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18.03.2020 // Alexander Klöpfer

„Live-Content öffnet ungeahnte Möglichkeiten“

Michael Schweizer, der Inhaber von Live Fabrik, spricht über Dont´s in der Umsetzung und die Chancen von Live-Content für die Schweizer Unterhaltungsbranche.

Live-Content soll authentisch und locker rüber kommen. Wie „locker“ ist es tatsächlich, guten Content zu produzieren?

M. Schweizer: Es braucht eigentlich zwei Dinge: Ein gut eingespieltes Team - sowohl vor als auch hinter der Kamera - und ein starkes Script. Die Vorbereitung muss noch viel gewissenhafter passieren, als bei einem normalen Videodreh. Es gibt keinen zweiten Versuch und keinen Schnitt. Ausserdem braucht es kurze Entscheidungswege um schnell arbeiten zu können. Wenn wir am Vormittag ein Interview aufzeichnen, dass am frühen Nachmittag in einer Livesendung integriert werden muss, können wir nicht darauf warten, dass irgendwo am anderen Ende der Welt irgendjemand nach stundelangem hin und her den Inhalt freigibt.

Die Kosten sind vom gewünschten Standard abhängig. Einfache Inhalte kann man in Zweierteams (Moderation und Produktion) umsetzen. Umso höher die Ansprüche an die Bild und Tonqualität, umso höher der Personaleinsatz. Einfache Tageseinsätze von Zweierteams starten bei uns im tieferen vierstelligen Bereich.

Welche Don´ts gilt es zu vermeiden?
M. Schweizer: Als ehemaliger Radioproduzent ist für mich der schlimmste Fehler überhaupt, dem Ton zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Live Content wird nicht untertitelt. Wer schaut, schaut mit Ton, und der muss glasklar sein. Besonders wenn aus irgendwelchen Gründen das Bild einmal etwas wackelt. Ich beobachte immer wieder, das Millionenschwere Unternehmen Live-Produktionen an den Start bringen, bei denen der Ton eine Katastrophe ist.

Ihr Rat an die Schweizer Entertainmentbranche?
M. Schweizer: Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt! Der Live-Knopf der Social Media Portale öffnet eine Welt voller ungeahnter Möglichkeiten. Klingt abgedroschen, ist aber die Wahrheit. Noch nie war es so einfach und kostengünstig Liveproduktionen an den Start zu bringen wie heute. Sie können ihr ganz eigenes Livefernsehen machen und mit den Leuten zu Hause interagieren. Fantastisch! Und: Der Voyeurismus steckt in uns allen! Ein Beispiel dazu: Kürzlich ist ein Gamer während einem Livestream vor laufender Kamera eingeschlafen und vervielfachte die Anzahl seiner Fans – im wahrsten Sinne des Wortes – im Schlaf. Als er wieder aufwachte, hatte er Tausende Zuschauer. Dem Voyeurismus sei Dank!

Kontakt

Live Fabrik GmbH
Michael Schweizer 
ms@livefabrik.ch
www.livefabrik.ch

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