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10.02.2022 // Markus Kleber

“Liebe Fußball-Clubs, McDonald's und Co. werden euch nicht retten.”

In seiner neuesten Kolumne erklärt uns Markus Kleber (LEAGUES), was die Medien-Vermarktung in den unteren Ligen so besonders macht und warum es unumgänglich für Vereine ist Medieninhalte direkt an den Fan zu vermarkten.

Medien-Vermarktung am Limit. Für die meisten Clubs bleibt nichts hängen. Das Wachstum in der Vermarktung der nationalen Medienrechte im Topfußball flacht ab. Unterhalb der großen Ligen konnten auch nach über 20 Jahren aktiver Website-Vermarktung und nach über 10 Jahren Online-Video nie relevant Erlöse erzielt werden. Auf Social Media? Viel Arbeit. Kaum Einnahmen.

Zeit die Methoden und Herangehensweisen zu hinterfragen? Oder geht es einfach nicht besser?

Hajo Sommers (Vorstandsvorsitzender, Rot-Weiß Oberhausen): “Bis zu dem Punkt, an dem wir es selbst in die Hand genommen haben unsere Inhalte der wichtigsten Zielgruppe selbst zu präsentieren - unseren engsten Fans, UnterstützerInnen und Gästen - zu zeigen, lagen unsere Medien-Einnahmen nahezu bei null.”

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TKP macht keinen Sinn

Die Vermarktung von Reichweiten über Tausender-Kontakt-Preise (TKP) unterhalb des TV-Radar macht keinen Sinn. Warum?
Im Fußball geht es im Kern um die Tiefe und Qualität der Kontakte. Es geht um Emotion und darum Teil der Geschichte zu werden. Es geht um Teilhabe und Unterstützung. Ein echter Unterstützer kann wertvoller sein als eine große Zahl anonymer Beobachter und Follower.

Clubs haben es selbst in der Hand

Die Clubs selbst haben die beste Ausgangsposition Medieninhalte an den Fan zu vermarkten. Denn wer die beste Kundenbindung hat, kann die besten Margen erzielen und den besten Customer-Lifetime-Value. Einfach sichtbar wird das, wenn ein Club wie Rot-Weiß Essen für einen Livestream in Corona-Zeiten 10 (!) Euro pro Spiel nehmen kann und das der Großteil der Fans gerne bezahlt.

Medienhäuser im Nachteil

Was wäre denn, wenn DAZN (nach allem was schon war) um die Ecke käme und sagt: “Sorry Leute, uns reicht es aktuell einfach nicht unsere Kosten zu decken. Wir müssen 10 Euro pro Spiel nehmen”? Unmöglich! Der Fan würde für Blavatniks Investment-Wette nicht in die Bresche springen. Aber für seinen Club würde er es tun.

Ist das in Zeiten von barrierefreien Zugängen zu Technologie, zu den eigenen Fans und UnterstützerInnen, sowie zur Bezahlabwicklung nicht besser, wenn der Club das selbst in die Hand nimmt? (Mal abgesehen von dem Medienrechte- und Anstoßzeiten-Dschungel.)

Muttermilch-Einschuß-Syndrom

Was tust du, wenn Sky die Bundesliga-Rechte verliert? Das Abonnement aus Solidarität für die guten Zeiten verlängern, obwohl du es nur für die Bundesliga gebucht hast? Eher nicht. Den Kollegen fliegen die Kündigungen ins Haus. Unsere These: Das würden sie nicht bei ihren Clubs. Bei vielen Vereinen steigen bei einem Abstieg aus der Bundesliga die Mitgliedschaften nachweislich. 15.000 waren es alleine beim VfB Stuttgart nach dem Abstieg 2016. Was für ein Geschenk! ...oder auch “Was für ein Customer-Lifetime-Value”.

Kann der Kuchen wachsen?

Wenn Clubs den Einnahme-Kuchen durch Vermarktungserlöse digitaler Inhalte vergrößern wollen, dann müssen Sie es selbst in die Hand nehmen und Ihre Inhalte an Ihre Unterstützer vermarkten. Unterstützer sind neben treuen Fans vor allem Sponsoren, Mitglieder, Dauerkartenbesitzer, Stadionbesucher und Gönner.

Unterstütze deinen lokalen Fußballclub! Die Zeit ist reif.

Plattformen wie Patreon.com zeigen, dass selbst Musiker, Filmemacher oder Krimiautoren von Ihren Unterstützern sehr gut leben und eine echte finanzielle Unabhängigkeit aufbauen können. Aber auch Klubs wie Rot-Weiß Oberhausen oder die Stuttgarter Kickers stehen am Anfang einer Entwicklung und zeigen, dass es funktionieren kann.

 

smartphone
In eigener Sache.

Mit LEAGUES.football wollen wir die Clubs dabei unterstützen das digitale Ökosystem für UnterstützerInnen aufzubauen. Im Fokus steht für uns, die Erzählform neu zu definieren. Wir sehen Short-Videos und Audio als stärkstes Medium für Fußballfans am Anfang einer großen Entwicklung und werden den Clubs mit leistungsstarken Tools dabei helfen, die Geschichten noch emotionaler und mitreißender zu erzählen als je zuvor. Das Stadion in der Hosentasche. Denn eines ist sicher: Auf den großen McDonald's-Deal zu warten, um die Reichweiten auf Facebook und Co. zu monetarisieren, wird niemandem helfen. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen.

Die Vereinsmitgliedschaft ist die Zukunft

Klingt komisch? Ist aber so. In einem großen Siegeszug hat die Software-Industrie Abos und Subskriptionen als das Modell unserer Zeit entdeckt. Die Fußballclubs machen das seit 1857. Seit der Gründung des ersten Fußballclubs FC Sheffield. Nun gilt es, das Mitgliedschaftsmodell um die digitale Welt zu erweitern.

Machen wir uns an die Arbeit.


Bildquellen: LEAGUES GmbH

Zum Autor

Markus Kleber. Diplom Wirtschaftsingenieur. Fußball und Medien-Unternehmer.
Mitgründer und Gesellschafter von LIGEN. Gründer und GF von LEAGUES.

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