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27.05.2020 // Brain & Heart Communication

Digital Brand Management – zwischen alter und neuer Normalität

Peter Erni, Geschäftsführer von Brain & Heart Communication im Interview mit dem ESB Marketing Netzwerk.

ESB: Was versteht man allgemein unter digital Brand Management?
Peter Erni: Grundsätzlich adaptiert man bei dieser Disziplin die klassischen Brand Management Prinzipien und adaptiert diese für digitale Kanäle. Der Fokus liegt aufgrund neuer Möglichkeiten, welche diese Kanäle bieten, oft auf der direkten Interaktion mit Kunden oder Usern generell.

ESB: Hat sich dieses Verständnis während der Krise verändert?
Peter Erni: Grundsätzlich hat sich das Verständnis von digital Brand Management nicht verändert. Sehr wohl wurden aber die Anforderungen an die verantwortlichen Teams und die Umsetzung von Massnahmen beeinflusst. Krisen erfordern ein ausgesprochen schnelles Erfassen und Analysieren der neuen Situation, um entsprechend schnell laufende Massnahmen anzupassen (oder zu stoppen) und neue Massnahmen umzusetzen. Insbesondere in der direkten Interaktion mit Kunden über Social Media sind aktuell besonders viel Fingerspitzengefühl und oft auch mehr Zeitressourcen gefragt.

ESB: Worauf müssen Unternehmen jetzt achten, um positiv aus der Krise zu gehen?
Peter Erni: Starke Marken finden die Lösung oft in ihrem eigenen Marken-Claim. Es gilt mit gewohnter Qualität und Zuverlässigkeit seine Kunden zu betreuen. Diesem Vorhaben stehen zumeist nur wirtschaftliche Überlegungen im Wege, die zwar kurzfristig Cashflow-Probleme lösen, aber langfristig bleibende Schäden an der Marke hinterlassen können.

ESB: Welchen Fokus müssen sie legen?
Peter Erni: Bei einer Krise wie dieser sollte jeweils als erstes eine handlungsbefugte, abteilungsübergreifende Taskforce ins Leben gerufen werden, die schnelle, unkomplizierte und wenn nötig einschneidende Entscheide treffen darf. Diese Taskforce muss in einem ersten Schritt die neue Situation (Krise) aus Sicht des Kunden und des Unternehmens erfassen, analysieren und verstehen. Je nachdem wie lange dieser erste Schritt dauert, sollten laufende Massnahmen pausiert werden, wenn diese das Potenzial haben, schädlich für die Marke oder die Kunden zu sein. In einem nächsten Schritt gilt es zu prüfen, inwiefern bestehende Massnahmen adaptiert und auf die neue Situation ausgerichtete eigene Massnahmen konzipiert und umgesetzt werden können.
Die zentralen Markenwerte dürfen auch in der Krise nie über Bord geworfen werden. Um langfristige Schäden abzuwenden sind die Interessen der Kunden wenn immer möglich vor die kurzfristigen (finanziellen) Interessen des Unternehmens zu stellen.

ESB: Welche Tipps geben Sie Unternehmen in der Krisenzeit? Sollen sie sich komplett neu ausrichten?
Peter Erni: Normalerweise nein. «Vor der Krise» ist sehr oft «nach der Krise», sprich die Gesellschaft und die Kunden finden zurück zu einer gewohnten Normalität. Hier reichen meistens Kurskorrekturen, aber es braucht keine komplette Neuausrichtung. Bei der aktuellen Corona-Krise stellt sich nun natürlich die Frage nach der «neuen Normalität». Sollte diese tatsächlich weit von der «alten Normalität» abweichen, dann wären die Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle entsprechend einschneidender und hätten entsprechend zur Folge, dass das Brand Management neu ausgerichtet werden müsste.

Bildquelle: Brain & Heart Communication/Pexels

Kontakt

Brain & Heart Communication AG
Peter Erni (Geschaftsführer)
E-Mail: peter@b-h.ch
b-h.ch

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