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Besser. Effizienter. Aussergewöhnlicher. Wie wirken sich die gestiegenen Ansprüche und Kosten in der Eventbranche auf den Tribünenbau aus? Mit dieser Frage setzt sich Rainer Koschmieder, stellvertretender Abteilungsleiter und Sachverständiger für fliegende Bauten bei der eps gmbh, tagtäglich auseinander. Im Interview spricht er über Herausforderungen und Möglichkeiten und darüber, warum manchmal nur 48 Stunden für den Abbau bleiben.

Was sind aktuell die herausforderndsten Erwartungen von Eventteilnehmenden, die sich auf den Tribünenbau auswirken?

Rainer Koschmieder: Die Besucherinnen und Besucher stehen vor einer Vielzahl von Veranstaltungen, aus denen sie wählen müssen. Sie müssen sich überlegen, für welche Events sie ihr Geld ausgeben möchten. Und dafür erwarten sie ein einzigartiges Event. Ein unvergessliches Erlebnis. Das reicht bis zur Infrastruktur – bis zum Zuschauerbereich und den fliegenden Bauten, die Veranstaltungen tragen.

Wo liegen die Kernprobleme auf Seiten der Veranstaltenden?

Unsere Kundinnen und Kunden müssen unter hohem Kostendruck einzigartige Veranstaltungen bieten. Durch die gestiegenen Erwartungen der Teilnehmenden steigt auch der Druck auf die Veranstaltenden, einzigartige Veranstaltungsorte zu finden oder bestehende Spielorte attraktiver zu gestalten. Es gibt zum Beispiel immer mehr Veranstaltungen, wo das Publikum sitzen möchte und wir Plätze schaffen müssen. Manchmal verkaufen sich Sitzplatztickets entgegen der Erwartungen auch so gut, dass wir die Tribünen sogar noch erweitern müssen.

Was wäre ein Lösungsansatz, solchen Ansprüchen gerecht zu werden?

An etablierten Veranstaltungsorten lassen sich besondere Zuschauerbereiche und einzigartige Erlebnisräume schaffen. Beispielsweise eine große Tribünenanlage oder exklusive VIP-Bereiche mit erstklassigem Catering-Angebot. Renommierte Spielstätten und kulturelle Ereignisse unterliegen einem stetigen Wandel, um den wachsenden Ansprüchen ihres Publikums gerecht zu werden. Besonders bei sehr langen Veranstaltungen wünscht sich das Publikum komfortable Sitzgelegenheiten, die einen entspannten Blick auf das Geschehen ermöglichen. Zusätzlich ist denkbar, diese neuen Sitzplätze noch aufzuwerten, indem wir sie in das Gesamtdesign einbinden, entsprechend verkleiden und/oder sie als Werbefläche nutzen.

Welche Möglichkeiten gibt es noch, um einzigartige Veranstaltungserlebnisse zu schaffen?

Veranstaltungen an besonderen, außergewöhnlichen Orten stattfinden zu lassen, etwa in einem Park oder auf einem Messegelände. Neue Locations wecken in der Regel sowohl beim Publikum als auch bei den Künstlerinnen und Künstlern Interesse. Wir haben in den letzten Jahren für einige Events solche Locations in Spielstätten verwandelt. Quasi auf der grünen Wiese. Aber außergewöhnliche Orte bringen natürlich auch außergewöhnliche Herausforderungen mit sich: Die gesamte Infrastruktur einschließlich Tribünen muss plötzlich in einem Park errichtet werden, wo sonst Leute Picknick machen – und nun wollen dort 50.000 Menschen ein Rockkonzert sehen. Teilweise ist so etwas sehr herausfordernd, aber dafür können wir dann vielleicht abends in dem angrenzenden See schwimmen gehen.

Welche Herausforderungen bringen solche ungewöhnlichen Orte mit sich?

Bei den klassischen Venues hat sich über die Jahre meistens alles eingespielt. Das Gelände und die Abläufe sind bekannt, und alle Gewerke arbeiten reibungslos zusammen. Bei neuen Venues gibt es viele Unbekannte, und das erfordert eine umfangreichere Vorarbeit, um möglichst alle denkbaren Überraschungen vor Ort auszuschließen. Zum Teil tauchen solche Herausforderungen aber auch erst im Laufe eines Projektes auf, insbesondere auf schwierigem Gelände. Beispielsweise bei einer Installation in einem Flutgebiet, wo ein entsprechendes Räumungskonzept benötigt wird.

Tribünen in einem Flutgebiet klingt abenteuerlich. Was gab es zu beachten?

Wir hatten eine Baustelle, die im Überschwemmungsgebiet eines Flusses lag. Deshalb mussten wir gewährleisten, dass die Tribünen – mit mehreren tausend Plätzen – im Ernstfall innerhalb von 48 Stunden abgebaut, verladen und von der Fläche transportiert werden. Zum Glück kam es nicht dazu, aber alle Vorkehrungen mussten entsprechend getroffen werden.

Welche Bedenken begegnen Ihnen häufig im Hinblick auf den Tribünenbau?

Veranstaltende befürchten oft Einbußen bei der Gesamtkapazität, wenn sie Flächen aus dem Stehbereich für Sitzplatztribünen nutzen. Tatsächlich kommt es bei der Umwandlung von regulären Stehplätzen in Sitzplätze auf Tribünen in den seltensten Fällen zu einer Reduzierung der Gesamtkapazität der Spielstätte.

Wie gehen Sie damit um, dass Tribünen nicht mehr nur funktional, sondern auch ästhetische Highlights auf Veranstaltungen sein sollen?

In der Tat sind die Anforderungen an das äußere Erscheinungsbild von Tribünen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es reicht nicht mehr aus, dass sie nur technisch einwandfrei sind – auch die Optik spielt eine immer größere Rolle. Neben den bekannten Faktoren wie Sicherheit und Komfort rückt das Design zunehmend in den Fokus. Eine Tribüne in ansprechender Gestaltung verbessert nicht nur das Erlebnis für die Zuschauer, sondern sie bietet sich auch als Werbefläche für Sponsorinnen und Sponsoren an, die ihre Marke bestmöglich präsentieren möchten.

Vor welchen Anforderungen stehen Sie als Eventinfrastruktur-Dienstleistungsunternehmen darüber hinaus und wie reagieren Sie darauf?

Eine der größten Herausforderungen sind die in den letzten Jahren stark gestiegenen Kosten, insbesondere im Bereich Transport und Personal. Um dem entgegenzuwirken, reisen wir zum Teil nur mit einer kleinen Stammcrew an und ergänzen unser Team durch lokale Helfer. Zudem setzen wir auf Synergien zwischen unseren verschiedenen Produktgruppen wie Absperrungen, Boden- und Rasenschutz. Oder zum Beispiel bei der Tribünenverkleidung: Hier arbeiten wir mit einem Partner zusammen, der die dafür erforderlichen Holzrahmen in seiner Werkstatt vorfertigt oder nach Möglichkeit bereits gefertigte Elemente aus anderen Projekten wiederverwendet. Das ermöglicht nicht nur eine schnelle und präzise Umsetzung vor Ort, sondern trägt dann auch zur Nachhaltigkeit bei.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Ihren Tribünenprojekten?

Kostenvorteile und Nachhaltigkeit gehen oft Hand in Hand. Durch sorgfältigen Umgang auf der Baustelle, regelmäßige Instandsetzung und Pflege im Lager hat das Material eine lange Lebensdauer und kann häufig wiederverwendet werden. Defekte Teile werden sortenrein gesammelt und zum Entsorger gegeben. In der Planung und Logistik wird zudem darauf geachtet, dass das Material idealerweise direkt von einer Baustelle zur nächsten transportiert wird – ohne den Umweg über das Lager. So lassen sich Transportwege reduzieren, Lkw-Kilometer einsparen und CO₂-Emissionen senken. Unser Standort in Bergheim, Firmensitz der eps gmbh, ist seit einigen Jahren nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert und nach EMAS validiert – und damit in ein umfassendes Umweltmanagementsystem eingebunden.


 

Kontakt

eps gmbh
Franziska von Thien (Team Lead Marketing)
E-Mail: franziska.von-thien@eps.net
Web: eps.net

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