SRF: „Professionelle und persönliche Neugierde treibt mich weiter" 06.07.2017

Interview | Persönlich | Urs Gredig | CNN Money Switzerland | Finanzkanal

Nach 14 Jahren beim Schweizer Radio und Fernsehen wird Urs Gredig Chefredaktor von CNN Money Switzerland. Die Frage, die «Club»-Moderation fix zu übernehmen, habe sich ihm nie gestellt, sagt er im Interview. Zudem zeigt der 47-Jährige auf, welchen Journalismus er beim neuen Finanzkanal machen will.

Herr Gredig, Sie sind 47-jährig und verlassen das Leutschenbach. Früher war das SRF ein Arbeitgeber zum Altwerden. Sind diese Zeiten vorbei?
Für mich war eigentlich immer klar, dass ich nicht bis zu meiner Pensionierung dort bleiben werde. Das hat aber nichts mit dem Arbeitgeber SRF zu tun, sondern mehr mit meiner professionellen und persönlichen Neugierde. Die Möglichkeit, in einem internationalen Umfeld sozusagen Pionierarbeit für ein renommiertes Unternehmen wie CNN in der Schweiz zu leisten, hat mich fasziniert.

Seit Ihrer Rückkehr moderieren Sie den «Club» – allerdings nur in Vertretung für Thomy Scherrer. Standen Sie in den letzten Monaten etwas im luftleeren Raum?
Überhaupt nicht, ich habe mir nach meiner Rückkehr aus Grossbritannien nach vier teilweise sehr intensiven Jahren bewusst die Zeit gelassen, mich wieder in der Schweiz anzusiedeln und mir Gedanken über meine beruflichen Zukunftspläne zu machen. Den «Club» moderiere ich sehr gerne, aber dieses Engagement hatte nichts mit meiner Entscheidung zu tun.

Thomy Scherrer gibt die Moderation der Talksendung nun definitiv ab. Wollten Sie seine Nachfolge nicht fix übernehmen?
Diese Frage hat sich mir nicht gestellt. Ich habe mich bewusst für eine Zäsur, beziehungsweise einen neuen, spannenden Arbeitgeber entschieden.

Haben Sie bei SRF Jobangebote erhalten – zum Beispiel die Moderation von Polit- oder Wirtschaftssendungen?
Da kann ich nur die vorhergehende Antwort wiederholen.

Sie nennen CNN Money Switzerland «das spannendste Medienprojekt seit langem». Das müssen Sie begründen?
Ein neuer Fernsehsender in der Schweiz – das ist im derzeitigen Medienumfeld nichts alltägliches. Die Tatsache, dass mit CNN ein weltweit höchst renomiertes Medienunternehmen die Schweiz als Markt ausgewählt hat, ist aussergewöhnlich und spricht für die Vorzüge unseres Landes und unserer Wirtschaft. Zudem ist das Projekt äusserst international, hat aber eine ur-nationale DNA. Mich fasziniert nicht zuletzt, dass CNN Money Switzerland ein ganz-schweizerischer Sender für vier Millionen englisch sprechende Menschen in allen Teilen des Landes ist.

Haben Sie sich bei CNN beworben oder ist man mit einem Angebot auf Sie zugekommen?
Beidseitige Gespräche haben stattgefunden und man hat sich gefunden.

Der Finanzkanal startet im Oktober. Was für eine Art Journalismus wollen Sie als Chefredaktor bei CNN Money Switzerland machen?
Einen spannenden, informativen und überraschenden Blick auf die Wirtschafts-, Finanz-Branche und alles was damit zusammenhängt; das kann und soll auch Themen wie Konsum, Sport, Lifestyle umfassen. Wir wollen die Geschichten und Gesichter hinter den Zahlen und Fakten beleuchten.

Letzte Woche wurden die vier Moderatorinnen vorgestellt. Hatten Sie dabei etwas mitzureden?
Nicht direkt, aber ich bin sehr zufrieden mit der Wahl, wir haben vier ausgezeichnete Moderatorinnen mit einem eindrücklichen journalistischen Background.

Ist das Redaktionsteam nun vollständig?
Das Team ist so gut wie komplett, Stellen sind im Internet ausgeschrieben.

Sie werden eng mit den CNN-Büros in London und dem Hauptsitz in Atlanta zusammenarbeiten. Wie selbstständig werden Sie agieren können?
Es ist ausdrücklich festgehalten, dass die Redaktionen in Zürich und der Westschweiz komplette Autonomie geniessen. Wir können uns aber natürlich auf ein sehr enges weltweites Netz verlassen, was gerade in journalistischer Hinsicht sehr wichtig ist.

Wann wird man Sie zum letzten Mal am TV von SRF sehen?
Voraussichtlich Mitte/Ende September.

Quelle: persoenlich.com

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