eSports, Nachhaltigkeit im eSport und ob man in der Branche von der Coronakrise profitiert.

ESB: Wie entstand die Idee, Ovation zu gründen?

Patrick Gobonya (PG): Mein Co-Founder Leonard Cohrs und ich sind Digital Natives. Wir waren beide fünf Jahre alt als der Nintendo64 offiziell in Europa released wurde. Später waren es andere Devices wie der Gameboy, die Playstation2 und der Gaming PC, welche uns in unseren verschiedenen Lebensphasen stets begleitet haben. Somit begann neben dem Fußball- und dem Tennisspielen unsere Leidenschaft für das Gaming in der frühen Kindheit. Im Studium habe ich mich intensiv mit Sportsponsoring auseinandergesetzt und Leonard sich mit den Kommunikationswissenschaften, primär Social Media. Ich erinnere mich gut an den Abend, als wir uns online verabredet hatten, um gemeinsam ein paar Runden zu gamen – er erzählte mir von seinem Gaming Blog, welchen er im Rahmen seines Studiums für die Passauer Neue Presse schrieb. Wir begannen unser Wissen zu teilen und diskutierten über den eSports als Ganzes, sein Wachstumspotenzial und mögliche Businessmodelle. Das ist jetzt schon länger als zwei Jahre her und seitdem haben wir immer unsere Idee einer nachhaltigen eSports Organisation verfolgt. Ende Februar haben wir mit der Gründung von der Ovation eSports AG unsere Idee verwirklicht.

ESB: Ovation eSports – woher stammt der Name?

PG: Die Namensfindung war alles andere als einfach. Aber tatsächlich hat mich Leonard angerufen und sagte euphorisch: „Patrick, ich hab’s! – Wir heißen Ovation“. Der Name hat zwei Bedeutungen: Einerseits ist er von „Standing Ovation“ abgeleitet, ein stürmischer, lang anhaltender Beifall als Huldigung für die Fähigkeiten der Athleten. Es besteht kein Unterschied zwischen Christiano Ronaldo, der einen Fallrückzieher aus 20 Metern in den Winkel donnert und einem eSportler, der 400 Bewegungen auf der Tastatur und Maus pro Minute in Verbindung mit einem strategischen Plan ausübt und somit ein Game für sein Team und sich entscheidet. Die Zuschauer in den Stadien sowie vor den Bildschirmen trauen ihren Augen nicht, was gerade passiert ist und verfallen in pure Euphorie. Zudem stammt der Begriff „Ovatio“ aus der Antike und benennt einen Triumphzug als Anerkennung für erfolgreiche römische Feldherren. Aus dem historischen Begriff haben wir auch unser Logo und unsere Corporate Identity abgeleitet.

ESB: Wer sind die Kunden von Ovation und was bietet Ihr ihnen?

PG: Unsere Kunden sind endemische sowie nicht endemische Unternehmen, welche den Draht zu einer jungen, kaum zu erreichenden Zielgruppe suchen. Wir können durch authentische und zielgruppenspezifische Marketing Maßnahmen ihren Brand nachhaltig in den Köpfen der Digital Natives und der Generation Z verankern. Wir bieten ein cooles und zugleich sehr professionelles Image. Unser Team besteht aus jungen und talentierten Athleten, die zugleich Content Creator und Influencer der Gaming-Branche im DACH-Raum sind. Über ihre Social Media Kanäle (Twitch, Twitter, Instagram und YouTube), sowie unsere Owned-Channels, gelingt es uns die Generationen Y&Z zu erreichen. Ovation bildet somit die Brücke zwischen einem Unternehmen und der jungen Zielgruppe.

ESB: Wie hebt Ihr euch von anderen Teams im eSport ab?

PG: Unsere Ausrichtung unterscheidet sich stark von anderen eSports Teams. Nachhaltigkeit ist im eSports kein Wert an sich. Viele eSports Athleten und leider auch Teams konzentrieren sich nur auf die sportliche Leistung. Somit vernachlässigen die Athleten ihren akademischen Werdegang sowie ihre physische und psychische Gesundheit. Es ist besonders wichtig, aufgrund des sehr jungen Alters vieler Athleten dem entgegenzuwirken. Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht unsere Athleten beim Schutz ihres körperlichen und geistigen Wohlbefindens zu unterstützen. Wir bieten unseren Athleten ein Umfeld, in dem sie selbst nach einer erfolgreichen Karriere im eSports ihre Zukunft meistern können. Aus diesem Grund bieten wir unseren Athleten das einmalige "Sustainable Athlete Package" an. Das Package beinhaltet Nachhilfeunterricht, Fitnesstraining, Ernährungs- und Gesundheitsberatung, Mental Coaching, Gameplay Coaching, Social Media Support und Finanzberatung.

ESB: Nachhaltigkeit ist nicht das Erste, das man mit eSport verbindet. Wieso «nachhaltiger eSport»? Wie definiert Ihr Nachhaltigkeit im eSport?

PG: Derzeit akzeptiert der Großteil der älteren Generation eSports nicht als echten Sport. Das Bild eines Teenagers, der den ganzen Tag Videospiele spielt, auf einem Stuhl sitzt und Fast Food isst, ist in der heutigen Gesellschaft immer noch sehr präsent. Doch eSports ist Sport! Die Menge an Cortisol, die von professionellen Videospielern produziert wird, kombiniert mit einem hohen Puls von bis zu 160-180 Schlägen pro Minute, entspricht der eines Rennfahrers. Es ist eine Frage der Akzeptanz, was wiederum eine Frage der Zeit ist, bis Europa dem eSports die gleiche Aufmerksamkeit schenkt, die er bereits in Asien und Nordamerika erhält.

Wenn wir von professionellem Sport sprechen, meinen wir das auch und haben den Anspruch, dasselbe Level an Professionalität, wie es in anderen Profisportarten herrscht, zu erreichen. Nur spielerische Leistungen sind nicht ausreichend. Vielmehr bieten wir unseren Athleten ein Umfeld, in dem sie sich perfekt entwickeln und sich somit auf eine Karriere nach der Profikarriere vorbereiten können. Hier sind ihre Ausbildung und ihre Gesundheit sehr wichtig. Hinzu kommt auch eine Beratung im Finanz- und Social Media Bereich.

ESB: Auf welche Spiele fokussiert Ihr euch? Wieso?

PG: Für den Markteinstieg haben wir den Spieltitel „Fortnite“ gewählt. Das kompetitive Spiel ist ein Lifestyle- und Massenphänomen .Wir erreichen somit eine sehr breite Masse an eSports Enthusiasten, da es eines der meist geschauten Spiele auf der Live-Streaming Plattform Twitch sowie auf Video Plattform YouTube ist.

Wir planen, uns zu diversifizieren und weitere Spieltitel in unser Portfolio aufzunehmen. Der Einstieg in das kompetitive und strategische online Kartenspiel „Hearthstone“ von Blizzard ist geplant, um eine ältere Zielgruppe zu erreichen. Auch den Shooter „Call of Duty: Warzone“ bedienen wir schon mit einem unserer Streamer, hier sind jedoch noch keine Wettkämpfe durch Activision angekündigt. Auch in Sporttiteln wie FIFA und dem virtuellen Rennsport wollen wir Fuß fassen.

ESB: Wie rekrutiert Ihr neue Spieler? Was muss ein Spieler mitbringen, um bei Ovation aufgenommen zu werden?

PG: Wir betreiben aktives Scouting und haben zudem eine Academy entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein Talentensystem für begabte und ambitionierte Spieler. Bereits mehr als 50 Spieler verfolgen das Ziel eines Tages Teil von Ovation zu werden. Die Pro Spieler und größten Conent Creator der Szene erreichen wir über unser

Netzwerk. Neben den Leistungen sind uns vor allem die Einstellung und Professionalität unsere eSportler wichtig.

ESB: Profitiert aus Eurer Sicht der eSport von der Corona-Krise?

PG: Nein! Man darf nicht außer Acht lassen, dass sehr viele große Events wegen COVID- 19 verschoben oder abgesagt wurden. Dies ist extrem schlimm für alle Zuschauersportarten. Auch die wirtschaftliche Rezession wird in einer globalen und vernetzen Welt vor dem eSports nicht Halt machen – dementsprechend wäre es naiv, von profitieren zu sprechen. Ich habe vorher schon von Akzeptanz und dem damit verbundenen Zeitfaktor gesprochen und wir bei Ovation eSports sind der Meinung, dass die Corona-Krise als Katalysator für den eSports dient. Viele Sportarten verschieben sich gerade in den digitalen virtuellen Raum, in das natürliche Habitat des eSports. Somit haben wir einen klaren Wettbewerbsvorteil und eSports wird in kürzester Zeit von der breiten Maße anders wahrgenommen werden. Zudem bietet jede Krise auch neue Möglichkeiten, wie hier im Social Media und Streaming Bereich. Man muss sie nur ergreifen und utilisieren.

Kontakt

Ovation eSports
Patrick Gobonya (CO-Founder)
E-Mail: patrick.gobonya@ovation-esports.com
ovation-esports.com

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