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31.08.2022

Gibt es genderspezifische Unterschiede im Führungsstil?

Online-Business-Mentorin Sigrun beschreibt in ihrem Podcast «6 reasons why women don’t make more money” Unterschiede im Führungscharakter zwischen Männern und Frauen. Wir haben weibliche Führungskräfte im Netzwerk gefragt, wie sie ihr Business führen und ob sie geschlechtsspezifische Unterschiede in Führungsstilen sehen.

THE SEARCH Sportmanagement GmbH

Christina Michels, Geschäftsführerin:

"Führung ist abhängig von Persönlichkeit, nicht vom Geschlecht. In meinem Arbeitsleben habe ich dennoch ein Muster bei weiblichen und männlichen Führungskräften festgestellt, dass Unterschiede im Führungsstil verdeutlicht:

Beide treffen geschäftliche Entscheidungen auf Basis rationaler Fakten, setzen sie aber unterschiedlich um: Frauen kommunizieren eher konsensgetrieben, möchten Entscheidungen von allen Mitarbeitern getragen wissen. Männer entscheiden, teilen mit und akzeptieren kontroverse Meinungen, wenn sie von der Richtigkeit ihrer Entscheidung überzeugt sind. Weiblicher Führungsstil wird daher eher als emotional und empathisch wahrgenommen, der männliche als rational und ergebnisbezogen. Im Kern verfolgen beide dasselbe Ziel, der Weg dahin, die Kommunikation und Umsetzung, sind aber unterschiedlich."

WWP Weirather-Wenzel & Partner AG

Mirjam Hummel-Ortner, CEO:

"Auf starken Frauen in Führungspositionen basiert unserer Agentur-Geschichte – die WWP-Group blickt auf mehr 30 Jahre erfolgreiches Unternehmertum im Sport mit Frauen an der Spitze zurück.  Hanni Wenzel und Harti Weirather haben die Agentur-Gruppe mit Visionen und Mut gegründet und Philipp Radel und ich leiten die WWP-Group seit 2014. Diese Unternehmenskultur hat zum Erfolg und stetigem Wachstum wesentlich beigetragen, da wir davon überzeugt sind, dass die unterschiedlichen Schwerpunkte, Kompetenzen und Führungsstile einen Mehrwert für alle Organisationsstrukturen mit sich bringen. Wir setzen bei der WWP-Group auf diverse Teams und schaffen als zeitgemässer Arbeitgeber die Rahmenbedingungen, um die Attraktivität über New Work-Ansätze für alle WWPlerinnen und WWPler zu erhöhen. Unser Ziel bleibt es, Frauen in Führungspositionen zu etablieren, unterstützt durch Fortbildungs- und Mentoringprogramme, da wir von dem grossen Mehrwert überzeugt sind, der sich für uns als Unternehmern und für den Sport als Industrie dadurch ergibt."

MS Sports AG

Mirjam Fischer, Leiterin Sponsoring Partnerschaften:

"Ich glaube nicht, dass sich mein Führungsstil im Vergleich zu aktuellen oder vergangenen Führungskollegen grundsätzlich unterscheidet und dies auf geschlechterspezifische Stereotypen zurückzuführen ist.

Weibliche Führungskräfte und insbesondere Mütter, sind jedoch meist organisatorisch sehr stark und sind es sich gewohnt, mehrere Herausforderungen parallel anzugehen.

Bei MS Sports haben wir ein sehr kooperatives Führungsklima, welches auf viel Vertrauen basiert. Damit kann ich mich persönlich zu 100% identifizieren und führe dementsprechend auch meine Mitarbeiter:innen."

Schweiz Tourismus

Barbra Albrecht, Leiterin Switzerland Convention & Incentive Bureau (SCIB) & Mitglied der Geschäftsleitung:

"Ich glaube nicht, dass der Führungsstil per se auf Genderunterschiede reduziert werden können und sollten. Dies ohne den Artikel von SIGRUN gelesen zu haben. Nach meiner Erfahrung sind Persönlichkeit und Charakter, eigene Erfahrungen, aber auch Branche, Grösse eines Unternehmens, Firmenkultur und Führungsstufe einer Führungskraft viel bedeutender. Auch sollte ein Führungsstil individuell den Stärken und Schwächen der Mitarbeiter entsprechend angepasst werden, damit sie ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend unterstützt werden können."

Groupe Mutuel

Isabelle-Marie Luyet, Responsable Events & Sponsoring:

"Meiner Meinung nach kommt es weniger darauf an, ob die Führungsperson eine Frau oder ein Mann ist. Die Persönlichkeit ist ausschlaggebend. Eine gute Führungspersönlichkeit sollte die Fähigkeit haben, zuzuhören, wohlwollend zu sein und mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Werte, die eine Person vertritt, machen auch ihre Führungspersönlichkeit aus, egal welchen Geschlechts. Die grosse Stärke von Frauen ist sicher ihre Fähigkeit zum Multitasking. Sie können auf verschiedene neue Situationen schnell reagieren. In manchen Situationen bekommen weibliche Führungskräfte noch zu wenig Aufmerksamkeit. Wir müssen die Sichtbarkeit der Frauen noch erhöhen."

Carré Event AG

Gabriela Buchs, COO - Member of the Board:

"Ich bin der festen Überzeugung, dass es sehr wohl Unterschiede in verschiedenen Führungsstilen gibt. Dies hat aber wenig mit dem Geschlecht, sondern vielmehr mit der Führungsperson zu tun. In meiner Führungsarbeit fokussiere ich mich stets auf den Menschen und vor allem auf ein lösungsorientiertes Vorgehen. Bei männlichen Kollegen beobachte ich nicht selten einen aufgabenorienten Führungsstil, bei dem Status und Rang eine wichtige Rolle spielen. Es geht dabei nicht darum, was richtig oder falsch ist. Vielmehr ist genau deshalb Diversität in Unternehmen so wichtig, denn es braucht beide Eigenschaften um als Team und als Unternehmen erfolgreich zu sein."

Zauberglanz® Kindereventagentur GmbH

Caroline Spoerri, Inhaberin/Geschäftsführerin:

"Ich mag eigentlich keine Stereotype. Vielleicht führe ich etwas emotionaler, empathischer, inklusiver und ganzheitlicher als dies ein typisch männlicher Führungsstil tut. Andererseits bin ich überzeugt, ist es auch in der Führung wie bei vielem, eine gesunde Mischung bringt den grössten Mehrwert. Ich vereine wohl beide Seiten in mir und strebe dies auch an. Typisch männlich an meiner Führung ist die Zielorientierung und der Fokus. Typisch weiblich, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlasse. Am Ende sind das Miteinander von mir und meinen Mitarbeiter:innen, das gegenseitige Vertrauen, Zuhören, Wertschätzen und gemeinsame Umsetzen, die grössten Erfolgsfaktoren in unserem Unternehmen - unabhängig davon ob dies männlich oder weiblich ist."

Dynavisual AG

Maria Fernandez, CEO:

"Ich habe einen kooperativen Führungsstil der durch emotionale Kompetenz gekennzeichnet ist. Ich versuche ein Vorbild zu sein und Mitarbeiter in Entscheidungen einzubeziehen. Es ist wichtig, Teammitglieder nicht nur nach betrieblicher Notwendigkeit einzusetzen sondern sie zu ermutigen, Interessen und Entwicklungswünsche zu definieren und diese zu fördern. Dadurch erreiche ich eine hohe Motivation und die Bereitschaft die „extra Meile“ zu gehen um gemeinsam Ziele zu erreichen und Erfolge zu feiern.

Ich sehe einen höheren Anteil meiner männlichen Kollegen, die einen aufgabenorientierten Führungsstil pflegen. Von ihnen habe ich gelernt, mutiger zu sein und mir den Weg zum Ziel nicht mit Perfektionismus zu verbauen."

eps gmbh

Céline Kühnel, Geschäftsführerin:

"Für mich nehmen Persönlichkeit und Sozialisation maßgeblich Einfluss darauf, wie jemand seine Führungsposition ausfüllt, weniger das Geschlecht. Ich glaube aber, dass unter Frauen eher transformationale Führungskräfte zu finden sind, die das Gemeinschaftsgefühl im Team stärken. Dafür nutzen sie ihre Empathie und Kommunikationsstärke und setzen auf Motivation, Fairness und Vertrauen. Heute wissen Frauen, dass sie nicht auf archaische Attitüden zurückgreifen müssen, um ein Unternehmen zu führen."

sporteo

Katharina Lenhart, Geschäftsführung Organisation:

„Da wir bei sporteo den direkten Vergleich haben, bin ich insbesondere in meiner Position bestrebt mehr auf der persönlichen Ebene zu arbeiten als meine Kollegen, die in ihre Rolle tendenziell stärker mit sachlicher Führung agieren. Die weibliche Intuition ist in meinen Augen in jedem Team und Unternehmen sehr wichtig und wirkt sich positiv auf die Mitarbeitermotivation und das Arbeitsklima aus.“

Eventicum AG

Beatrice Trachsel, Inhaberin Eventicum AG:

«Ich müsste jetzt wohl sagen, dass ich als Frau empathischer, einfühlsamer und organisierter führe als meine männlichen Kollegen. Ich glaube jedoch nicht, dass ein Geschlecht anders oder sogar besser führt als das andere. Vielmehr ist das doch eine Persönlichkeitsfrage und der Führungsstil kann sich mit den Jahren und der Erfahrung sowie dem Umfeld, in dem man sich bewegt, auch verändern. Ich lasse meinen Mitarbeitenden generell viele Freiheiten, sie müssen dafür aber auch die nötigen Skills und Kompetenzen mitbringen. Denn das ist auch ein wichtiger Teil der Führung – die besten Leute in Team vereinen.»

Friedreich Hospitality

Christine Friedreich, Geschäftsführerin:

„Amikaler. Emotionaler. Menschlicher. Das sind Worte, die mir in den Sinn kommen, wenn ich meinen Führungsstil, mit dem männlicher Vorgesetzter aus meiner Vergangenheit vergleichen müsste. Ich denke, dass Frauen oft einen feinfühliger sind und so besser auf Mitarbeiter:innen eingehen können. Nichtsdestotrotz bin ich davon überzeugt, dass die Unterschiede Großteils mehr Vorurteile sind, als sie der Realität entsprechen - Führungskräfte, gleich ob Frau oder Mann, haben individuelle Stärken, die es einzusetzen gilt.“

PLUSPORT

Hanni Kloimstein, Stv. Geschäftsführerin / Bereichsleiterin Sport & Entwicklung:

"Aus meiner Erfahrung ist ein guter Mix aus weiblichen und männlichen Mitarbeitenden ideal. Daraus entsteht die beste Zusammenarbeit, was sich auf das ganze Unternehmen und die Organisation auswirkt. Für mich sind die Werte Offenheit, Respekt und Toleranz zentral und ich versuche dies Tag für Tag vorzuleben. Nur auf diese Weise können sich unsere Mitarbeitenden mit dem Kader und dadurch mit der ganzen Organisation identifizieren und sind motiviert, ihr Bestes für unsere Mission zu geben.“

KKL Luzern Management AG

Alexandra Schmutterer, Abteilungsleiterin Sales & Marketing:

"Die Unterschiede meines Führungsstils zu dem der männlichen Kollegen sind meiner Meinung nach nur minimal. Wir verfolgen alle die gleichen Ziele und agieren entsprechend unserer Führungsgrundsätze. Allerdings setze ich die Schwerpunkte in der Führung mehr auf Kreativität, Empathie und Teamfähigkeit – eher feminine Attribute, während Männern nachgesagt wird, eine gewisse «Ellenbogen-Mentalität» gerne an den Tag legen. Als Führungskräfte (egal ob männlich oder weiblich) haben wir alle dieselben Herausforderungen - das Wohl der Firma sowie der Mitarbeitenden sicherzustellen. Für letzteres sind kommunikative Fähigkeiten gefragt sowie Motivationsfähigkeit. Ich denke, dass wir Frauen hier einen kleinen Vorteil haben :) ."

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