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06.04.2020 // Alexander Klöpfer

Kitzbüheler Alpen – Grösste E-Bike-Region der Welt

Ein Erfahrungsbericht aus der Pionierregion „Kitzbüheler Alpen und Kaisergebirge“

Die Tiroler Tourismusregion Kitzbüheler Alpen ist ein Vorreiter auf dem Gebiet der elektronischen Fortbewegung im Urlaub. Ein dichtes Radwegenetz, hochmoderne Infrastruktur und passende Angebote finden E-Biker heute vor. Doch das war nicht immer so. Ein Erfahrungsbericht von Max Salcher, Geschäftsführer der Tourismusregion mit den Orten Westendorf, Brixen und Kirchberg.

Lektion eins: Sei mutig, schnell & trau einem Schweizer

Die Tiroler Tourismusregion stieß im Jahr 2008 erstmals auf das Thema E-Bike. „Auf einem Kongress erklärte damals ein Schweizer E-Bike Händler, dass in acht Jahren gut 50 % der Bike-Industrie auf E-Bike umsatteln würde. Alle haben damals nur gelacht“, erzählt Max Salcher. Doch die Aufmerksamkeit des Tiroler Touristikers für E-Bikes war geweckt. Salcher mobilisierte seine Verbandsmitglieder und startete bereits ein Jahr später eine Kooperation mit E-Bike-Verleihrädern von „Movelo“. 40 E-Bikes samt Ladestationen wurden 2009 in der Region angeschafft.

Lektion zwei: E-Biker sind keine Mountainbiker, Lerneffekt mit blauen Flecken

„Am Anfang hatten wir keine Ahnung von E-Bike. Wir dachten, dass die E-Biker einfach unsere Mountainbike-Karte für ihre Routen verwenden sollten.“ Aber als sich bereits nach wenigen Tagen die ersten E-Biker im Tourismusbüro beschwerten – blaue Flecken gab es auch - lernte man, dass hier andere Strecken gesucht werden müssen. Statt über Stock und Stein sollten die südlichen Talstrecken und breiten Bergstraßen zum Revier der E-Biker werden.

Lektion drei: Reden ist sehr wohl Gold

„Wir wussten: Produkt und Positionierung sind sehr gut. Woran es fehlte, war die Bewusstseinsbildung in der Region.“ Die Vermieter hatten noch keine passenden Angebote. Bergbahnen mussten überzeugt werden, dass ein Umbau für den Transport der Räder nötig sei. Und auch das Bewusstsein der Bevölkerung musste sensibilisiert werden, denn Gäste auf schnittigen Elektro-Räder waren nicht auf Anhieb beliebt. Auch die Hüttenwirte waren zu Beginn skeptisch. Aber durchs Reden kommen die Leut` zusammen – wie es so schön in Tirol heißt. Mit der Zeit konnten aber alle Beteiligten überzeugt werden. Heute gibt es von E-Bike Hotels, der E-Bike-Schule bis hin zum Fahrradspezialisten eine große Bandbreite an Angeboten.

Lektion Vier: Grenzen überwinden

Weil das Thema nicht an Verbandsgrenzen halt macht, folgten bald Gespräch mit den Nachbarorten Kitzbühel Tourismus und St. Johann. 2010 startete die E-Bike Region Kitzbühler Alpen bereits mit 150 Verleih-E-Bikes. Und weitere Tourismusverbände im Tiroler Unterland folgten. Heute vereint die Destination 9 Tourismusregionen in 42 Tiroler Orten mit 1000 km Radtouren. Insgesamt stehen 300 E-Bikes der Fima Movelo an 79 Verleihstationen bereit. „Damit sind wir die größte E-Bike-Region der Welt.“

Der E-Bike-Verbund wurde 2011 auf der ITB in Berlin bei einer Pressekonferenz mit über 70 Journalisten vorgestellt. „Plötzlich waren wir als E-Bike Destination auch medial positioniert, das Echo war enorm“, so Salcher. Anfragen von Stromkrafterzeugern, wie der Tiroler Wasserkraft folgten.

Von der Idee bis Heute:

Heute finden E-Biker 1000 Kilometer Radrouten auf bestens ausgebauten Radwegen in den Kitzbüheler Alpen und rund um das Kaisergebirge. Die Räder können in Hotels, an Tankstellen und Sportgeschäften unkompliziert ausgeliehen werden. Wenn einem Mal der „Saft“ ausgehen sollte, dann gibt es im gesamten Gebiet 62 Akku-Ladestationen. Und natürlich gibt es für die Elektro-Radler eine eigene EBike Tourenkarte mit 90 abwechslungsreichen Routen.

Kontakt

Tourismusverband Kitzbüheler Alpen - Brixental
Max Salcher
E-Mail: m.salcher@kitzbuehel-alpen.com
Tel.:+43 57507 2500
https://www.kitzbueheler-alpen.com

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