Startseite > Business Guides > Sport-Marketing > Auswirkungen der Coronakrise auf Klein- & Mittelvereine im Sport

17.09.2020 // wesports communication

Auswirkungen der Coronakrise auf Klein- & Mittelvereine im Sport

Tom Berger, Co-Founder von wesports, im Interview mit dem ESB Marketing Netzwerk zur Entwicklung von kleinen & mittleren Sportvereinen während Covid-19.

Wie haben Sie die Auswirkungen von Corona auf die Klein- & Mittelvereine im Sport erlebt?

Trotz der enormen Herausforderungen, ist Corona auch für den Sport eine große Chance und ein Beschleuniger in vielen Entwicklungsfeldern, vor allem der Digitalisierung. Die Pandemie hat nicht nur bei den großen internationalen Verbänden, Ligen und Clubs sowie Stadienbetreibern gezeigt, wie schnell die traditionellen Einnahmequellen still stehen oder gar versiegen können. Gerade die semiprofessionellen Strukturen und Amateursportvereine haben unter den notwendigen social Distancing Maßnahmen unserer Regierungen besonders gelitten. Der Spiel- & Trainingsbetrieb wurde eingestellt, Kantinen mussten schließen, Kinder & Eltern konnten nicht nicht mehr bei Trainings oder an Spieltagen treffen, usw.. Damit verbunden nicht nur der Stop für den Verein als ganz entscheidende gesundheitspolitische sowie soziale Plattform und damit Stütze unserer Gesellschaft, sondern auch der Entgang überlebenswichtiger Einnahmen für die Klein- & Mittelvereine wie z.B. Gastro, Tickets, Mitgliedsbeiträge und Sponsorings. Ich habe viele Vereine gesehen, die sehr rasch reagiert und ihr Vereinsleben weitestgehend auf digitale Plattformen verlegt haben. Diese Vereine haben es geschafft, mit Ihren wichtigsten Stakeholdern regelmäßig in Kontakt und somit relevant zu bleiben sowie ein Programm- & Produktangebot zu schaffen, dass es Ihnen zumindest in Teilen noch ermöglicht hat, Einnahmen zu generieren.

D.h. digitale Kommunikation- & Vermarktungskanäle ab sofort überlebenswichtig auch für kleinere & mittlere Sportvereine?

Absolut, und dass nicht erst seit Corona. Die letzten fünf Monate waren allerdings definitiv ein Beschleuniger und haben die Pains und Needs aufgezeigt. Verbände, Ligen, Vereine und Sportler die ab sofort nicht konsequent in die Entwicklung ihrer digitalen Infrastruktur investieren, werden zukünftig nicht mehr im so genannten "Relevant Set" von Kindern, Eltern, Sponsoren, Medien, Politikern und weiteren wichtigen Stakeholdern sein. Diese digitalen Kanäle, Plattformen, Arbeitshilfen und Produkte gilt es weiter voran zu treiben um zukünftig noch entsprechende Kuchenstücke von den wachsenden Märkten in diesen Bereichen zu erhalten.

Wo sehen Sie die entscheidenden Gründe und Hebel in dieser Entwicklung?

Dank unserer großartigen Förderstrukturen konnte vorerst die wirtschaftliche „Sterberate“ im österreichischen Sport sehr gering gehalten werden. Das ist aber kein Dauerzustand. Die zusätzlichen Corona-Förderungen werden spätestens nach 2021 geringer werden oder ganz weg sein. Damit verbunden auch die Hoffnung, dass wir das Virus bis dahin weitestgehend in den Griff bekommen und wieder andere Rahmenbedingungen zur Ausübung und Präsentation unserer Sportarten vorfinden. Spätestens dann muss sich die österreichische Sportwirtschaft wieder selber finanzieren und tragen. In dieser Phase wird es für die Träger der österreichischen Sportstruktur entscheidend sein, digitale Plattformen zu installieren, die folgende wesentliche Aufgaben erfüllen:

1. Ressourceneinsparungen durch effizientes Arbeiten (Management)

2. (Sichere) Digitale Datensammlung, Datenaufbereitung & Datenspeicherung

3. Skalierbare digitale Kommunikationskanäle mit div. Stakeholdern

4. Skalierbare digitale Einnahmenmodelle durch vielfältige Wertschöpfungsketten

5. Digitale Schnittstellen zu anderen Plattform-Anbietern

In Österreich beträgt bereits heute der Produktionswert der IKT (Informations- & Kommunikationstechnik) etwa 37 Milliarden Euro pro Jahr, Der Wertschöpfungsbeitrag liegt bei jährlich knapp 18 Milliarden Euro. Insgesamt ist die IKT-Wirtschaft in Österreich 2014 für knapp 290.000 Arbeitsplätze verantwortlich gewesen. 6,6 aller Beschäftigten arbeiten direkt in IKT-Unternehmen. Laut einer Studie der EU-Kommission schafft jeder IKT-Arbeitsplatz weitere 3 Arbeitsplätze in Europa.

Wesports sehe ich als erprobte, einfach verständliche, effiziente und marktlogische Chance zur Steigerung von umfassenden digitalen Wertschöpfungsketten von kleineren und mittleren Sportverbänden, -ligen und -vereine im Brückenschlag mit Klein- & Mittelbetrieben. Die internationale Digitalisierung und die damit verbundenen Marktlogiken auch für den Sport, sind bereits weit fortgeschritten. Damit auch die nationalen & regionalen Sportstrukturen weiterhin von diesen Entwicklungen profitieren können, müssen spätestens jetzt die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden.

Über wesports:
Wir verstehen uns als Wegbegleiter für Vereine und Verbände, um den Herausforderungen der Digitalisierung mit Erfahrung und Know-How zu begegnen. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir stetig Projekte um und helfen so Schritt für Schritt eine wirtschaftlichen digitalen Regelkreis rund um den Sportalltag zu etablieren.

Kontakt

wesports communication GmbH
Tom Berger, Co-Founder Wesports
E-Mail: office@wesports.cc
Web: www.wesports.cc

arrow-up