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05.07.2022 // Jakob Gülünay

NFTs – das müssen Sie darüber wissen

Der Hype um «Non-fungible Tokens» (NFTs) ist derzeit gross. Doch was steckt dahinter? Und warum ist eine 50-Franken-Note «non fungible», ein Fünfliber aber schon? east#digital-Gastautor Jakob Gülünay, CEO der Blockchain Trust Solutions AG aus Herisau, klärt auf.

Über «Non-fungible Tokens» wurde viel geschrieben und gesprochen in den vergangenen Monaten. Doch wie funktionieren sie und wo liegen die Risiken? Fangen wir an mit dem Aufbau: NFTs basieren wie Kryptowährungen auf einer Blockchain. Auf einer Blockchain werden Daten – anders als sonst im Internet üblich – nicht an einem zentralen Ort gespeichert, sondern auf mehreren Rechnern gleichzeitig, und dies an verschiedenen Orten auf der Welt. Das macht NFTs technisch sicher vor Angriffen und Fälschungen.

Käufer eines NFTs sichern sich das Eigentumsrecht an diesem NFT, der normalerweise auf eine genau bestimmte, digitale Datei verweist. NFTs haben nur einen offiziellen Besitzer, und die Transaktion und der Vertrag werden in den allermeisten Fällen auf der Ethereum-Blockchain gesichert und aufgezeichnet.

Was ist fungibel, was nicht – und warum?
Wenn etwas «nicht fungibel» ist, bedeutet das, dass es einzigartig ist und nicht durch etwas anderes ersetzt werden kann. Eine 50-er Note ist beispielsweise ein nicht fungibler Gegenstand (jede Banknote hat eine Seriennummer). Eine Münze hingegen ist fungibel, weil sie sich nicht von einer anderen, gleichwertigen Münze unterscheidet. Mit den entsprechenden Münzen lässt sich somit jede Summe bilden, welche nicht unterscheidbar ist.

«NFTs haben nur einen offiziellen Besitzer.»

Nicht fungible Gegenstände ausserhalb der Kryptowelt können Vermögenswerte wie Diamanten, Land und sogar Sammelkarten aller Art sein. Ein nicht fungibler Gegenstand ist aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften nicht mit anderen Gegenständen austauschbar.

Nur ein Hype oder kommt noch mehr?
Ich selbst hatte zunächst auch eine grosse Distanz zu dem Thema, aber NFTs werden ja nicht erst seit dem Rekordverkauf von Beeple oder anderen Projekten wie z. B. die «Crypto­Punks» oder die «Bored Apes» viel diskutiert. Hierbei muss man sagen, dass es momentan diejenigen Künstler sind, die bereits über eine grosse Community verfügen. Beeple zum Beispiel war vorher schon als digitaler Künstler bekannt. Mit grosser Sicherheit werden diese auch nicht so schnell wieder verschwinden.

Grundsätzlich sehe ich darin eine sehr gute Gelegenheit, um Kunst, Fotografie, Video und allem anderen, was digital vorliegt, einen konkreteren Stellenwert in der Wertschöpfungskette zu geben. Zudem kann der Künstler an jedem Weiterverkauf partizipieren. Das ist ein Paradigmenwechsel gegenüber der «alten» Kunstwelt.

NFTs sind aber auch interessant für Künstler, um sich neue Vermittlungswege für ihre Kunst zu erschliessen: Plötzlich treffen neue Welten aufeinander, die sich ideal verbinden lassen.

Auch die Grossen mischen mit
Die Anwendungsmöglichkeiten von NFTs sind fast grenzenlos. Immer mehr Unternehmen und Global Player springen daher auf den Zug auf. Der Sportartikelhersteller Adidas kooperiert zum Beispiel mit Bored Apes und dem NFT-Sammler Gmoney. Man stellt sich die Frage: Warum? Weil Adidas im Metaverse von Beginn weg Fuss fassen will. Geeignete Assets lassen sich digitalisieren und als NFTs an Kunden und Bieter verkaufen. Adidas kann beispielsweise einen limitierten Sneaker in einer Auflage von 1000 Stück herausbringen und bietet parallel dazu auch den entsprechenden NFT an.

«Nicht fungibel bedeutet, dass es einzigartig ist

Das hat 2021 auch die Schweizer Post mit der Lancierung der ersten Krypto-Briefmarke gemacht. Innerhalb von weniger als drei Stunden nach der Veröffentlichung wurden alle Briefmarken verkauft; mittlerweile wird reger Handel damit betrieben. Ein altes Hobby neu gedacht und toll umgesetzt. Mit der Blockchain Trust Solutions AG haben wir für Vodafone aus der ersten SMS, die weltweit versendet worden ist, einen NFT erstellt und diesen im Dezember 2021 für über 100 000 Euro in Paris live versteigert. Noch teurer war der erste Tweet von Twitter-Gründer Jack Dorsey, für den die unglaubliche Summe von 2.9 Millionen USD hingeblättert wurde.

Vorsicht vor «gefälschten» Plattformen
Durch die wachsende Bekanntheit von NFTs steigt leider auch die Wahrscheinlichkeit von Cyber-Bedrohungen. Die Gefahr von mangelhaft programmieren Smart Contracts ist derzeit ein bekanntes Risiko auf dem NFT-Markt. Ein Grund für einen möglichen Diebstahl ist, dass die Sicherheit von Smart Contracts (diese regeln das Verhalten eines NFT) nicht ausreichend gut programmiert worden ist. Eine weitere Gefahr geht von «gefälschten» NFT-Plattformen und Shops aus, die ein potenzielles Risiko darstellen. Diese verkaufen NFTs, die in der digitalen Welt gar nicht vorhanden sind. Es kann ausserdem vorkommen, dass sich jemand als berühmter NFT-Künstler ausgibt und gefälschte NFTs verkauft.

Grundsätzlich gilt es deshalb Folgendes zu beachten: Bevor man nur wegen des Hypes in etwas einsteigt, ist es notwendig, gründliche Recherchen durchzuführen. Wenn es um NFT geht, macht es durchaus Sinn, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, um allfällige Risiken und Herausforderungen zu verstehen. Das erleichtert den Einstieg in den Kauf und Verkauf von NFTs.


Text- und Bildquelle: east#digital

Kontakt

Blockchain Trust Solutions AG
Jakob Gülünay (Chief Executive Officer)
E-Mail: jakob.gueluenay@bcts.ch

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