FanQ_HeaderFanQ_Banner

Startseite > Business Guides > Sport-Marketing > Fanmeinungen transparent machen

05.09.2022 // Kilian Weber

Fanmeinungen transparent machen

„Fanmeinungen transparent machen“ lautet die Mission von FanQ, der Voting-App für Fußballfans. Laut einer Umfrage von FanQ bewerten die Fans den bisherigen Umgang der DFB-Führung mit der WM in Katar als unzureichend. Erfahren Sie im Expertview mit Kilian Weber, Gründer & Geschäftsführer von FanQ, welche Erwartungen die Fans an Fußballverbände und Sponsoren zur WM 2022 haben. Wie wirkt sich ein WM-Sponsoring auf das Image der Unternehmen aus? Zudem erhalten Sie Einblicke, Partner und Unternehmen bei solch Studien partizipieren können.

Hendrik Ungelenk: Fanboykott, Zwangsarbeit und unzureichende DFB-Führung. Die diesjährige WM in Katar bringt so viel Kritik mit sich wie nie zuvor. Genau hierzu hat FanQ, die Voting-Plattform für Fußballfans, eine Studie erstellt. Was genau dabei rauskam, wie sich Fan-Meinungen transparent gestalten lassen und wie Partner dabei partizipieren können, das erzählt uns Kilian Weber, er ist Gründer und Geschäftsführer von FanQ. Hallo Kilian.

Kilian Weber: Hallo, vielen Dank, freut mich hier zu sein.

Hendrik Ungelenk: Dann lass uns direkt starten mit der ersten Frage, was sind denn die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Hinblick auf Zuschauerverhalten, wie erwarten die Fans die kommende WM?

Kilian Weber: Wir haben Fans gefragt: «Wie sehr freust du dich auf die WM?» und da geben im Vorfeld 78 % gerade mal einen von fünf Sternen. Der Durchschnitt bei der Frage lag bei 1,4 Sternen, also vermutlich ein historisch schlechter Wert im Vorfeld einer Weltmeisterschaft. Wir haben hier auch Fans gefragt: «Wirst du dir die Spiele live anschauen?» und da sagen nur 26 %, dass sie sich die Spiele live im TV anschauen werden. 66 % – ein extrem hoher Wert – wollen die WM boykottieren, indem sie die Spiele weder im Stadion noch im TV verfolgen werden.

Hendrik Ungelenk: Und wie wird bei der WM das Verhalten des DFB bewertet? Was erwarten die Fans, wie sich der Verband gegenüber dem Gastgeber Katar verhalten soll?

Kilian Weber: Ich denke, es ist wichtig, dass wir bei der Bewertung der Positionierung des DFB die Zeitschiene mit betrachten. Wir haben die Befragung im Mai 2022 gemacht, d.h. nach dem Positionspapier des DFB, aber auch vor späteren Äußerungen wie z.B. von Oliver Bierhoff aus dem Juni, als er sich kritisch äußerte. In unserer Studie geben die Fans dem bisherigen Umgang der DFB-Führung mit der WM nur 1,3 Sterne. 92 %der Fans sind unzufrieden mit der DFB-Positionierung und sehen keine klare Haltung gegenüber den Problemen bezüglich der Achtung der Menschenrechte in Katar. Diese klare Haltung würde bei 81 % der befragten Fans die Einstellung zum DFB positiv beeinflussen. Anders formuliert, würde sich der DFB wirklich klar positionieren, dann würde das einen deutlichen Aufschwung für das Image bedeuten. Es ist sehr spannend, wenn man sich anschaut, was das jetzt ganz konkret für das Turnier bedeutet: 66 % der Fans wünschen sich, dass der DFB das Turnier komplett boykottiert. 16 % sprechen sich für eine Teilnahme aus, sagen aber gleichzeitig, es wäre notwendig, dass kritische Kommunikation stattfindet und die Missstände deutlich angesprochen werden.

Hendrik Ungelenk: Was können nun Sponsoren auf Basis der Ergebnisse bezüglich der Positionierung zur WM lernen? Lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten?

Kilian Weber: Die Aussagen der Studie sind deutlich: 71 % der Fans sind der Meinung, dass ein Sponsoring der WM zu einem negativen Imageeffekt für die Sponsoren führt. Das ist natürlich das genaue Gegenteil dessen, was ein Sponsor möchte. Dieser hat das Ziel, einen positiven Effekt zu generieren und stattdessen tritt nach Ansicht der Fans die gegenteilige Folge ein. Gleichzeitig wirkt sich das auch explizit auf die Kaufbereitschaft aus: 58 % der Fans machen deutlich, dass ihre Bereitschaft, Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen, die Sponsoring bei der WM betreiben, zu erwerben, damit zurückgeht. Wenn wir darauf schauen, wie sich die Sponsoren beim Turnier aus Sicht der Fans verhalten sollen, dann befürworten 70 % der Fans einen Boykott. 17 % sprechen sich für eine Kombi-Lösung aus:  Sponsoring kann betrieben werden, sollte gleichzeitig aber mit der Teilnahme an Protestaktionen kombiniert werden. Ob Sponsoring als Plattform das geeignete Mittel ist, um auf Themen wie die Menschenrechte in Katar aufmerksam zu machen, darüber zeigen sich die Fans insgesamt gespalten.

Hendrik Ungelenk: Lass uns mal weg von der WM in Katar gehen. Grundsätzlich zu eurem Unternehmen, was zeichnet FanQ aus, wie gestaltet Ihr solche Studien?

Kilian Weber: Wir sind keine klassische Marktforschungsagentur. Wir sind eine unabhängige Voting-Plattform. Wir sehen uns als Stimme der Fans, die Fan-Meinungen für Stakeholder im Fußball und Sport transparent macht. Dafür nutzen wir drei Säulen der Stimmabgabe. Zum einen unsere App, zum anderen Web-Umfragen und als dritte Säule Fragen-Widgets, die wir auf entsprechenden Medien-Partnerseiten einbinden. Das bedeutet, Fans können direkt auf den Webseiten der Medienpartner abstimmen. Daraus generieren wir Fan-Meinungen und machen diese transparent. Bei der Katar-Studie, die wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Sports for Future durchgeführt haben, hatten wir knapp 2.500 teilnehmende Fans aus Deutschland. Die Studie ist für deutsche Fußballfans repräsentativ und wurde durch Prof. Dr. Harald Lange, Prof. Dr. Torsten Weber und Prof. Dr. Axel Faix wissenschaftlich begleitet.

Hendrik Ungelenk: Zu guter Letzt noch die Frage, wie können Partner, Marken und Unternehmen in so einer Studie partizipieren?

Kilian Weber: Wir veröffentlichen monatlich Studien mit sozialer, gesellschaftlicher und ökonomischer Ausrichtung und arbeiten dabei jeweils eng mit Netzwerk-Partnern zusammen, sowohl bei der Konzeption der Studie als auch bei der Verbreitung. Gleichzeitig bieten wir auch Sponsoren die Möglichkeit, diese Fan-Umfragen medial zu präsentieren. Das ist insbesondere dann eine spannende Möglichkeit, wenn diese Umfragen eine gesellschaftliche Ausrichtung haben und wir diese gleichzeitig auf den Sponsor ausrichten können. Wir haben eine exklusive Kooperation mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) und kommen so auf eine kumulierte Reichweite von 10 bis 25 Mio. Medienkontakten. So haben wir insgesamt die Möglichkeit, interaktiv und nachhaltig Sponsoring anzubieten.

Kontakt

FanQ
Kilian Weber (CEO)
E-Mail: kilian.weber@fanq-app.com
Web: https://fanq-app.com/

Verwandte Guides

Lädt...
News
teaser_fanq

FanQ diskutiert mit Hans Sarpei die Ergebnisse einer Fanbefragung zu Rassismus im Fussball

„Fanmeinungen transparent machen“ lautet die Mission von FanQ, der Voting-App für Fußballfans. Die aktuelle Befragung der Fans behandelt  
das Thema Rassismus im Fußball und offenbart einige interessante Ergebnisse.

04.05.2021

News

Fussballfans wollen Infos, weniger Entertainment

Wer überzeugt bei Web, App, Club-TV & Social Media? Die Voting-App FanQ macht Fanmeinungen transparent. Lukas Kopfer stellt die Sport-Tech-Innovation beim #sportstechforum in St. Gallen vor.

17.03.2021

News

«Frauenfussball? Interessiert ja eh niemanden.» - Sagt wer?

Anpfiff für eine visionäre Partnerschaft: Gemeinsam mit dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) will die AXA Schweiz den Frauenfussball auf das nächste Level bringen. Als erste Partnerin der höchsten Schweizer Frauenfussballliga, neu «AXA Women’s Super League», steht die AXA für Diversität und Gleichstellung. 

30.03.2022

News
teaser_fan

Homofeindlichkeit im Fussball

Homofeindlichkeit im deutschen Fußball ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema. Noch immer hat sich im deutschsprachigen Raum kein einziger aktiver Fußballprofi geoutet, homofeindliche Schmähungen gehören leider oftmals zum Alltag. Die Fan-Plattform FanQ hat gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland eine repräsentative Studie zur Homofeindlichkeit im Fußball durchgeführt.

31.05.2022

arrow-up