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18.06.2025


AREON Chur: Neue Massstäbe für die Eventlandschaft
Mit AREON entsteht in Chur eine multifunktionale Eventhalle, die regionale Bedürfnisse mit moderner Infrastruktur vereint. Im Interview geben Anke Stephan und Felix Frei Einblicke in den Baufortschritt, das Finanzierungskonzept und die Vision hinter dem Projekt.
Wie ist der aktuelle Stand - sind Sie im Zeitplan?
Anke Stephan: Der offizielle Spatenstich erfolgte am 5. Dezember 2024, aktuell liegt der Aushub hinter uns und der Hochbau hat im Mai gestartet. Bis Ende August 2025 wird der Rohbau im Untergeschoss abgeschlossen sein und die Bodenplatte verlegt. Wir rechnen mit der Fertigstellung der Gebäudehülle bis Ende Januar 2026. Mit den beteiligten Partnern arbeiten wir eng zusammen, sodass die offizielle Eröffnung im September 2026 stattfinden kann.
Das Projekt wird immer wieder hinterfragt, zum Beispiel in Bezug auf die Finanzierung.
Felix Frei: Ich kann das gut verstehen - ein neues Grossprojekt wirft viele Fragen auf. Unsere Finanzierung ist jedoch breit abgestützt und solide: Neben Eigenkapital der Stadthalle Chur AG steuern Kanton und Bund jeweils 5 Millionen Franken bei. Die Bevölkerung hat mit dem Betriebsbeitrag von 560'000 Franken pro Jahr ein starkes Bekenntnis geleistet. Auch eine Aktien-Kapitalerhöhung im letzten Oktober hat nochmals privates Kapital eingebracht. Mit der Graubündner Kantonalbank haben wir zudem einen starken Partner im Rücken, der nebst der Hypothekenfinanzierung auch mit einem fixen Beitrag unterstützt: Dank dieses Modells ist AREON finanziell gut aufgestellt.
Welche Rolle spielt die Stadt Chur?
Felix Frei: Die Stadt Chur bringt sich als strategische Partnerin sehr wichtig ein. Sie gibt der Stadthalle Chur AG das Grundstück für die Erstellung der neuen Halle im Baurecht ab und hat die nötigen Rahmenbedingungen wie Flächenwidmung oder Verkehr geschaffen. Das schont die Stadtkasse und ermöglicht Privatinvestitionen. Zudem garantiert die Stadt den Betrieb mit dem jährlichen Beitrag. Es ist bewusst so gewählt: Die Stadthalle Chur AG übernimmt Bau und Betrieb, während die Stadt den Rückhalt für die Region sichert. Diese klare Trennung fördert professionelle Abläufe und schnelle Entscheidungen. Wir sind sehr froh über diese Kooperation zwischen Stadt und privater Hand und schätzen das Engagement des neuen Stadtpräsidenten Hans Martin Meuli im Verwaltungsrat der Stadthalle Chur AG.
Wie gewährleisten Sie Zugang für kleine Veranstalter?
Anke Stephan: Das war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Stadt Chur. AREON ist bewusst multifunktional: Von Vereinsversammlung über Firmenevents bis zum Konzert ist alles möglich. Die flexible Raumaufteilung mit fix installierten Trennvorhängen in der grossen Eventhalle hilft dabei, auch kleine Formate wirtschaftlich durchzuführen. AREON bietet flexible Mietmodelle, abgestimmt auf den jeweiligen Eventtyp. Für Corporate Events sind die Mietpreise anhand der Raumgrössen definiert. Zudem werden ab 50 Personen im Loft, das ideal für kleine Workshops und Tagungen ist, Pauschalen für Seminare angeboten. Bei Public Events, insbesondere Konzerten oder Shows mit Ticketverkauf, erfolgt die Abrechnung anteilig pro verkauftem Ticket. Diese Modelle ermöglichen eine faire und transparente Kostenstruktur - auch für kleinere Formate. Wichtig ist: AREON soll ein Begegnungsort für die gesamte Bevölkerung sein, nicht nur für Grossveranstaltungen.
Wie grün ist die neue Halle wirklich?
Felix Frei: Wir nehmen Nachhaltigkeit sehr ernst. Schon in der Planung haben wir ökologische Kriterien konsequent umgesetzt: Dazu gehören eine leistungsfähige Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine extensive Begrünung, die das Mikroklima verbessert. Zudem beziehen wir die gesamte Energie aus dem Anergienetz der Stadt Chur. Sicher, jeder Infrastruktur-Neubau bedeutet Ressourcenaufwand. Aber in der AREON Eventhalle Chur können wir künftig Veranstaltungen bündeln und so insgesamt umweltbewusstere Abläufe ermöglichen. Wir verstehen uns als Modellprojekt für eine moderne und nachhaltige Veranstaltungsinfrastruktur.
Die Technik- und Catering-Partner sind fix. Gibt es alternative Angebote aus der Region?
Anke Stephan: Wir haben uns für diese Partner entschieden, weil sie hohe Qualität und regionale Verankerung bieten. Die Catering Services Migros der Genossenschaft Migros Ostschweiz sind stark in der Region tätig und legen Wert auf Nachhaltigkeit. Die EP:bernhard AG ist ein langjähriger Partner der Stadthalle Chur und sehr kundennah und eventerfahren, und Winkler Livecom AG ergänzt mit nationaler Erfahrung. Diese Kombination sichert uns ein breites Dienstleistungsangebot ab. Selbstverständlich bleiben wir offen: Bei kleineren Anlässen können weitere regionale Dienstleister ins Boot geholt werden. Doch gerade für den Start ist es wichtig, auf bewährte Profis zu setzen, damit unsere Gäste von Beginn weg erstklassig betreut werden.
Was erhoffen Sie sich persönlich und für die Region von AREON?
Anke Stephan: Für mich persönlich ist AREON ein sehr spannendes Projekt - ich sehe darin einen Meilenstein für die Eventlandschaft in Graubünden. Durch die neue Halle können wir Veranstaltungen ins Tal holen, für die bisher die Kapazität fehlte. Das belebt Wirtschaft und Kultur: Hotellerie, Gastronomie, lokale Gewerbe profitieren von zusätzlichen Gästen. Gleichzeitig bietet AREON der Bevölkerung neue Möglichkeiten für Begegnungen vor der eigenen Haustür. Unser Leitbild lautet «Echte Erlebnisse»: Wir wollen Menschen zusammenbringen, Raum für Inspiration schaffen und der Region positive Impulse geben. Ich bin überzeugt, dass sich AREON langfristig als wertvolle Infrastruktur etabliert und Chur sowie Graubünden neue Strahlkraft verleiht.
Sie führen die Stadthalle Chur AG als Geschäftsführerin ad interim. Warum diese Rolle auf Zeit?
Anke Stephan: Ich wurde bewusst für die Aufbauphase der neuen Betriebsorganisation durch Felix Frei an Bord geholt. AREON ist ein sehr spezifisches Infrastrukturprojekt mit klaren Meilensteinen - von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme. Meine Aufgabe ist es, diesen Prozess mit meiner Erfahrung zu begleiten, eine tragfähige Betriebsorganisation aufzubauen und die neue Halle in den Markt einzuführen. Wie lange ich nach der Eröffnung bleibe, wird sich im Laufe der weiteren Entwicklung zeigen - aber das gemeinsame Ziel ist, das Projekt in einer stabilen, zukunftsfähigen Form an ein professionelles und motiviertes Team zu übergeben.
Sie haben auch die Samsung Hall mitaufgebaut. Welche Erfahrungen fliessen in AREON ein?
Anke Stephan: Die Samsung Hall in Dübendorf war ein privatwirtschaftliches Projekt, bei dem wir eine moderne Eventlocation von Grund auf konzipiert und realisiert haben. Dort konnte ich viel Erfahrung mitnehmen, wie wichtig ein durchdachtes Raumkonzept, ein vielseitiges Dienstleistungsangebot und ein effizient aufgestelltes Team sind, um langfristig am Markt Erfolg zu haben. Diese Erfahrungen helfen mir nun bei AREON, eine Halle mitzukreieren, die sowohl funktional als auch marktwirtschaftlich überzeugt.
Kontakt
AREON Eventhalle Chur
Anke Stephan (Unternehmensaufbau & strategische Unterstützung)
E-Mail: anke.stephan@areonchur.ch
Web: areonchur.ch











