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06.10.2025

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Moderne Zutrittssysteme: Wie Venues Effizienz steigern, Kosten senken und das Fan-Erlebnis verbessern

Stadien und Eventlocations wandeln sich rasant. Die Anforderungen an Sicherheit, Komfort und Effizienz steigen, während gleichzeitig das Fan-Erlebnis im Mittelpunkt stehen muss. Welche Rolle spielen dabei moderne Zutrittssysteme? Im Expertview spricht Christian Heidegger, Director of Sales International bei Axess, über die neuesten Trends und Technologien im Bereich Venue-Management. Er beleuchtet, wie innovative Lösungen den Einlass beschleunigen, die Sicherheit erhöhen, Kosten senken und neue Umsatzmöglichkeiten eröffnen können.

Welche Rolle hat die Modernisierung der Zutrittskontrolle für die Fan Experience und die operative Effizienz gespielt?

Die Modernisierung hat eine spürbare Wirkung gezeigt. Der Einlass ist heute nicht nur effizienter, sondern auch deutlich flexibler. Fans können mit dem Medium ihrer Wahl – sei es per NFC-Wallet oder per Barcode – bequem, reibungslos und autonom ins Stadion gelangen. Während früher an jedem Zugang ein Ordner mit Handscanner eingesetzt war, reicht nun eine Person für fünf Zutritte. Manuelle Prozesse und Personalaufwand können damit reduziert, freigewordene Ressourcen anderweitig zielführend eingesetzt werden. Zum Beispiel zeigt sich als positiver Nebeneffekt auch, dass Fans durch die neuen Gates schneller im Stadion gelangen und somit mehr Zeit vor dem Spiel zur Verfügung haben. Diese Zeit wird meistens in ein oder zwei Pints investiert – was sich wiederum förderlich auf die Catering-Einnahmen auswirkt.

Welche Technologien kamen konkret zum Einsatz – und welche neuen Vorteile ergeben sich daraus?

Zum Einsatz kommen sowohl fest installierte als auch vollständig mobile Drehsperren. Die mobilen Varianten sind über WLAN vernetzt und werden mit einem Battery Pack betrieben, was je nach Event-Setup ein hohes Maß an Flexibilität ermöglicht, da die Gates ortsunabhängig platziert werden können.

Für die Ticketvalidierung werden aktuell NFC-Wallets sowie sogenannte „Revolving Barcodes“ verwendet – also Barcodes, die sich in kurzen Zeitintervallen automatisch ändern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Flexibilität durch die mobilen Drehsperren, ein deutlich reduzierter Personalbedarf und ein wesentlich beschleunigter Einlassprozess.

Wie wichtig ist Modularität für moderne Stadien, die sich immer häufiger von Sport- zu Event-Locations wandeln?

Die Bedeutung der Modularität hängt stark von der Art der Veranstaltungen ab. Bei klassischen Fußballspielen verändern sich die Eingangsbereiche kaum – hier spielt Flexibilität eine eher untergeordnete Rolle. Sobald jedoch Konzerte oder andere Großevents stattfinden, wird sie entscheidend: Die Einlasskontrollpunkte müssen je nach Größe und Art der Veranstaltung häufig an völlig anderen Stellen positioniert werden. Genau hier schaffen mobile Gates, barrierefreie Zugänge und die Möglichkeit zum schnellen Auf- und Abbau einen enormen Mehrwert.

Wie unterscheiden sich die Anforderungen an Zutrittskontrollen in anderen Ländern im Vergleich zu Deutschland?

Was die Zutrittstechnologie betrifft können folgende Punkte angemerkt werden: 

In den USA werden überwiegend Scansäulen eingesetzt, während Drehkreuze dort noch vergleichsweise selten sind. Standard ist hingegen die automatisierte Erkennung von Waffen und Sprengstoff. 

In Brasilien ist bei Stadien ab einer Kapazität von 20.000 Plätzen der Einsatz von Gesichtserkennung verpflichtend. Auch in den USA wird diese Technologie bereits in mehreren Stadien getestet. In Deutschland jedoch dürfte die Einführung aufgrund der Bedenken und Widerstände eher langsamer voranschreiten.

In England sind automatisierte Zutrittssysteme bereits seit Langem etabliert, häufig in Kombination mit bestehenden Portaldrehsperren. Auch hier laufen die Sicherheitskontrollen in der Regel automatisiert ab.

Zum Ticketing gibt es ebenfalls eine klaren Trend hin zu digitalen Lösungen:

Die Integrationen zwischen Zutrittssystemen und Ticketing-Lösungen hat sich in vielen Märkten deutlich weiterentwickelt. So haben wir beispielsweise moderne Anbindungen an Ticketmaster Host und Sports XR (hauptsächlich in den USA und UK) umgesetzt, die es Venue-Betreibern ersparen, in zwei Systemen parallel dieselben Daten einzupflegen.

Digitale Tickets sind international längst Standard. In den USA sind Papier- oder Hardtickets kaum noch im Einsatz – ein Bereich, in dem der deutschsprachige Markt definitiv noch Nachholbedarf hat.

Wie profitieren Venues von den neusten Entwiklungen – und Welche Trends werden die nächsten fünf Jahre prägen?

Biometrische Lösungen wie die Gesichtserkennung beschleunigen nicht nur den Einlass, sondern erhöhen auch die Sicherheit. Je nach Einsatz im Stadion – etwa in Shops oder Bars – steigern sie zudem den Komfort der Besucher und eröffnen neue Möglichkeiten für personalisierte Angebote.

Cloud-basierte Systeme schaffen mehr Skalier- und Verfügbarkeit. Betreiber profitieren von Remote-Management, zentraler Steuerung von Türen, Gates und Kameras, Echtzeit-Logs sowie schnelleren Updates. Gleichzeitig erleichtern Cloud-Architekturen die Integration von API-basierten Systemen wie Ticketing, POS oder CRM.

Cashless Payments und Closed-Loop Wallets – etwa per Mobile Wallet, NFC-Armband oder Tokenization – werden zunehmend Standard. In Kombination mit Loyalty-Programmen steigern sie nicht nur den Komfort für Besucher, sondern auch die Einnahmen der Betreiber.

Fazit: Die Kombination aus biometrischer Identität, Cloud-Plattformen und integrierten Payment-Ökosystemen macht Venues effizienter, profitabler und stärker personalisiert – vorausgesetzt, Datenschutz, Sicherheit und Fairness werden von Beginn an berücksichtigt. In den kommenden fünf Jahren werden insbesondere KI-gestützte Personalisierung, Cashless-Ökosysteme und Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig werden regulatorische und ethische Fragen rund um Biometrie zu zentralen Kriterien für Entscheidungen und Reputation von Venue-Betreibern.

Praxisempfehlung: Neue Technologien sollten zunächst in Pilotprojekten getestet werden, um Prozesse im kleineren Rahmen zu optimieren, bevor sie flächendeckend eingeführt werden. Wichtig ist ein klares Opt-out-Modell, sodass Fans selbst entscheiden können, welche Technologien für sie akzeptabel sind. Selbstverständlich muss jede Lösung von Anfang an DSGVO-konform sein und den Besuchern echte Wahlfreiheit bieten.

Warum lohnt sich für Venue-Betreiber die Investition in moderne Zutrittssysteme?

Die Investition in moderne Zutrittssysteme bringt für Venue-Betreiber eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich. Ein schnellerer Einlass und kürzere Warteschlangen verbessern unmittelbar das Fan-Erlebnis und verschaffen den Besuchern mehr Zeit, Catering- und Merchandise-Angebote zu nutzen.

Durch Automatisierung sinkt zudem der Personalbedarf erheblich – ein Aspekt, der gerade nach der Pandemie wichtig wurde, da viele Arbeitskräfte in andere Branchen abgewandert sind. Gleichzeitig erhöhen moderne Systeme, je nach eingesetzter Technologie, die Sicherheit, reduzieren Ticketbetrug und Schwarzmarktaktivitäten und schaffen eine bessere Nachvollziehbarkeit.

Unterm Strich lohnen sich solche Investitionen, weil sie Kosten senken, zusätzliche Umsätze generieren, die Sicherheit steigern und das Fan-Erlebnis verbessern. Darüber hinaus sichern sie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, da sie einer der Bausteine für weitere Innovationen dienen – etwa für Cashless Payments, Loyalty-Programme oder KI-gestütztes Crowd-Management.


Kontakt

Axess AG
Christian Heidegger (Head of Sales International)
​​​​​​E-Mail: c.heidegger@teamaxess.com 
Web: teamaxess.com

 

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