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03.08.2022 // MYI-Entertainment

Misfits Gaming verkauft LEC-Lizenz für Rekordsumme

Die Organisation Misfits Gaming hat den Verkauf der Lizenz zur Teilnahme an der League of Legends European Championship (LEC) bekanntgegeben. Ab 2023 wird das spanische Team Heretics den Platz in der Liga übernehmen. Der Verkaufspreis soll laut Insidern bei rund 40 Millionen Euro liegen - einem neuen Rekordwert. Im letzten Jahr verkaufte der FC Schalke 04 seine Lizenz für ca. 26,5 Millionen Euro.

Wertsteigerung dank des erfolgreichen Business Cases LEC?

Die Übernahme bietet aus mehreren Perspektiven einen spannenden Einblick in das eSport-Ökosystem. Zum einen können wir uns auf Basis der nun zweiten Übernahme konkret die Wertentwicklung der LEC-Lizenz anschauen. Zum anderen kann sich auch ein Blick auf die Entscheidung von Misfits Gaming lohnen. Während im letzten Jahr die Gründe des FC Schalke 04 sehr offen kommuniziert wurden und im Kerngeschäft Fussball zu finden waren, handelt es sich bei Misfits Gaming um eine reine eSports-Organisation.

Die Wertentwicklung der Lizenz signalisiert dabei den steigenden Professionalisierungsgrad der LEC und des gesamten League of Legends-Ökosystems. Zum Start in das Franchise-System 2019 mussten die zehn Gründungsteams eine Summe zwischen 8 und 10,5 Millionen Euro in die Lizenz investieren. Sie kauften die Sicherheit eines garantierten Startplatzes und das Versprechen eines lukrativen Business Cases. Durch die Lizenzverkäufe vom FC Schalke 04 und Misfits Gaming lässt sich eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Lizenzwertes von 56% errechnen. Es deutet stark darauf hin, dass die LEC das Versprechen hält und ihre Relevanz im europäischen eSport-Ökosystem weiter steigt.

Bei Betrachtung des Portfolios an Wettbewerben und Spielen, in denen Misfits aktiv ist, scheint der Verkauf durch finanzielle Herausforderungen begründet. Es gibt aktuell keinen offensichtlich anderen Grund, die LEC zu verlassen. Die Organisation ist auch in grossen Publisher-Ligen wie der Overwatch League (OWL) und der Call of Duty League (CDL) involviert. Es ist zu vermuten, dass der Kostenapparat für die Teilnahme in allen drei Ligen zu teuer geworden ist. Meine Vermutung:

  • OWL und CDL hinken den Erwartungen hinterher und stellen keinen profitablen Business Case dar, verursachen aber hohen Kosten.
  • Da die Business Cases schlechter sind als erhofft, ist die Veräußerung deutlich schwieriger.
  • Allein die LEC-Lizenz kann gewinnbringend verkauft werden, weshalb die Aussichten auf weitere Wertsteigerungen bei der Entscheidung eine nachrangige Rolle spielen.

Wenn diese Vermutungen zutreffen, wäre das ein weiterer Beleg für die gute Entwicklung des League of Legends-Ökosystems. Sie wirft aber auch die Frage auf, warum andere Wettbewerbe und Spiele an den Erwartungen der Stakeholder scheitern. Für das gesamte eSport-Ökosystem wäre es sicherlich von Vorteil, wenn es neben der LEC weitere profitable Wettbewerbe gäbe - für Zuschauende, Teams und Partner. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt und werde die Entwicklung weiter im Auge behalten.

Ein Kommentar von Christian Hergott (Senior Consultant eSports & Gaming bei MYI Entertainment)

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Christian Hergott (Senior Consultant eSports & Gaming)
E-Mail: christian.hergott@myi.ch
Web: www.myientertainment.com/

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