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20.07.2022 // MYI Entertainment

Gründer von eSport-Team bekommt Strafe von Riot

Andy “Reginald” Dinh ist Gründer und Boss vom eSport-Team TSM. Ein Insider-Bericht der Washington Post zeichnete kürzlich ein schlimmes Bild von ihm. Er soll Angestellte beleidigt und Leute rausgeworfen haben, die kritische Fragen gestellt haben. Nun wurde er offiziell vom Entwickler und Ligabetreiber Riot Games verurteilt.

Die Macht der Publisher hat Vor- und Nachteile

Dass im eSport offizielle Sanktionen verhängt werden, ist nicht neu. Mit “Reginald” wird ein sehr prominenter Vertreter für ein Vergehen bestraft, das nicht direkt mit dem Ligabetrieb zu tun hat. Zu den Sanktionen gehören neben einer $ 75’000 Strafe auch die Pflicht an einem Sensibilisierungs- und Führungskräftetraining teilzunehmen sowie eine zweijährige “Bewährung”.

Dieser Fall zeigt zwei wichtige Aspekte des eSport-Ökosystems: den herrschenden Professionalisierungsgrad und die Macht der Publisher.

Lange war eSport wie der Wilde Westen. Wettkämpfe wurden von Communities oder Einzelpersonen organisiert und waren entsprechend kaum geregelt. Im Gegensatz zum klassischen Sport liegt es in der Natur von eSport-Wettkämpfen, dass die meisten Regeln schon hart in die Games gecodet sind. Ein klassisches Foul kann es z.B. gar nicht geben. Trotzdem wurden immer wieder die Grenzen ausgelotet, wogegen in den letzten zehn Jahren gezielt vorgegangen wurde. Die letzten grossen Wett-Skandale sind bereits viele Jahre her und auch an eSport-Wettkämpfen gibt es mittlerweile Drogentests. Die verlinkte Sanktion und ihre Entstehung (Riot Games hat unabhängige Ermittler hinzugezogen) zeigen deutlich, dass eSport mittlerweile durch und durch professionalisiert ist.

Hier hört die Parallele bzw. die Angleichung an den klassischen Sport aber auch schon wieder auf. Denn es gibt einen grossen Unterschied: nicht ein demokratisch organisierter Verband, sondern ein Unternehmen hat die Sanktion verhängt. Riot Games ist nicht nur Publisher von League of Legends, sondern auch Inhaber der eSport-Wettkämpfe mit ihrem Game. Und als Teil vom börsengehandelten Tencent hat Riot Games natürlich in erster Linie unternehmerische und nicht sportliche Ziele, die es zu erfüllen gilt. Die Schattenseite davon zeigten sich erst kürzlich in einer anderen News, die unten verlinkt ist. Dem League of Legends Athlet “Bjergsen” wurde von Riot Games verboten, in einem Fun-Event des Mega-YouTubers Mr. Beast teilzunehmen. Hintergrund ist eine vor Jahren eingeführte Regel, nach der Spieler der professionellen Ligen an keinen anderen Competitions teilnehmen dürfen. Darauf folgte eine hitzige Diskussion über Riot Games auf Social Media, an der sich auch der Riot-Partner und Streamer “Doublelift” beteiligte. Sein Kommentar, dass League of Legends abnehmende Viewerzahlen in Nord Amerika habe und froh sein sollte, das “Bjergsen” und Mr. Beast das Spiel bewerben, führte dazu, dass Riot Games ihre Partnerschaft mit “Doublelift” auch gleich suspendierte.

Die Beispiele zeigen, dass - wie im klassischen Sport - eine neutrale Schiedsgericht-barkeit zukünftig zum Ausgleich der vielen Interessen und Sichtweisen im Ökosystem Nutzen stiften könnte. Ich bin gespannt, ob es soweit kommt oder die Publisher einen eigenen Weg finden, der sportlich und ökonomisch einen Mehrwert bringt.

Ein Kommentar von Manuel Oberholzer (Co-Founder & Head of Marketing bei MYI Entertainment)

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Manuel Oberholzer (Co-Founder & Head of Marketing)
E-Mail: manuel.oberholzer@myi.ch
Web: www.myientertainment.com/

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